Rezension verfasst vor 1 Jahr
(10)
Titel und Cover: Die broschierte Ausgabe ist aufwändig und schön gestaltet. Die düstere Stimmung, die der Klappentext verspricht, wird von dem Cover hervorragend unterstützt. Erst spät erfährt man, wer der einsame Wanderer in der Kapuze ist und dann lernt man das Cover noch mehr zu lieben.
Der Titel ist selbst scheinbar in einer Art Siegel geschützt und hilft weiter die Stimmung der dunklen Nacht festzuhalten.
Erschienen ist das Buch im Heyne Verlag.
Inhalt: Arlen lebt ein Leben wie viele Kinder in seinem Alter: Tagsüber hilft er seinem Vater auf dem Hof Land und Tiere zu versorgen und abends überprüft er die Siegel, um sich in der Nacht hinter ihnen zu verstecken. Denn die Nacht gehört den Horclingen, die schnell nach Sonnenuntergang aus dem Boden aufsteigen und über jeden, der sich nicht hintern den magischen Siegeln verbirgt, den Tod bringen. Doch einmal sind sie zu langsam und während Arlens Vater wie versteinert zuschaut, versucht Arlen seine Mutter vor den Fängen der Dämonen zu retten. Er scheitert. Dies und die Untätigkeit seines Vaters stellt sein Leben auf den Kopf. Er nimmt reiß aus und brennt darauf ein Leben zu führen, das dem Kampf gegen diese Bestien gewidmet ist.
Auch aus der Sicht von Rojen und Leesha – zu Beginn des Buches ebenfalls noch Kinder – wird diese Geschichte erzählt. Auch sie verlassen aus verschiedenen Gründen ihren Heimatort. Rojen möchte Jongleur werden und von Ort zu Ort ziehen, um die Menschen mit seinem Geschick zu erfreuen. Leesha wird eine Kräutersammlerin, die das alte Wissen hütet und selbst schwere Verletzungen der Horc heilen kann.
Lange Zeit bleiben diese drei Handlungsstränge getrennt, doch am Ende treffen die drei – inzwischen gereift und junge Erwachsene – aufeinander und in Leeshas Heimat kämpfen sie das erste Mal Seite an Seite.
Meine Meinung: Von Anfang an hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen und das hat schon begonnen, lange bevor ich zu lesen angefangen habe. Das Cover verspricht Spannung und auch im Internet und Freundeskreis hat man beinahe nur Positives gehört.
Diese Geschichte bringt tatsächlich etwas Neues. Zu Beginn ist das Böse jede Nacht allgegenwärtig, doch zu einem Kampf scheint es nicht zu kommen. Nur im Ernstfall, um sich zu schützen oder wenn die Siegel versagen, kommt es zu kleineren Scharmützeln. Viel zu viel Angst herrscht vor den Horclingen. Obwohl diese Horclinge kein tiefgreifendes Motiv haben, sondern lediglich die Menschen als ihre Beute ansehen, sind sie als „das Böse“ in diesem Werk sehr überzeugend.
Die Charaktere auf der Menschenseite sind keine Helden. Sie sind nicht perfekt und keiner – auch der Leser nicht – erwartet es von ihnen. Sie sind Menschen und kämpfen mit ihren täglichen Problemen. Das macht sie unheimlich sympathisch und man ahnt von Anfang an welch gutes Trio die drei Protagonisten abgeben würden.
Besonders gut gelungen ist die Entwicklung dieser Charaktere. Obwohl es Zeitsprünge von mehreren Jahren gibt, ist dies keineswegs störend. Die Charaktere haben sich in diesen Jahren zwar entwickelt, aber als Leser kann man sofort wieder anknüpfen.
Fazit: Recht lange hatte ich im Kopf, dass ich einen Stern abziehen würde, weil ich mich weite Strecken dann doch gefragt habe: Wo soll das Ganze denn hinführen? Man merkt zwar, in welche Richtung sich die Charaktere entwickeln, aber es scheint im Endeffekt nicht auf einen großen Endkampf oder ähnliches hinauszulaufen.
Als dann aber Arlen, Leesha und Rojer knapp 200 Seiten vor Ende aufeinandertreffen, nimmt die Geschichte noch einmal an Fahrt auf. Zusammen mit den kleineren, nicht absehbaren, Höhepunkten innerhalb der Geschichte, vergebe ich dann doch:
5 Sterne
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