Leser-Rezension zu „Meister der Stürme” von Pierre Bottero
am 24.02.2009
Normalerweise bin ich ein großer Fan der Urban-Fantasy. Aber wenn ich lieber den Abwasch erledige, als mein aktuelles Buch weiter zu lesen ist das schon ein ganz schlechtes Zeichen. Anfangs dachte ich, es würde daran liegen, das ich das Vorgängerbuch von „Meister der Stürme“ von Pierre Bottero nicht gelesen habe. Also habe ich mir „Das achte Tor“ besorgt und vorher gelesen. Aber leider war auch das sehr enttäuschend.
Zur Geschichte: Nachdem sich Nathan und Shae im ersten Teil kennen (und gewissermaßen auch lieben) gelernt haben, das Geheimnis um ihre Herkunft und Familie gelöst haben geht das Abenteuer hier weiter. Beide sind -natürlich- mit übernatürlichen Kräften ausgestattet und bereit, als Superhelden den Kampf gegen die Anderen aufzunehmen und die Welt, die im Chaos versinkt und von Epidemien und anderen Katastrophen heimgesucht wird, zu retten.
Um die Handlung des Buches ganz kurz zusammen zu fassen kann man sagen, es geht um den klassischen Konflikt Gut gegen Böse, schwarz gegen weiß, ohne große Höhen und Tiefen und auch ohne zum Leben dazugehörige Grautöne. Die Zielgruppe des Buches sind ganz klar Jugendliche, aber auch unter dem Gesichtspunkt finde ich das Buch einfach nur schal. Die Handlung erinnert an eine schlechte Soap: vorhersehbar, so ahnt man zum Beispiel recht schnell wer der Verräter in Nathans Familie ist, der den Rest gegen den Jungen aufhetzt. Der Schreibstil ist einfach, die Kunstworte wie Jalaab (Kraft) , Onjü (Herz), Eqkter (Seele) teilweise recht albern. Nathans Wandlung vom Killer zum Pazifisten (um es mal übertrieben darzustellen) wirkt gekünstelt und unecht. Teilweise sind die Passagen recht lang gezogen, als wenn der Autor künstlich strecken wollte um eine bestimmte Seitenzahl zu erfüllen. Das Ende weist zu viele offene Handlungsstränge auf (die man auch nicht als Cliffhanger zum dritten Teil deuten kann) und ist zudem noch unlogisch.
Fazit: Für mich eines der Bücher, von denen ich am meisten enttäuscht war. Die Grundidee ist nicht schlecht, aber fantasielos und fad umgesetzt- für mich war das keine Geschichte, sondern aneinander gesetzte Ereignisse. Schade um die verschenkte Zeit!

