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Alle anzeigenPiaZiefle
Vor 1 Jahr
Heute geht es los mit der Leserunde zu "Suna", meinem ersten Roman.
Wo gehen wir hin, wenn wir nicht wissen, wo wir herkommen?
Das ist die zentrale Frage in meiner Geschichte um Luisa, die Nacht für Nacht mit ihrem wachen und aufmerksamen kleinen Kind im Arm durch das schlafstille Haus geht.
Da sind deutsche Adoptiveltern und eine serbische Mutter, eine Schwester, und irgendwo auch ein unbekannter türkischer Vater.
Da ist ihre eigene kleine Familie mit Tom und einem kleinen Sohn - und diesem Kind, das niemals schläft.
"Sie kann keine Wurzeln hier schlagen" sagt der alte Dorfarzt und macht deutlich, dass Luisa sich um ihre kümmern muss, damit das Kind zur Ruhe kommen kann.
Luisa macht sich auf den Weg, und erzählt uns und ihrem Kind in sieben Nächten, was sie gefunden hat. Sogar ein kleines Wunder kommt darin vor.
Der Ullstein Verlag stellt 25 Exemplare von "Suna" zur Verfügung, die ich unter all denen verlosen darf, die sich bis zum 17.3. zur gemeinsamen Leserunde anmelden.
Mehr über "Suna" und mich findet Ihr auf www.piaziefle.de (dort findet Ihr einen Buchtrailer und es sind schon einige Rezensionen verlinkt), und eine mitternächtliche Lesung aus dem ersten Kapitel gibt es hier bei youtube http://www.youtube.com/watch?v=CIN76Dbs4CM
halbbluthobbit
Vor 1 Jahr
Seit "Suna" in den Blogs von Isa Bogdan und der Textzicke so gut besprochen worden ist, würde ich es auch sehr gerne lesen, zumal ich das Denkding-Blog schon eine Weile verfolge (damals waren Sie noch Frau Stricktier, Frau Ziefle!). Deswegen bewerbe ich mich jetzt einfach mal auf gut Glück und hoffe das Beste (:
PiaZiefle
Vor 1 Jahr
Ausgewählter Beitrag
Nina79
Vor 1 Jahr
Fragen an die AutorinMichaela_Krug schreibt:
nur eine kurze Bemerkung oder besser Frage ... gerade beim Bügeln gekommen ... Ja es sind die Mütter, über die fasst jeder Erzählstrang funktioniert, wie Du im Abschnitt über das "Cover" schreibst ..., aber es sind auch die Väter, die immer „spürbar“ abwesend sind, nie umkommentiert abwesend Albrecht, der sich so lebenslustig anhört, leider zu früh stirbt Johannes, der seinen Vater nie kannte und ebenfalls auf seine Art ein abwesender Vater wird Magdalenas Vater, abwesend als Soldat und abwesend als Vater, da er niemals wieder richtig in der Nachkriegsgesellschaft ankommt. Andrusch - der auf dem Weg zum Vater werden einen schlimmen Unfall hat, zurückkommt ins Leben, aber nie mehr mit der Kraft, die er hatte Kamils Vater stirbt ebenfalls gewaltsam, abwesend Julkas Vater kommt mit dem Tod seiner Frau nicht zurecht, fängt an zu trinken, ist für seine Kinder nicht mehr erreichbar, ist aber zuvor ein Geschichtenerzähler, der seine Tochter auf eine ganz besondere Weise liebt. Tom, der einzige anwesende und lebensfähige Vater Was hält diese Männer als Väter vom Leben ab? Ist es die Gesellschaft, die mit ihren Bildern und Vorstellungen von Männern, diese gewaltvollen Geschichten heraufbeschwört? Es würde mich total interessieren, was Deine Ideen waren?
Das ist eine sehr gute Beobachtung! Ich habe das während des Lesens die ganze Zeit mitgeschnitten, es war mir aber gar nicht so deutlich bewusst bis ich Deinen Kommentar las. Ich komme selbst auch aus einer solchen Familie mit vielen abwesenden Männern, Vätern, Brüdern, Söhnen... Die Brüche des 2. Weltkrieges ziehen sich da durch ganze Familienbiographien.
@PiaZiefle
Mir wird immer plausibler, dass Luisa diese "dünne, unsichere" Stimme hat. Und ich sehe das inzwischen eigentlich als sehr gelungenes sprachliches Mittel, um das Neuland zu beschreiben, auf dem sie sich (noch) befindet. Danke für Deine Gedanken und Erkärungen dazu! Ich habe das Buch damit wirklich nochmal ganz anders überdacht und verstanden!
PiaZiefle
Vor 1 Jahr
Fragen an die Autorin
sehr spannender Gedanke - und er zieht sich weiter in das Bild, das wir von Familie haben und findet sich wieder in den Kämpfen ums "richtige" Leben, und darum, warum in so vielen Debatten um Rollenbilder und Familienleben so wenig Toleranz herrscht. Vielleicht gibt es da einen Schmerz, der es verhindert, den anderen mit seinen von einem selbst verschiedenen Lebensentwürfen stehenlassen zu können?
Ich lese gerade "Danke, emanzipiert sind wir selber" von Kristina Schröder und finde darin eine ganz gute Analyse der Ist-Situation, (ob sie eine Erklärung anbietet, weiß ich noch nicht, so weit bin ich noch nicht), aber ich bin immer wieder irritiert darüber, wie wenig Raum wir (mich eingeschlossen, ich bin da auch nicht gefeit vor) den anderen lassen können. Warum "das Fremde" eine solche Bedrohung darstellt - damit meine ich nicht einmal das wirklich Unbekannte wie eine andere Kultur, sondern schon den Nachbarn, der erstaunlicherweise damit leben kann, seinen Vorgarten eben nicht mit der Nagelschere zu schneiden.
Magdalenas Vater steht für eine Generation, so habe ich auch gedacht, ich bin bei meinen Recherchen auf sehr viele "Gustav"-Figuren in den Biografien gestoßen, aus denen später sehr viele "Magdalena"-Figuren gewachsen sind. Unter Umständen hat der Geburtenrückgang in meiner Generation (und noch ein bisschen älter) noch ganz andere Gründe als nur wirtschaftliche....
Michaela_Krug
Vor 1 Jahr
Fragen an die Autorin
Ja, das Fremde von nebenan ist sicher die größte Herausforderung für uns alle. Meistens denke ich, dass es im Grunde das Fremde in uns ist, was wir nicht integrieren wollen, nicht integrieren können, weil es so weh tut. Und das ist letztlich dieser Schmerz, von dem Du sprichst, der es verhindert, den anderen einfach anders sein zu lassen mit seinen Lebensentwürfen, weil wir selbst in uns nicht wirklich Position beziehen können - warum auch immer.
"Suna" ist auch und gerade hierfür eine tolle Geschichte (Du merkst, ich mag Dein Buch :) ... Sich zunächst einen überschaubaren dörflichen Raum zu suchen, der die bedrohliche Welt vermeintlich fast ausschließt. Doch der Schmerz sitzt ja nicht im Außen, sondern in uns. Mit der Hilfe des nie schlafenden Kindes muss sich Luisa ganz öffnen, für sich, für ihre Geschichte - im Grunde mit den Augen des Kindes - unvoreingenommen. Das tut einerseits weh, aber gerade in der Öffnung, die mit dem Erzählen eintritt, ist es doch möglich, die ganze Welt in sich aufzunehmen und den unterschiedlichsten Sichtweisen ihren Raum zu geben ... "wie federleicht die schwersten Entscheidungen (werden), wenn man lernen kann sie anzunehmen, als das was gewesen ist. Frei von Schuld."
Dann kann das Herz wachsen und ist groß genug in Toleranz das ganz eigene Leben zu leben.
Wahrscheinlich ist das einer der größte Aufgaben unserer Generation, der, die jetzt Kinder haben, meine ich. Die alten Rollenbilder funktionieren nicht mehr in der Ungebrochenheit, (haben sie vielleicht auch nie) und wir können, müssen, dürfen neue Modelle finden, eine Vielheit nicht als Bedrohung sondern als Bereicherung annehmen.
xoxoJade
Vor 1 Jahr
Fazit und Rezensionenich bin jetzt auch endlich fertig, was zu den einzelnen leseabschnitten schreib ich gleich noch(nicht, dass ich da was durcheinander bringe) & rezi folgt auch noch, aber ich wollte vorher noch loswerden, dass ich das buch so unglaublich 'schön' finde, es ist eins der besten bücher, die ich je gelesen habe und das waren ja schon einige, die ich gelesen habe ^^
zum ersten mal hat mich ein buch fast zum weinen gebracht, d.h in meine augen hat etwas verdächtig geschimmert ;P
vielen, vielen lieben dank Pia Ziefle und an den Ullstein Verlag, dass ich mitlesen durfte ♥
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