7 Fragen an Pia Ziefle
In der Grundschulzeit habe ich Geschichten die nicht gut ausgingen verändert, vor allem Gedichte die ich auswendig lernen sollte - damit ich sie mir leichter merken konnte. Beim Schreiben selber kann ich meinen Eindrücken Raum geben, mit vielen Figuren im Gespräch sein, Szenen durchwandern, Entscheidungen durchleben - und ganz vieles mitnehmen in meinen Alltag.
Im Grunde lese ich alles das gerne, was mich emotional berührt, quer durch alle Segmente. Das sieht dann so aus, dass ich von einem soeben entdeckten Autor alles hintereinander lese - das erhöht den Bücherstapel ungemein.... Oder ich gehe in die Buchhandlung, grabe mich durch das Internet oder frage Freunde.
Das ist schwer. Zu "Suna" hätte ich mir ein Vorwort von Joan Didion gewünscht, die in ihrem Buch "Blaue Stunden" ebenfalls über Adoption geschrieben hat, auf eine sehr eindrückliche Weise aus der Sicht einer Mutter die verkraften muss, dass dieses adoptierte Kind mit Anfang 30 gestorben ist.
Meine Themen kommen aus den Erzählungen von Menschen, denen ich begegne und dem, was diese Geschichten mit mir machen, welche Fragen für mich auftauchen, welche Bilder, wo meine Widerstände sind - oder meine Begeisterung.
Liebend gerne würde ich jetzt antworten: ich schreibe täglich von 7 Uhr bis 12 Uhr, dann koche ich Mittagessen und dann kümmere ich mich um meine Kinder. In Wirklichkeit schreibe ich einige Wochen sehr intensiv, habe Internet und Schreibrechner strikt getrennt, und bin erst in den anschließenden Überarbeitungsphasen halbwegs diszipliniert. Mittagessen fällt allerdings nie aus fürs Schreiben, Schlafen schon eher.
Ich wünsche mir sehr, dass meine Figuren berühren und bereichern, und für mich wünsche ich mir, dass ich kontinuierlich an neuen Büchern arbeiten darf.
Unwirklich war das für mich. Ich saß am Tag X den ganzen Nachmittag ungläubig auf unserer Terrasse und habe versucht zu begreifen, dass mit "Suna" wirklich ein echtes Buch, das ich geschrieben habe, in einem Buchladen stehen wird.