Leider muss ich sagen, dass etwas Zeit vergangen ist, seit ich den 1. Teil dieser Trilogie (Der Goldene Kompass) gelesen habe. Nun bin ich von dem 2. Teil jedoch wirklich beeindruckt und noch begeisterter als zu der Zeit, zu der ich den 1. Teil gelesen habe. Es ist ganz unmöglich sich nun dem 3. irgendwie zu entziehen.
Zum Inhalt: Wills Vater verschwand vor 10 Jahren auf einer Expedition im hohen Norden. Plötzlich werden Will und seine Mutter von einigen Männern bedroht und Will flieht durch ein kleines Tor in eine andere Welt. In dieser Welt begegenet ihm Lyra, die ihn mitnimmt, zu einer großen Reise, in der sie gegen die höchsten Mächte der Welt kämpfen müssen.
Zuerst einmal vorweg: Lyra ist auch weiterhin der Hauptcharakter der Geschichte. Ich war deswegen etwas besorgt, da ich sie aus dem 1. Teil sehr mochte und die Einführung einer neuen Hauptfigur immer skeptisch aufnehme. Will jedoch kommt gut zur Geltung und bietet eine sehr hilfreiche Unterstützung für Lyra. Sie lernen sich außerdem sehr schnell kennen, sodass der Leser sich schon nach kurzem lesen wieder "heimisch" fühlen kann.
Was ich beim ersten Teil noch kritisiert hatte, waren die vielen langen Beschreibungen und Abschweifungen, die das Buch teilweise in ein echtes Spannungstief gestürzt haben. Diese Tiefs konnte ich auch hier wieder erkennen, allerdings in ganz anderem Ausmaß. Das magische Messer ist viel schneller und auch spannender geworden, sodass diese Abschweifungen wirklich nur noch sehr wenig Platz finden. Der 2. Teil kommt mir damit insgesamt etwas besser vor als der 1. und macht wirklich Lust auf das letzte Buch.
Für die Erklärung von Staub, spielt auch Physik und Wissenschaft im Allgemeinen wieder eine Rolle. Man sollte sich jedoch nicht abschrecken lassen, von den etwas längeren Erklärungen, die in diesem Buch ebenfalls ihren Platz finden. Ich habe von so etwas keine Ahnung, hab die Passagen aber einfach mitgelesen und als solche akzeptiert. Hier fiel die Spannung natürlich für mich, aber dem Autor muss man hier zugute halten, dass die Erklärungen kurz gehalten sind und so auch die ganz Ahnungslosen, wie ich, damit leben können. Außerdem empfand ich das 1. Buch in dieser Hinsicht ebenfalls als schlechter, dort waren die genauen Beschreibungen doch wesentlich häufiger und auffallender.
Noch ganz kurz: auch der 2. Teil endet mal wieder unglaublich offen, sodass ich jedem nur empfehlen kann, den 3. sofort bereit zu haben, denn ein abgeschlossenes Ende, wird man hier nicht finden.
Insgesamt ist diese Trilogie einfach lesenswert. Wenn sie auch nicht für jeden gut genug sein mag um sie zu kaufen, ausleihen sollte man sie auf jeden Fall einmal. Allein schon die immer wieder auftauchende Kritik an dem Verhalten der Mächte ist so gut gelungen, dass diese Trilogie zu etwas besonderem wird.
Der mittlere Band hat mich auf jeden Fall überzeugt und somit hoffe ich nun einfach, dass auch der 3. Teil Das Bernstein-Teleskop, welcher hier schon bereit liegt, wieder so spannend und unterhaltsam wird.