Leser-Rezension zu „Mein Mann, der Kommunist” von Philip Roth
am 8.06.2010
Anhand seines Protagonisten Ira Ringold schildert Roth die U.S.A. in der Zeit der McCarthy – Ära. Dabei beweist er wie selbst in einer gestandenen und gefestigten Demokratie sich Unterdrückung und Diskriminierung entwickeln können und dadurch das Leben eines Einzelnen aus den Bahnen geworfen wird. Roth verdeutlicht so, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern politisches Handeln immerfort kritisch betrachtet werden muss. Denn nicht alles was nach Aussage der politisch Verantwortlichen zum Wohle der Demokratie und der Freiheit ist, sollte blauäugig als Wahrheit hingenommen werden. Doch damit ist die Tiefe dieses Werkes noch nicht ansatzweise geschildert, so deckt Roth versteckten Antisemitismus auf, berichtet von Machtkämpfen des ehelichen Alltags oder über den wahnsinnigen Wunsch nach Ruhm, Geld und Anerkennung. Dieser Roman ist ein Meisterwerk, welchem keine Rezension gerecht werden kann. Da die Fülle, der Stil und die Handlung den Rahmen sprengen. Überreicht diesem Roth endlich den Nobelpreis!

