Leser-Rezension zu „Der zweite Engel” von Philip Kerr
am 19.01.2010
Fußnoten! Ich seh nur Fußnoten!
Ganz richtig, alle paar Seiten nerven einen oft elendig lange Fußnoten, die weder die Handlung vorantreiben noch wichtig zum Verständnis der Geschichte sind.
Sie hemmen nur den Lesefluss.
Wenn ein Autor Fußnoten in dieser Zahl angibt, war er einfach zu faul, sie schlüssig in die Geschichte einzubinden. Zu faul oder zu eitel. Terry Pratchett ist der einzige, dem ich Fußnoten verzeihe, weil sie meistens witzig sind, aber selbst seine nerven manchmal.
Als wäre die eine Lesebremse nicht genug, langweilt zwischendurch philosophisches Geschwurbel. Vielleicht hatte Kerr den Anspruch, mehr als "nur" einen Thriller zu schreiben, aber da sage ich als Leser: unterhalte mich gefälligst!
Dabei ist die Geschichte an sich recht originell und spannend, aber die Negativpunkte verhindern eine höhere Wertung.
Die Handlung: Ein Virus dezimiert die Menschheit im Jahr 2069, gesundes Blut ist teuer, folgerichtig können sich nur Gutbetuchte die zur Behandlung notwendigen Bluttransfusionen leisten. Als die Tochter eines Repräsentanten des Systems erkrankt, muss dieser seine Haltung zu eben jenem System überdenken und ist letztlich gezwungen, das Gesetz zu brechen, um das Leben seiner Tochter zu retten. Denn ihm fehlen plötzlich alle finanziellen Mittel, weil... tja, selber lesen. Oder auch nicht. Aus den angegebenen Gründen.
Tipp: Zumindest die Fußnoten überlesen, man verpasst nichts und kommt in den Genuss eines durchschnittlich guten Science-Fiction-Thrillers, kein Überflieger, aber ok.
Kommentare zu dieser Rezension
evilein vor 1 Jahr
zu Deinem tip : genau das mach ich von Anfang an - die Fussnoten les ich nicht und bis jetzt blick ich trotzdem noch durch. Danke für den Hinweis ! LG Evi


