Inhalt:
Arlen hat während seiner langen Reisen nun endlich eine Möglichkeit gefunden, um die Dämonen, vor denen sich die Menschen seit Jahrhunderten hinter magischen Siegeln verstecken, zu bekämpfen. Überall im Land hält man ihn für den lang erwarteten und herbeigesehnten Erlöser, der die Menschen vom Fluch der Dämonen befreien soll. Doch auch aus der Wüste des Südens kommt der selbsternannte Erlöser Ahmann Jardir von Krasia herbei, um sich die Menschen des Nordens untertan zu machen und dann den großen Krieg gegen die Dämonen zu beginnen, der entweder alle Dämonen oder alle Menschen vernichten wird. Arlen hat mit Jardir jedoch noch eine Rechnung offen.
Meine Meinung:
Das Cover finde ich sogar noch ansprechender als das des ersten Teils, da es düsterer und alles einfach super aufeinander abgestimmt ist und so eine dunkle Atmosphäre erzeugt.
Zur Handlung gibt es praktisch nichts mehr hinzuzufügen. Spannend, spannend, düster und dunkel. Alles was ich an „Das Lied der Dunkelheit“ gut fand, ist hier noch einmal um Längen erstaunlicher und erdrückender – besser – dargestellt. Arlen muss sich durch seine besondere Magie vor fast nichts mehr fürchten und so wird der Leser diesmal auch häufig von blutigen, erschreckenden Kapiteln im Dunkeln mit vielen Dämonen überrascht. Die Handlung des Buches beginnt jedoch mit der Erzählperspektive Jardirs, die über den ganzen ersten Abschnitt des Buches geht. Seine Kindheit wird ungeschont und mit aller Härte geschildert und so einfach kann man die krasianische Kultur wirklich nicht hinunter schlucken. Aber das ist auch gut so.
Die Protagonisten haben mich dieses Mal sehr überrascht. Jeder offenbart eine schwache Seite. Die „Gefährten“ Arlens, Leesha und Rojer, zeigen sich von ihrer unsympathischsten Seite. Rojer, der von Leeshas Abweisung beleidigt ist, lässt den Leser in seine eingebildete, naive Charakteristik blicken und Leesha überrumpelte mich oft mit gedankenlosen Entscheidungen, obwohl sie aus Band 1 als meine Lieblingsprotagonistin herausging. Arlen wird wieder ein bisschen menschenfreundlicher und bleibt trotzdem der am klarsten Denkende der Truppe. Jardir ist ein sehr überzeugender Charakter. Natürlich wird er im Gegensatz zu Arlen sehr unsympathisch dargestellt (14 Frauen, größenwahnsinnig, gewalttätig), jedoch habe ich mich schon gefragt, wer von den Zweien, denn nun der wirkliche „Erlöser“ ist, denn Arlen ist zwar der „Gute“, aber Jardir bewirkt so viel mehr im Kampf gegen die Dämonen, worum es ja auch geht. Gegen Ende des Buches wird Jardir sogar etwas weichherziger, was nicht zuletzt an Leesha hängt.
In „Das Flüstern der Nacht“ beschreitet der Autor Peter V. Brett einen fast gänzlich neuen Weg. Die Personen entwickeln sich noch realistischer und das ganze Buch wirkt dadurch um einiges erwachsener und durchdachter. Für Fans sympathischer Charaktere und Handlung ohne Gewalt ist das Buch leider sicher nichts, jedoch hat es mich so sehr überzeugt, dass es Band 1 „Das Lied der Dunkelheit“ in einem großen Schatten verschwinden lässt. Den nächsten Teil kann ich kaum erwarten!
FAZIT: Teil 1 verblasst im Hinblick auf dieses epische, gewaltige Werk!
5 von 5 ☺