Leser-Rezension zu „Sabbaths Theater” von Philip Roth
am 31.08.2009
Ein altes, zynisches Ekelpaket wird vom Selbsthass geplagt. Mickey Sabbaths beste Jahre liegen lange hinter ihm und er denkt oft an die Zeit zurück, als er mit der talentierten Schauspielerin Nicki zusammen war und freche Straßentheater aufführte, mit denen er damals noch das Aufsehen der Öffentlichkeit erregen konnte. Daß Nicki eines Tages spurlos verschwand, lässt ihn bis heute nicht los, ebensowenig der Tod seines heldenhaften Bruders im Krieg. Seitdem, scheint's, rettet sich der sexbesessene Maniac von einer verbotenen Affäre zur nächsten, während seine Ehe mit Roseanna in Scherben liegt. Soll er versuchen, alles noch einmal gut zu machen oder lieber die Vorstellung beenden?
Im Nachhinein ist es interessant, wie sehr die Hauptperson noch immer mit Erinnerungen behaftet ist, die zig Jahre zurück liegen. Sabbaths zynische Reden hätten von mir aus etwas öfter auftreten können, denn die waren ganz lustig. So richtig konnte ich mich nicht mit ihm identifizieren, da seine Beweggründe mir nicht immer ganz klar waren, vielleicht liegt's auch am Alter.

