Handlung:
Die junge Witwe Marysa Markwardt führt seit dem Mord an ihrem Ehemann ein relativ selbstbestimmtes Leben. Sie hat sich im Reliquienhandel einen Namen gemacht und meistert ihr Leben hervorragend ohne Mann.
Dennoch macht ihr, ihr Vetter Hartwig das Leben schwer. Nicht nur, dass er versucht durch einen "passenden Ehemann" für Marysa ihrer Werkstatt habhaft zu werden - nein er versucht sie auch bei einem hohen Geistlichen zu diskreditieren, der ihr aufgrund ihrer guten Arbeit einen lukrativen Auftrag zukommen lässt.
Selbstverständlich ist Marysa sich im klaren darüber, dass sie die Werkstatt ohne ihren verstorbenen Mann bzw. einen neuen Meister höchstens zwei Jahre alleine führen darf, bevor ihr die Werkstatt von der Zunft abgesprochen wird.
Marysa steht unter Zeitdruck, der Zeitpunkt rückt immer näher und doch wehrt sie sich verbissen gegen eine neue Heirat. Zu tief sitzt die Angst, dass es ihr in der neuen Ehe genauso ergehen wird wie in der alten mit Meister Markwardt.
Dann plötzlich taucht Bruder Christophorus auf und mit ihm ein neuer Schicksalsschlag für Marysa´s Familie. Ihr Stiefvater Bardolf Goldschläger, welcher die Goldarbeiten in der neuen Chorhalle im Aachener Dom übernommen hat, wird angeklagt und verhaftet.
Wieder arbeiten Marysa und Christophorus zusammen und wieder tappen sie im Gewirr aus Lügen und Intrigen für lange Zeit im Dunkeln.
Langsam - ganz langsam können die beiden ein paar der Fäden entwirren und stellen damit schnell eine Bedrohung dar.
Denn die Verschwörung reicht bis in die höchsten Kreise und ist lange nicht mit ein paar Sabotage-Anschlägen der verschiedenen eifersüchtigen Meister untereinander abgetan wie es zu Anfang scheint.
Marysa und Christophorus schweben in Lebensgefahr.
Fazit:
Durch das leichte und flüssige lesen überzeugt dieser Roman genauso wie sein Vorgänger. Für mein Befinden ist er aber dennoch besser als der vorherige, obwohl dies schwer zu erzielen war.
Marysa und Christophorus, aber auch Jolánda und die anderen Charaktere sind wundervoll lebendig beschrieben und wachsen dem Leser schnell ans Herz.
Auch der Schreibstil der Autorin überzeugt, sie versteht es den Figuren Leben einzuhauchen und jedem Charakter eine Eigenheit mitzugeben.
Wie beim Vorgänger dieses Buches spielt auch diese Geschichte wieder im mittelalterlichen Aachen.
Diesmal widmet sich die Autorin dem Aachener Dom, bzw. der Chorhalle desselbigen, welche sich zu dieser Zeit der Geschichte im Um-/Aufbau befand.
Spannend bis zum Schluß bereitet das Buch Lesevergnügen pur!
Bei einem Krimi ist mir persönlich besonders wichtig, dass ich mitraten und selbst versuchen kann das Rätsel zu lösen. Und genau das ist bei diesem Roman der Fall.
Zum besseren Verständnis sollte man aber doch den ersten Band dieser Trilogie gelesen haben. Für die Geschichte selbst ist es eigentlich nicht so sehr von Bedeutung, aber um die Beziehung von Marysa und Christophorus untereinander besser nachvollziehen zu können empfiehlt es sich doch.
Wieder hat die Autorin ein mittelalterliches Rezept hinzugefügt, das Rezept der "Heidnischen Kuchen" um genau zu sein.
Und um nicht zu vergessen, die kurzen Textpassagen im Buch von mittelalterlichen Liedern zeugen von Marysa´s Liebe zur Musik.
Kurz hat die Autorin auch die relevanten historischen Fakten hinzugefügt welche in dem Buch eine Rolle spielen.
Sehr schöner zweiter Teil der Aachen-Trilogie und uneingeschränkt weiter zum empfehlen!