Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Nummer 9
Die Knie sind wund und blutig. Die Schwärze tief durchtränkt von Angst und Beherrschung. Es ist ein Albtraum in dem Marlene aufwacht. Aber wie ist sie hier hineingeraten?
Das Buch
Marlenes Leben ist sehr gewöhnlich. Zu gewöhnlich, wie sie findet. Ihre einzigen Aufgaben sind es sich um dem Haushalt zu kümmern und die Kinder zu hüten, wobei diese mittlerweile auch schon alt genug sind. Sie kommt sich einfach unnütz vor. Ohne Aufgabe tümpelt sie durch das Leben, einzig mit der Sicht auf das nächste Frühstück mit ihren drei Freundinnen. Während diese Marlene mit ihrem Kummer plagen und über ihre Ehemänner lästern, hat Marlene nichts zu beklagen. Doch tief in ihrem Herzen ist sie unglücklich. Unglücklich darüber nicht gebraucht zu werden – bis zu der Lesung mit Heidrun Merz, welche aus Monas Tagebuch liest. Das Buch sorgt schließlich für reichlich durcheinander bei den Freundinnen und ihren Familien. Doch auch die Außenwelt bleibt nicht verschont. Stille Stimmen werden laut und auf einmal erwacht Marlene mit Schrammen und Wunden in völliger Finsternis. Wer hat sie in dieses Unheil gerissen?
Fazit
Schockierend, zermürbend, spannend und schaurig – mit diesen Erwartungen hört oder liest man "Der Frauenjäger" von Petra Hammesfahr, wenn man auf dem Klappentext liest:
„Keiner weiß, dass es ihn gibt. Niemand hat die Zeichen erkannt, niemand die Frauen gefunden. Frauen, die seiner Meinung nach Parasiten sind, die sich von ihren Männern aushalten lassen und sie betrügen.“
Im Endeffekt trifft es diese Erwartungen nicht direkt. Spannend ist das Buch auf jeden Fall. Da das Motiv des Täters allerdings schon bei der Beschreibung erwähnt wird, schiebt sich die Frage nach dem “Wer” in den Vordergrund. Sicherlich finden Überlegungen beim Lesen statt, doch leider ist die Geschichte in vielerlei Hinsicht vorhersehbar. Dennoch ist "Der Frauenjäger" keine schlechtes Buch. Es ist spannend und vor allen Dingen unterhaltend. Der Spannungsbogen ist durchaus vorhanden, allerdings ist er wesentlich flacher, da das Ende letztlich dem Erahnten entspricht. Dies lässt den Hörer leider etwas enttäuscht zurück.
Pluspunkte sammelt Hammesfahrs Buch durch die abwechslungsreiche Erzählung. Während Abschnitte aus der Gegenwart erzählt werden, während Marlene gefangen ist und um ihr Leben kämpft, wird die Geschichte zeitgleich rekapituliert. Wie ist Marlene in diese Situation geraten? Warum wird ausgerechnet sie Opfer eines solch schrecklichen Schicksals? Wer hat ihr dies nur angetan?
Beim Hören wird die Stimmung insbesondere durch Andrea Sawatczki hervorgehoben. Die Sprecherin verleiht der Handlung eine gewisse Brisanz und Spannung. An den passenden Stellen sorgt sie für die richtige Dramaturgie, während zu anderen Zeitpunkten eine sorgenvolle, ruhige Stimme das Geschehen prägt. Eine männliche Stimme wäre insbesondere bei den Sequenzen spannend gewesen, in denen Marlene gefangen gewesen ist. So hätte es den Anschein gemacht, als ob der Täter von Marlenes Suche nach der Freiheit berichtet. Dennoch macht Sawatczki ihrem Namen wieder einmal alle Ehre.
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