Leser-Rezensionen zu „Die Zarentochter” von Petra Durst-Benning
Rezension verfasst vor 1 Monat (1)
In dem historischen Roman Die Zarentochter erzählt Petra Durst - Benning spielt Olly die Hauptrolle.
Inhalt:
Olly wächst am Zarenhof auf und muss schon früh erfahren, dass man aufgrund der königlichen Geburt nicht der Liebe wegen heiratet sondern wegen politischen Verbindungen. Diesem Leben beugt sie sich nicht leicht und rebelliert, wo sie kann. Um so mehr freut sie sich nach einigen gebrochenen Herzen, als ihr Bruder einen anscheinend geeigneten Kandidaten für sie findet. Aber ihr Glück findet sie am Schluss in Württemberg.
Meine Meinung:
Es ist der Autorin wunderbar gelungen aus einem geschichtlichen Ereignis eine einfühlsame Geschichte mit Höhen und Tiefen zu schreiben, auch wenn einige wenige Dinge abgeändert bzw. dazuerfunden wurden. Auf diese wird am Ende des Buches hingewiesen. Eine Geschichte über die Liebe, Verantwortung, Familie und Freundschaft. Man bekommt gefühlvoll vermittelt welche Last auf Ollys Schultern liegt und leidet mit jeder missglückten Liebesgeschichte mit.
Fazit:
Ein wunderschöner Roman und für alle die mehr über Olly lesen möchte, gibt es eine Fortsetzung Die russische Herzogin indem sie eine wichtige Nebenrolle spielt.
Rezension verfasst vor 2 Monaten (5)
Olgas Leben vor Württemberg
Die schöne Tochter des Zaren Nikolaus, die ihren eigenen Kopf hat und sich nicht immer streng an das Protokoll halten möchte - das war Olga, die 1822 geboren ist. Ihre Kindheit, die Teenagerjahre (die sich um einiges von denen heutiger Zeit unterscheiden, nicht nur bei den Großfürsten), das Leben als Zarentochter und natürlich die Liebe - Petra Durst-Benning hat alles in diesem Buch vereint.
Die Autorin hat es geschafft einen Roman zu schreiben, der interessant, spannend und gleichzeitig realistisch und historisch belegt ist. So liest man nicht einfach einen schönen Roman, sondern lernt gleich noch ein wenig Geschichte (auch wenn es wenige Abweichungen gibt, künstlerische Freiheit eben). Eine sehr gelungene Kombination. Unterstrichen wird alles durch einen flüssigen und zu der Zeit wunderbar passenden Schreibstil, trotz moderner Einflüsse. Durch die sehr bildhafte aber nicht übertriebene Sprache wird der Leser in die Geschichte hineingesogen und hat das Gefühl selbst durch den Winterpalast zu spazieren.
Die Geschichte der beliebten Königin von Württemberg ist relativ bekannt. Nichtsdestotrotz macht es richtig Spaß das Buch zu lesen und mehr zu erfahren. Wie normal und doch ganz anders ein Kind in einer Zarenfamilie aufwachsen und sich entwickeln kann. Wie kam Olga eigentlich nach Württemberg und was bewegte sie zu den vielen wohltätigen Aktionen? Wie geht man mir der in die Wiege gelegten Verantwortung um und wie ist es, wenn die Eltern Zaren eines Riesen-Reiches sind? Diese und noch viele andere Fragen werden im Laufe der Geschichte beantwortet.
Alles in einem ein sehr gelungener historischer Roman, der es wert ist verschlungen zu werden. Und das nicht nur von Fans des Genres (ich bin auch eher im Bereich Fantasy und Thriller unterwegs).
Rezension verfasst vor 4 Monaten (24)
Der Zarenhof in St. Petersburg: Die junge Großfürstin Olga muss den Erwartungen ihres Vaters gerecht werden und eine gute Partie machen. Doch ihr Herz will etwas anderes als die hohe Diplomatie und führt sie an den Hof König Wilhelms I. von Württemberg.
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Petra Durst-Benning erzählt in ihrem Roman die Geschichte der Kinder des russischen Zaren Nikolaus I. und konzentriert sich dabei auf die Protagonistin Olga. Die Autorin steigt im Dezember 1825 in die Geschichte ein, als Olga gerade mal drei Jahre alt ist und endet mit ihrer Heirat im Jahre 1945. Dazwischen wird der Leser in die Geschichte der Romanow-Kinder eingebunden, erlebt die Kinder- und Jugendzeit, das Erwachsenwerden, die Einführung bei Hofe und schließlich die Brautwerbungen sowie die Hochzeiten dieser prominenten Geschwister. Das strenge Hofzeremoniell und die Sitten bei Hofe werden in lebhaften Farben geschildert, zugleich aber auch die große Not und Armut der ländlichen Bevölkerung erwähnt. Für mich als „Neuling“ im Bereich der Historischen Romane war diese Familien- bzw. Liebesgeschichte ein wunderschöner Ausflug in die Welt der Reichen und Schönen Russlands. Der in Schulzeiten einst so langweilige und trockene Geschichtsunterricht, der oft in einer Aneinanderreihung von Jahreszahlen endete, wurde mit einem Mal lebendig. Ich empfand die Umsetzung der Grundidee als überaus interessant und freute mich bereits beim Lesen der letzten Seite dieses Romans auf dessen Fortsetzung.
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Die Autorin versteht es, den Leser sofort in ihren Bann zu ziehen und für die Geschichte und ihre Protagonisten zu begeistern. Obgleich es sich hierbei um einen historischen Roman und keinen fesselnden Thriller handelt, war der Spannungsbogen für meinen Geschmack relativ hoch und ich fühlte mich außerstande, dieses Buch zur Seite zu legen. Die Neugier darauf, wie die Dinge sich entwickeln werden und die Tatsache, dass dies keine reine Fiktion war, brachten mich dazu, dieses Buch an einem Nachmittag zu lesen.
Die Geschichte ist in insgesamt 31 Kapitel unterteilt und aus der Sicht des Erzählers in der Mitvergangenheit geschrieben, die Sätze sind klar und eindringlich. Ein Prolog mit Datumsangabe zu Beginn und einige Anmerkungen mit Quellenangaben runden das Gesamtbild ab. Eine Leseprobe auf den letzten Seiten weckt in dem Leser die Neugier auf die Fortsetzung der Geschichte um die russische Zarentochter Olga in ihrem neuen Heimatland Deutschland.
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Frau Durst-Benning hat es geschafft, jeden einzelnen ihrer Protagonisten – auf ihre Art – liebenswert erscheinen zu lassen. Sowohl das Zarenpaar Nikolaus und Alexandra als auch die Kinder Mary, Olly, Adini, Sascha und Kosty sind sehr lebendig gezeichnet und es gelingt dem Leser mit Leichtigkeit, sich in sie hinein zu versetzen. Intensiv lebt und leidet man mit ihnen durch die gesamte Geschichte hindurch. Auch den Nebenfiguren wird einige Aufmerksamkeit zuteil. Ich hätte mir jedoch mehr Details über den Lebensretter des kleinen Zarensohnes, den Sohn des Bootsmannes namens Mischa, und Prinz Alexander Bariatinski erwartet. Die Erzählung beschränkt sich zum Großteil auf die Zarenfamilie selber, während das Umfeld nur grob gezeichnet wird.
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Ich empfand die Lektüre dieses wunderschönen historischen Romans von Petra Durst-Benning als reines Lesevergnügen und freue mich bereits auf den Folgeband „Die russische Herzogin“.
Rezension verfasst vor 5 Monaten (15)
Olga, genannt Olly, ist die zweite Tochter des Zaren Nikolaus. Gemeinsam mit ihren Schwestern Mary und Adini in Sankt Petersburg. Dabei wird ihre Kindheit von zwei Ereignissen überschattet, die ihr zukünftiges Leben prägen. Der Fischerjunge Mischa rettet ihren Bruder Kosty. Während sich an Ollys Bett die bekanntesten Ärzte treffen, stirbt Mischa an der Lungenentzündung. Seine Eltern konnten sich keinen Arzt leisten…
Auf Betreiben Marys wird die Gouvernante Charlotte entlassen. Die Trennung macht aus Olly eine schwermütige junge Frau…
Der Zar sorgt dafür, dass Anna die neue Begleiterin von Olly wird. Anna musste nach dem Tod der Eltern ihre Geschwister aufziehen. Sie weiß, dass das Leben nicht nur Sonnenseiten hat. Doch um Ollys Vertrauen und Zuneigung muss sie hart und beharrlich kämpfen…
Der Roman beschreibt das Leben der Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa bis zu ihrer Heirat mit Karl, dem Thronerben von Württemberg. Die Autorin lässt uns an der Erziehung, aber auch den Hoffnungen und Sehnsüchten Olgas teilnehmen. Das Leben am Zarenhof wurde gut dargestellt und basiert auf gründlichen Recherchen.
Obwohl die Zarentöchter als zukünftige Herrscherinnen erzogen wurden, hatte sie einige Freiheiten. Der unterschiedliche Umgang von Olly und Mary mit dem Dienstpersonal, ihre verschiedenen Ansichten über das Leben in Russland wurden gut herausgearbeitet. Umso erstaunlicher ist die Wandlung von Mary nach ihrer Heirat. Glanz und Macht hat sie für die Liebe aufgegeben.
Großfürstin Olga hat sich schon in jungen Jahren für die Benachteiligten der Gesellschaft eingesetzt. Doch lange Zeit wird sie zum Spielball der Politik. Nicht alle Fäden, die hinter ihren Rücken gezogen werden durchschaut sie. Der Zar und ihr Bruder Sascha entscheiden, welcher Mann für sie gut ist. Vor allem letzterer spinnt die nötigen Intrigen.
Der Roman vermittelt ein gutes Bild der Zustände in Russland, auch wenn er sich vorwiegend auf die Städte beschränkt. Das Leben auf dem Lande wird größtenteils ausgeklammert. Auch Nikolaus` Regierungsstil in Russland wird nur angedeutet. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Die Autorin hat den Schwerpunkt anders gesetzt. Das ist zu akzeptieren. Außerdem ist es ihr gelungen, an der einen oder anderen Stelle Nachdenklichkeit über russische Verhältnisse zu erzeugen, so wenn es um die Begeisterung des Zaren für das Militär geht. Nebenbei erfährt man einiges über die Weltpolitik. Vor allem Erzherzog Stephan kommt dabei nicht gut weg. Die Fäden in der Hand hält Metternich.
Das Buch lässt sich schnell lesen. Schriftstil und Wortwahl sind dem Thema angemessen. Mir hat gefallen, dass der Roman nahe am historischen Geschehen bleibt und das Leben der Zarenfamilie nicht verklärt. Sie werden als Menschen mit Fehlern und Schwächen dargestellt. Die inneren Kämpfe Olgas, zum Beispiel beim Tod ihrer jüngeren Schwester, sind nachvollziehbar. Das Buch beschreibt das Leben, wie es ist, mit Freude und Trauer, Sieg und Niederlage. Emotionen wurden schön herausgearbeitet und sind immer dem Anlass angemessen.
Insgesamt ist das Buch ein empfehlenswerter historischer Roman, der ein Stück Geschichte lebendig und erlebbar macht.
Rezension verfasst vor 7 Monaten (6)
In schillernden Farben und prächtigen Bildern schildert die Autorin das leben der Zarentochter Olga von er frühen Kindheit bis zu ihrer Hochzeit. Von wunderschönen Momenten in der russischen Natur, der Einführung in die Gesellschaft und rauschenden Ballnächten bis hin zu traurigen Episoden wie Liebeskummer und schweren Verlusten ist alles vorhanden, was man in einer spannenden Geschichte um eine junge Frau lesen möchte.
Mit dem flüssigen Schreibstil und den kurzen Kapiteln lässt sich das Buch sehr leicht lesen. Trotz langer Gespräche wird das Buch (fast) nie langatmig. Die genaue Beschreibung der Personen lässt dem Kopfkino freien Lauf.
Nein, einen historisch wertvollen Roman mit vielen geschichtlichen Zusammenhängen darf man hier wohl nicht erwarten. Aber Frau Durst-Benning malt ein wundervolles Sittengemälde der russischen Adelsgesellschaft des 19. Jahrhunderts.
Rezension verfasst vor 11 Monaten (9)
Erwachsen werden am Hofe des Zaren
Der historische Roman „Die Zarentochter“ von Petra Durst-Benning handelt vom Leben der jungen Olga Nikolajewna Romanowa, die als drittes Kind des Zaren
Nikolaus I und seiner Ehefrau Alexandra Fjodorowna 1822 geboren wurde.
Olga wuchs mit ihren 6 Geschwistern in einer erstaunlich modernen Familie auf. Der Zar und die Zarin legten großen Wert darauf, den direkten Kontakt zu allen ihren Kindern zu pflegen, obwohl jedes Kind natürlich seine Gouvernante oder seinen Lehrer hatte. So waren die Teestunden geprägt von fröhlichem Erzählen, Kinder wollten nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden - anders als es zu jener Zeit in den meisten Familien der Fall war.
Die Familie lebte im Winterpalast in St. Petersburg und verbrachte die Sommer in der Regel am Peterhof am finnischen Meerbusen, wo sich Olly (Olga), ihre ältere Schwester Mary und die jüngere Adini ausgesprochen wohl fühlten.
Im Prolog wird der Zar im Dezember 1825 von Aufständischen (den Dekabristen) aufgesucht und die älteren drei Kinder erleben das unerfreuliche und beängstigende Gespräch mit, worauf der Zar sie beruhigt und ihnen versichert, er werde immer für sie da sein. Dieses bedingungslose Vertrauensverhältnis in den Vater spiegelt sich später auch wieder, wenn die Kinder ins heiratsfähige Alter kommen, und eine passende Partie für sie gefunden werden muss. Selbstverständlich bestimmt der Zar in erster Linie welche Vereinigungen mit anderen Königshäusern für Russland politisch wünschenswert sein könnten, aber die jungen Leute verfügen über erstaunlich viel Mitspracherecht.
Der Roman erzählt ausführlich über die Zeit, als für die ältesten 4 Kinder eine passende Verbindung gesucht wird. Enttäuschungen und unglückliche, nicht standesgemäße Liebschaften kommen dabei ebenso vor, wie politisches Kalkül. Nach einigen Misserfolgen heiratet Olly im Jahre 1846 den Prinzen Karl von Württemberg und zieht mit ihm nach Stuttgart.
Persönliche Meinung:
Ich habe die Lektüre dieses Buches wirklich sehr genossen. Obwohl es in einem mir relativ unbekannten Umfeld und vor langer Zeit spielt, liest sich die Sprache angenehm flüssig und passt sich dennoch sehr gut in die damalige Zeit ein, ohne auf unpassende Weise modern zu klingen. Wenn von den Mädchen in ihren langen Kleidern geschrieben wird, musste ich immer wieder an „Sissi“ denken. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass dieser Stoff auch eine gute Grundlage für einen Historienfilm.
Die Schilderungen der Württemberger brachten mich immer wieder zum Schmunzeln. Die eher hölzern wirkenden Umgangsformen der Schwaben, die Sparsamkeit, die schwankt zwischen „Zeigen, dass man jemand ist“ und einem liebenswürdigen Geiz, beobachtet man im Alltag immer wieder, nicht zuletzt bei offiziellen Empfängen. Der Reichtum eines jeden Buffets wird sozusagen an den Brezeln gemessen.
Bisher war mir auch gar nicht bewusst, dass verschiedene soziale Institutionen von den russischen Königinnen ins Leben gerufen wurden. Wenn man in der Umgebung von Stuttgart wohnt und Kinder hat, kommt kaum um das „Olgäle“ herum, dem Kinderkrankenhaus in Stuttgart. Das heutige städtische Gymnasium „Königin Olga Stift“ wurde von Olga als Mädchenschule gegründet und Olgas Tante, Katharina Pawlowna, hat sich mit dem „Katzenstift“ (Königin Katharina Stift) und dem Katharinenhospital in den Herzen der Stuttgarter verewigt.
Fazit:
Wenn jemand gerne historische Romane hat, die man zügig lesen kann und die nicht allzu lang und verwirrend sind, dann kann ich „Die Zarentochter“ nur empfehlen. Man lernt einiges über das Leben am Hofe der Zaren und kann dabei herrlich entspannen. Dass man das Ende auf Grund der Historie bereits kennt, tut dem Buch keinen Abbruch. Die dadurch etwas fehlende Spannung wird durch viel Gefühl und wunderbare Beschreibungen von Landschaft und Palästen mehr als wett gemacht.
Rezension verfasst vor 11 Monaten (33)
Ein Roman über starke Frauen im Russland des 19. Jahrhunderts.
Sehr gut gefallen hat mir, dass der Roman größtenteils in St. Petersburg spielt. Da ich dort selbst schon gewesen bin und sogar auch den naheliegenden „Peterhof“ besichtigt habe, sind mir durch den Roman viele Sachen wieder in Erinnerung gekommen. Auch ich bin durch den Park vom „Peterhof“ bis zum Meer spaziert und fand es wundervoll. An die goldenen Brunnen kann ich mich sehr gut erinnern.
Auch wenn Olly, die 3. Geborene, im Mittelpunkt steht, sind es doch die russischen Zaren-Frauen, die mich beeindruckt haben.
Ich habe mit dem Mary, Olly, Alexandra und Adini gelacht und geweint. Petra Durst- Benning hat einen Schreibstil, der mich sehr berührt hat und mich gefesselt hat.
„Lachen, um nicht zu weinen!“ ist mir besonders im Gedächtnis geblieben und werde ich wohl auch nicht mehr vergessen!
Vorsicht, Spoiler:
Der Brief, den Olly kurz nach Bekanntgabe der Verlobung mit Prinz Karl an ihre verstorbene Schwester Adini schreibt, trieb mir wirklich die Tränen in die Augen…er beinhaltete zwar nicht viele Worte, aber das war auch nicht nötig.
Das Buch ist für mich jetzt schon einer der Lesehighlight 2011. Werde sobald wie möglich den 2. Teil lesen.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (9)
Olga Romanowa ( 1822 - 1892 ) wird als zweite Tochter des Zaren Nikolaus geboren und natürlich ist man bestrebt für sie den passenden Heiratskandidaten zu finden um die Macht am Zarenhof noch zu vergrößern. Leider verliebt sich Olga immer in unstandesgemäße Männer, die mit viel Ränke und Kalkül von Olga s Seite entfernt werden.
Nun um ehrlich zu sein ist dies auch schon der ganze Inhalt des Buches. Um die Hauptfigur Olga spielt sich natürlich das gesamte zaristische Leben ab. Leider besteht dies nur aus Langweile, Politik, Teegesellschaften und diversen Bällen, die zur Brautschau dienen. Dies lässt den Leser zwar detaillierten Einblick gewinnen in das Leben der Zarenfamilie mir war es jedoch zu langweilig. Noch ein Ball und noch ein gesellschaftliches Ereignis aber , wie bei Zaren`s zuhause, keinerlei Tiefgang.
Sicher, das Buch ist sehr routiniert geschrieben und die Autorin verleiht all ihren Figuren Persönlichkeit, jedoch konnte ich zum Beispiel Olly`s Reaktionen auf ihre eigenen Herzensangelegenheiten nicht nachvollziehen, auch wenn es eine ganz andere Welt war glaube ich nicht , dass eine Frau so reagiert.
Ich habe die geschichtlichen Fakten so hingenommen, fand sie gut verpackt und laut Autorin ist ja etwas historische Freiheit mit dabei, die allerdings sehr gut eingewoben ist. Wie schon erwähnt ist dieses Buch für Liebhaber historischer Romane bestimmt ein must have.. ich fand es eher fad durch die sich ständig wiederholende Aneinanderreihung gesellschaftlicher Ereignisse. Zu wenig Action , die ist aber meine ganz persönliche Meinung. Olga Romanova ist mit Sicherheit Person genug, dass es sich lohnt über sie zu schreiben.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (7)
Vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan
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Eine ganze Zeit habe ich keine historischen Romane mehr gelesen. In der letzten Zeit entdecke ich sie langsam für mich zurück. Als dann vor nicht allzu langer Zeit auf einer meiner Lieblingsseiten im Netz Vorableseexemplare von dem inzwischen erschienenen Buch „Die russische Herzogin“ ausgeschrieben waren, kam ich nicht umhin, mir die Leseprobe vorzunehmen. Sie sprach mich an. Leider hatte ich nicht das Glück, ein Exemplar zu gewinnen. Doch ich bohrte noch ein bisschen tiefer und entdeckte dabei, dass dieses Buch sogar schon eine Fortsetzung war.
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„Die Zarentochter“ von Petra Durst-Benning ist der erste Teil um die Geschichte der russischen Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892) und kürzlich als Taschenbuch erschienen.
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Obwohl ich sonst eigentlich ganz bodenständig bin, habe ich eine leichte Schwäche für russische Zaren-Pracht. Vielleicht liegt das daran, dass ich als Kind ein Buch mit russischen Märchen hatte, welches schnell zu meinem Lieblingsbuch avancierte oder dass wir in der Schule zwar viel über die Oktoberrevolution erfuhren, die Zarenfamilie Romanow aber permanent außen vor blieb. Jedenfalls interessierte mich das Buch schon anhand des
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Klappentextes:
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„Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892) wird als zweite Tochter des russischen Zaren Nikolaus I. geboren. In prächtigen Palästen und Residenzen wird sie zu einer zukünftigen Regentin erzogen.
Das Ziel von Zar Nikolaus ist es, seine Töchter politisch klug zu verheiraten, um die Macht Russlands zu stärken. Doch Olga weiß schon früh, dass der goldene Käfig ihr nicht genug ist. Sie findet ihre große Liebe, die sie nach Stuttgart an den Hof König Wilhelms I. von Württemberg führt, aber das politische Kalkül der Königshäuser nimmt auf Gefühle keine Rücksicht. Ein ergreifender Roman über die Liebe und das Leben – und über eine junge Frau, die allen Widerständen zum Trotz ihr Glück findet.“
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Als ich nun kürzlich wieder mal mein „kleines“ Kind zum Zug brachte und dabei ganz zufällig unserer Bahnhofsbuchhandlung einen Besuch abstattete, landete das Buch auch schon in meinem Bücherregal. Nach mehreren gelesenen Thrillern, war bei mir dringend ein Genrewechsel nötig. So blieb „Die Zarentochter“ auch gar nicht lange im SuB.
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Die Geschichte
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Dieser Roman erzählt die Geschichte der russischen Zarentochter Olga Nikolajewna Romanowa und späteren Königin von Württemberg, von der Kindheit bis zu ihrer Hochzeit. Großfürstin Olga, von allen nur Olly genannt, wächst wohlbehütet am prunkvollen russischen Zarenhof, als 3. Kind und zweitälteste Tochter, unter 7 Geschwistern auf.
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Jedes der Zarenkinder hat eine eigene Erzieherin, unterrichtet werden sie von Privatlehrern. Olly ist ein sehr intelligentes Kind, aber von Natur aus eher schüchtern. So steht sie anfangs sehr oft im Schatten ihrer schönen älteren Schwester Mary, die stets im Mittelpunkt stehen will und ihre Eltern um den Finger wickelt. Manch Angestellter, der Mary doch ein bisschen in ihre Schranken verweisen wollte, musste das leider bereuen.
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Von den Sorgen und Nöten des einfachen Volkes fern gehalten, werden auch Freundschaften der Zarenkinder mit Untergebenen von der Zarenfamilie stets schnell und kompromisslos unterbunden. Und doch erkennt gerade Olly sehr früh, dass der Not unter der Bevölkerung entgegen gewirkt werden muss. Mit Hilfe ihrer neuen Zofe arbeitet sie darauf hin, später mal einen reichen und einflussreichen Mann zu heiraten, damit sie den Armen helfen kann.
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Zunächst muss jedoch erst einmal ein geeigneter Ehemann für ihre ältere Schwester Mary gefunden werden. So wird diese in die Gesellschaft eingeführt und wie ein Paradepferd den europäischen Königshäusern angepriesen. Der Mann, den Mary dann letztendlich heiratet, ist zwar von Adel, aber keineswegs standesgemäß. Mary hat jedoch, als Lieblingstochter des Zaren, ihren Willen wieder einmal durchgesetzt.
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Zarewitsch Sascha, der Erstgeborene und spätere Thronfolger muss sich ebenfalls in das Hochzeitskarussell begeben. Bei ihm ist der Zar jedoch zu keinerlei Kompromissen bereit. Die Hofdame, an die er sein Herz bereits verloren hatte, wird fortgeschickt. Akzeptiert wird nur eine Eheschließung, die die Macht Russlands stärkt. Genau das wird auch Olly erwartet…
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Für mich war „Die Zarentochter“ nach der kurzen Begegnung mit der Leseprobe von „Die russische Herzogin“ mein erster Lesekontakt mit der Autorin
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Petra Durst-Benning.
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Grund genug, um mich auch über die Schreiberin ein bisschen im Netz zu informieren. Die 1965 geborene Baden-Württembergerin lebt mit Mann und Hund südlich von Stuttgart auf dem Land. Sie ist staatlich anerkannte Wirtschaftskorrespondentin und Übersetzerin. Nach ihrer Ausbildung begann sie zunächst mit dem Schreiben von Sachbüchern. 1996 veröffentlichte sie ihren ersten historischen Roman. Mittlerweile sind da noch einige hinzu gekommen. Mehr über die Autorin und ihre Werke kann man auf ihrer Fan-Forum-Seite im Netz unter durst-benning.de nachlesen.
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Auch zum Buch gibt es eine eigene Website (die-zarentochter.de). Dort kann man viel über die Recherchen der Autorin und allerlei drum und dran erfahren.
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Eindrucksvoll
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Mit ihrem flüssigen und sehr detailreichen Schreibstil zog mich die Autorin ganz schnell in ihren Bann. Sie ließ mich am prunkvollen Leben der Zarenfamilie teilhaben und die Protagonisten wirkten auf mich sehr lebendig. Verwundert hat mich, dass die Zarenkinder ihre Muttersprache russisch erst mühsam erlernen mussten, weil am Hof fast ausschließlich französisch gesprochen wurde. Damit erklärten sich aber auch, die so wenig russisch klingenden Kosenamen der Zarenkinder – wie Mary, Olly und Adini.
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Die zahlreichen Bälle und Festivitäten konnte ich mir durch die bildhaften Beschreibungen von der Ausstattung der Säle, bis hin zu Kleidern und Frisuren, bestens vorstellen. Aber auch die Landschaft, den Winter in St. Petersburg oder die Weißen Nächte – ich kenne sie zwar nur von Bildern und Dokumentationen – waren Kopfkino pur.
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Den Anmerkungen der Autorin zum Ende des Romanes konnte ich entnehmen, dass viele der von ihr neu in Worte gefasste Geschehnisse auf wahren Begebenheiten basieren, einige historische Fakten jedoch mit schriftstellerischen Freiheiten vermischt wurden. Letzteres hat die Autorin jedoch so gekonnt hinbekommen, dass es auf mich durchaus real wirkte.
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Nicht ganz realistisch wurde die wahre Not unter der Bevölkerung Russlands zu dieser Zeit dargestellt. Es wurde zwar immer wieder von Aufständen gesprochen, die der Zar mit seiner Armee niederschlagen musste. Dies geschah jedoch jeweils nur aus Sicht der Zarenfamilie, die sich meiner Meinung nach, das wirkliche Maß der Zustände, weswegen sich das Volk erhob, überhaupt nicht vorstellen konnte.
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Aber darum ging es in dem Roman „Die Zarentochter“ letztendlich ja auch gar nicht. Im Mittelpunkt stand Olly und ihre Entwicklung vom schüchternen, in sich gekehrten Kind zu einer schönen und offenherzigen, intelligenten jungen Frau, mit aller Freude und allem Leid. Und dafür, dass ich mich bei diesem Roman doch bestens unterhalten habe, vergebe ich mit 4 guten Sternen eine positive Wertung.
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Die Fortsetzung „Die russische Herzogin“ werde ich in jedem Fall auch lesen. Allerdings warte ich da aus Kostengründen auch auf die Taschenbuchausgabe.
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Eine Leseprobe zum vorgestellten Buch findet z. B. unter folgendem Link:
http://bilder.buecher.de/zusatz/26/26380/26380653lese1.pdf
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Ullstein Taschenbuch Verlag 2010
ISBN 978-3-548-28278-7
419 Seiten
Als Taschenbuch für 9,95 € überall im deutschen Buchhandel erhältlich.
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Wer natürlich Hardcover bevorzugt, die gebundene Ausgabe, die bereits 2009 bei List erschien, ist für 19,90 € zu haben.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (10)
Das Leben der Großfürstin Olga Romanowa, der späteren Königin von Württemberg ist Thema dieses wundervollen Romans von Petra Durst-Benning.
Ich konnte miterleben, wie Olga sich von einem dreijährigen Kind zu einer wunderschönen und intelligenten jungen Frau entwickelt. Ich konnte mich mit ihr freuen über die kleinen Dinge des Lebens und mit ihr trauern, um ihre Schwester Adini, um verpasste Chancen. Der Roman ist sehr einfühlsam geschrieben, wie ein langer ruhiger Fluss hat er mir die Lesestunden versüßt. Ich bin versunken in der blumigen Sprache, die so gut zu dieser überlieferten Geschichte passt. Die historischen Figuren wurden lebendig vor meinem inneren Auge, auch wenn sich die Autorin einige schriftstellerische Freiheiten herausgenommen hat. Es sollte ja auch keine Biographie werden, sondern ein Roman, der unterhält. Und das ist hier ausgezeichnet gelungen! Ich freue mich schon sehr auf Fortsetzung.










