Leser-Rezension zu „Das achte Tor” von Pierre Bottero
am 29.11.2008
Sieben mächtige Familien mit verschiedenen Fähigkeiten haben vor Tausenden von Jahren den Anderen, der die Welt zerstören will, in drei Teile aufgeteilt - Kraft, Herz und Seele - und einzeln weggesperrt. Sie wollten sich ewig an ihn erinnern und ihn ewig bewachen. Doch nun sind sechs der Familien fast vollständig ausgestorben und die siebte hat die Bedeutung von "Ewigkeit" vergessen. So konnte der Andere entkommen und versucht nun abermals, die Welt zu zerstören.
Für Nathan bricht seine vertraute Welt zusammen, als seine Eltern ermordet werden und ihm eine geheime Botschaft hinterlassen. Besondere Fähigkeiten hatte er schon immer, doch nun erfährt er, dass er ein Erbe der siebten Familie ist und noch über weitere Fähigkeiten verfügt. Durch Schicksal - in Form eines alten Mannes - trifft er auf Shaé und rettet sie aus einer misslichen Lage. Auch sie verfügt über besondere Fähigkeiten und die beiden kommen sich näher. Währenddessen müssen sie vor Jaalab - der Kraft des Anderen - und seinen Höllenkreaturen fliehen. Als sie auch noch Nathans Familie gegen sich aufbringen, bleibt ihnen nur noch die Flucht in das Haus im Nirgendwo. Doch sie müssen Jaalab vernichten, wenn sie die Welt retten wollen. Und das Haus im Nirgendwo kann man nur durch Türen verlassen, durch die man schon einmal eingetreten ist. Doch vor diesen warten die Milizen von Nathans Familie ...
"Das achte Tor" ist ein einfach, aber flüssig geschriebenes Buch, das sich leicht lesen lässt und ein hohes Tempo vorlegt. Die Geschichte ist ziemlich spannend und die Ideen sind originell, klassisch ist allerdings der übliche Kampf von Gut gegen Böse. Manchmal wirkten die Dialoge zwar konstruiert und an einigen Stellen blieb die Geschichte sehr oberflächlich, wo ihr Tiefgang gut getan hätte, aber das Buch bietet kurzweiliges Lesevergnügen. Auch die teilweise brutalen, aber nicht bildhaften, Kampfszenen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Serie als Jugendliteratur konzipiert ist. Hohen literarischen Ansprüchen wird dieses Buch nicht genügen, aber ich bereue nicht, es gelesen zu haben und bin schon gespannt auf den zweiten Band, den kurzweilig unterhalten fühlte ich mich auf jeden Fall.

