Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Philip Kerr hat schon mehrfach durch ungewöhnliche und originelle Krimi- und Thrillerideen überrascht, zuletzt mit "Das Janusprojekt". Darin machte Privatdetektiv Bernie Gunther - selbst in Schuld verstrickt - Jagd auf Naziverbrecher im traumatisierten und zerstörten Nachkriegsdeutschland.
In seinem neuen Buch "Das letzte Experiment" befindet sich Gunther im Jahr 1950 in Buenos Aires. Er soll für die argentinische Geheimpolizei ein Mädchen finden und wird - wen wundert es in diesem Jahr an diesem Ort - erneut in die Machenschaften gefährlicher Naziseilschaften hineingezogen. Er entdeckt in der Wüste geheime Lager und die geschickt gewebte Story endet in einem Wettlauf mit der Zeit.
Ein Buch für Freunde spannender Literatur mit einem gut recherchierten historischem Hintergrund. Für mich (geboren 1962) bietet dieses Buch (wie das Vorgänger-Buch) eine klare Aussage: Fast jeder Deutsche war unmittelbar nach 1945 in irgendeiner Weise verstrickt gewesen. Verstrickt in Antisemitismus, Kriegslust, Kriegsverbrechen, Unterdrückung Andersdenkender, Deportation, Ausgrenzung, Mord oder Unterstützung zum Mord. Irgendeinen Dreck hatte fast jeder an der Seele. Und viele hatten gar keine Seele mehr. Das drückt Kerr überdeutlich aus.
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