Leser-Rezension zu „Der Junge, der in den Büchern verschwand” von Philippe Claudel
am 25.11.2011
„Liebe dich, wie du bist, liebe die anderen, wie sie sind.“
Dieser eine Satz hat mich besonders in dem Buch beeindruckt, weil etwas Wahres daran ist. Als Kind sieht man noch alles unschuldig mit Kinderaugen, als Erwachsener aber ist man zu voreingenommen von Dingen, die man schon erlebt hat. Dann denkt man, dass Dinge, die vorher schon schlecht liefen, auch noch schlecht laufen werden, wenn sie wieder passieren. Philippe Claudel hat ein Buch mit Geschichten geschrieben, das zum einen amüsiert, zum anderen aber auch zum Nachdenken anregen. Der Satz von oben stammt aus der Geschichte „Der kleine graue Esel, der weiß werden wollte“. Eine sehr süße Geschichte, in der aber auch sehr viel Wahres verborgen ist. Es geht um einen Esel, der nicht mehr grau sein möchte und alles dafür tut, um weiß zu sein. Als er es schafft und denkt, dass alle seiner Meinung sind, wird er eines Besseren belehrt und kommt zu dem Schluss, dass es doch gar nicht so schlecht ist, als Esel grau zu sein.
Die vielen kleinen und kurzen Geschichten sind etwas für zwischendurch. Es lohnt sich, sie zu lesen. ;)

