Leser-Rezension zu „Antonias Wille” von Petra Durst-Benning
am 9.05.2009
Der Traum von der "reichen Erbtante aus Amerika" - für die junge Julie Rilling scheint er wahr zu werden. Antonia Fahrner, eine entfernte Verwandte, die viele Jahre in Japan verbracht hat, will ihr einen alten Berghof im südlichen Schwarzwald überschreiben. Seit mehr als einem Dreivierteljahrhundert liegt er nun einsam und verlassen das und war doch einst, im Jahr 1903, das erste Hotel weit und breit, eröffnet von einer außergewöhnlichen Frau namens Rosanna Moritz. Für Julie ist es Liebe auf den ersten Blick, sie träumt davon, das ehemalige "Hotel Kuckucksnest" als Kreativhotel zu neuem Leben zu erwecken. Doch Antonia knüpft an ihr Geschenk eine Bedingung: Julie soll anhand von Rosannas Tagebüchern herausfinden, was den einstigen Erfolg des Hauses ausgemacht hat, worin seine magische Anziehungskraft bestand, die es auf die Gäste ausgeübt hatte. Was als Mittel zum Zweck beginnt, gewinnt mehr und mehr an Eigendynamik. Am Ende erfüllt sich das Schicksal der beiden ungewöhnlichen Frauen auf dramatische Weise...
Dieses Buch war sehr gut zu lesen. Zunächst war ich etwas irritiert, da ich etwas geschichtliches erwartet hatte und mich erst einmal im Jahr 2000 wiederfand. Doch das war ja nur die Vorgeschichte. Außerdem hieß dann auch noch die "böse Frau" Simone. Ich hatte manchmal schon fast ein schlechtes Gewissen ;)
Ansonsten war das Buch richtig spannend und die Geschichte einer Frau, die trotz mancher Schicksalsschläge in der Zeit ein Hotel eröffnet, muß einfach faszinieren. Doch wieder einmal zeigt sich auf dramatische Weise die zerstörerische Kraft einer falsch verstandenen Liebe. Es ist aber kein Liebesroman!

