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Alle anzeigenSV
Vor 4 Jahren
(52)Keinen Moment
wirds langweilig mit diesem Buch, trotz der 1000 Seiten und der Tatsache, dass es eine Biografie ist.
Es gibt keine lange, öde Kindergeschichte, sondern einen Bericht vom Aufwachsen in den Fünfzigerjahren, lebendig und bilderreich, vom allmählichen Entdecken des eigenen Lebenszieles beim jungen John: Rock'n'Roll!
Da stehen sicher neue Fakten drin, die Rolle des Vaters wird neu bewertet, die leicht verworrenen Familienverhältnisse – für die Fans interessant, für andere Leser, die weniger Vorwissen haben, die weniger als Freunde von John Lennon, Beatlesinteressierte lesen, gibt das ein interessantes Bild einer Zeit, von der man denkt, da wären die Regeln strenger gewesen, die Verhältnisse eindeutiger. Erst später, mit verursacht möglichweise von den Beatles, in den Sechzigerjahren, wär auch familiäres Durcheinander immer größer geworden und jetzt ist die Patchworkfamilie nichts Ungewöhnliches mehr.
Die Regeln mögen strenger gewesen sein aber, wie fast immer, die Realität hält sich wenig an die Regeln.
Natürlich die Zeit in Hamburg wird ausführlich geschildert – wie haben die das nur ausgehalten, denkt man, so stark war der Wunsch und der Wille Musik zu machen, vielleicht war ein nicht unwichtiger Nebengrund: jede Menge Mädels.
Die bekannten Stationen der Beatles-Geschichte werden ausführlich geschildert, Yoko Ono wird anständig behandelt – vielleicht einer der großen Vorzüge dieses Buches: die Leute werden anständig behandelt.
Yoko Ono hat, nachdem sie lange bereitwillig Auskunft gegeben hat, am Ende ihre Zustimmung zurückgezogen – zu Unrecht, denk ich.
Normann verschweigt nicht die unschönen Seiten an John Lennon und all dem was er getan hat, aber er mag ihn, er ist nicht bösartig, nicht hämisch, nicht abwertend und er ist kein hilfloser Bewunderer.
Ich hab selten eine ähnlich gute Biografie gelesen, noch dazu über jemand, der mich schon mein ganzes Leben lang begleitet.
paroles
Vor 2 Jahren
Dieser Einschätzung stimme ich voll zu. Der Detailreichtum der Darstellung, die differenzierende, abwägende Haltung des Autors bringt die Fairness gegenüber allen Personen hervor. Der Schreiber breitet sein Material aus und erlaubt dem Leser eigene Schlussfolgerungen und das Erkennen von Zusammenhängen. Großartig auch, wie die Entwicklungen in Gesellschaft und Kultur deutlich werden.
Und was mir noch wichtig ist: Ich kann auf diesem Hintergrund die Musik und die Lyrics der Beatles und von J.L.noch besser verstehen und genießen. Habe übrigens parallel zur Lektüre mir immer die entsprechenden Filme auf you tube angesehen, was ich nur empfehlen kann. Noch eine Buchempfehlung (möglw. nur noch antiquarisch): J. L., Gimme some Truth, Das komplette John Lennon - Songbook, Verlag Pendragon, Bielefeld 1990.
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