Leser-Rezension zu „Die grauen Seelen” von Philippe Claudel
am 1.02.2010
Frankreich 1917. Ein Ort, nur wenige Kilometer hinter der Front. Fast geht das Leben seinen normalen Gang, wären da nicht der ständige Kanonendonner und die Soldaten, die auf dem Weg zur Front voll Tatendrang durch den Ort marschieren und verwundet, verkrüppelt oder tot zurückkommen. An einem kalten Dezembertag wird die Leiche der jüngsten Tochter des Gastwirts, von allen nur Belle de Jour genannt, in einem Bach gefunden. Wie eine Skizze nur, mit wenigen Worten erschafft Philippe Claudel eine Welt, so real und bedrückend. Mit vollkommenen Unmenschen und unschuldigen Wesen wie Belle de Jour. Und den anderen Beteiligten, die alle auf die eine oder andere Art Schuld auf sich geladen haben, den grauen Seelen.

