Leser-Rezension zu „Jedermann” von Philip Roth
am 28.10.2010
Was von dem Buch \"Jedermann\" bleibt ist der einprägsame Satz: \"Das Alter ist kein Kampf; das Alter ist ein Massaker.\"
Das Buch beschreibt das Leben eines namenlosen Mannes aus New York, der nach drei gescheiterten Beziehungen, drei Kindern und einigen körperlichen Gebrechen langsam aber sicher seinem Ende entgegensieht. Das Buch beginnt mit dem Tod: im noch relativ jungen Alter von 73 stirbt der Mann während einer Herzoperaration; als hätte er das Ende geahnt besucht er kurz vorher noch die Gräber seine Eltern auf dem Friedhof, auf den er selbst bald liegen wird und nimmt Abschied vom Leben.
Roth schreibt nüchtern und unsentimental und hält dem Leser sehr deutlich vor Augen, dass der Mensch in Grunde nur ein Lebenwesen ist, das sich nach einer gewissen Zeit auf Erden verabschiedet und im besten Fall in der Erinnerung der eigenen Kindern weiterleben darf.
Ein Buch das zum Nachdenken anregt und von depressiven Zeitgenossen eher gemieden werden sollte.

