Leser-Rezensionen zu „Meister der Stürme” von Pierre Bottero
Rezension verfasst vor 6 Monaten (8)
Inhalt: Nathan und Shaé sind nachdem sie im vorangegangenen Band einen ihrer drei Feinde besiegt haben, im Haus im Irgendwo gefangen. Das Irgendwo ist eine Art Parallelwelt zu unserer Welt und Nathans und Shaés Feind ist der Andere, welcher in 3 Teile getrennt wurde: Jaalab, die Kraft sowie Onjü, das Herz und Eqkter, die Seele.
Jaalab wurde von Nathan und Shaé besiegt und existiert nicht mehr, jedoch müssen sie sich jetzt gegen Onjü wappnen, welcher die Welt durch Naturkatastrophen und Seuchen heimsucht. Ihr größtes Problem jedoch ist, dass sie im Haus im Irgendwo festsitzen und aus diesem nicht enkommen können, denn das Haus hat zwar hunderte von Türen, in jeden Winkel der Erde, jedoch kann man diese nicht einfach so durchqueren.
Nach langem Ausharren finden die beiden jedoch einen Ausweg aus dem Haus und machen sich auf den Weg Onjü zu besiegen. Auf diesem Weg begegnen sie vielen Gefahren, die nicht nur von Außen auf sie zukommen, auf Verräter, jedoch auch auf Freunde, welche ihnen auf ihrem gefahrvollen Weg zur Seite stehen.
Meinung: Das Buch in seiner Gesamtheit hat mir sehr gut gefallen, auch wenn man natürlich dazu sagen muss, dass man beim Lesen sehr schnell merkt, dass es eher an eine jüngere Zielgruppe gerichtet ist. Dies ist zum einen durch den Schreibstil und zum anderen durch einige der Handlungen der Charaktere bemerkbar. Der Schreibstil jedoch hat eine sehr flüssige und angenehme Art und vielleicht liegt es auch daran, dass der Roman für Jugendliche ausgeleget ist, dass er einen so angenehmen leichten Schreibstil hat, der sich richtig schnell lesen lässt, so dass man kaum bemerkt, wie schnell man doch vorankommt und wie die Zeit verfliegt.
Zudem muss ich auch sagen, dass die Entwicklung innerhalb der Geschichte ziemlicht gut gemacht ist, da es in keinem Teil der Geschichte an Spannung fehlt und man immer wissen möchte, wie es weiter geht. Außerdem ist es bei dem Roman so, dass die Geschichte eine sehr passige Atmosphäre erzeugt, durch welche man sich sehr gut in den Roman einfinden kann.
Alles in allem muss ich sagen, dass es eine seht schöne Fantasy-Geschichte ist, bei der ich jedoch glaube, dass sie nicht für jeden etwas wäre. Viele ältere Leute kommen nicht gut mit der Schreibweise von auf Jugendliche ausgerichteten Romanen zurecht, so dass ich diesen Leuten das Buch nicht empfehlen könnten, ebenso wenig wie Leuten, die kein Fantasy mögen, aber allen anderen könnte das Buch sehr gut gefallen. Zudem ist es sehr gut, dass man zum Verständnis des Romans kein großes Vorwissen aus dem Vorgänger benötigt.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (8)
Nach der Leseprobe war ich wenig beeindruckt von Meister der Stürme. Um Fantasygeschichten mache ich meist einen großen Bogen, da ich mich für die oftmals kompliziert aufgebauten, fantastischen Welten und die Geschichten, Fähigkeiten und Schicksale der verschiedensten Wesen nicht begeistern kann und (vielleicht fälschlicher Weise) immer den Eindruck habe, dass man diese Bücher nicht einfach lesen kann, sondern sich intensiv damit auseinandersetzen muss um den roten Faden nicht zu verlieren. Da es sich bei Meister der Stürme auch noch um eine Fortsetzung handelt befürchtete ich ohne Vorwissen erst gar keinen EInstieg zu finden. Als ich dann die Vorabversion in den Händen hielt war die Freude über meinen ersten Gewinn bei Vorablesen.de leicht gedämpft.
Als ich zu Lesen begann wurde ich aber sehr schnell eines Besseren belehrt. Die Geschichte um Nathan und Shaé ist sehr angenehm geschrieben. Keine Spur vor den gefürchteten verzweigten, komplizierten Handlungssträngen oder verwirrenden Namen und Figuren. Der Einstieg in die Story gelingt schnell, auch ohne Vorkenntnisse wird man sogleich vom spannenden Abenteuer der beiden Teenager gefesselt. Sehr gut gefiel mit, dass der Autor das Fantastische und das uns Bekannte vermischt. Dies machte es auch leichter sich mit den Protagonisten zu identifizieren und konnte so auch einen Fantasymuffel wie mich dazu bringen das Buch stundenlang nicht aus den Händen legen zu wollen.
Der einfache Stil und das Alter der beiden Hauptcharaktere, die mit ganz weltlichen Teenagerproblemen wie dem ersten Verliebtsein zu kämpfen haben macht das Buch sicher besonders für jüngere Leser interessant.
Ich bin jetzt zwar nicht zu einem Fan des Genres geworden, aber der kurze Ausflug in die fantastische Welt von Meister der Stürme hat mir doch sehr gut gefallen. Bin positiv überrascht!
Rezension verfasst vor 2 Jahren (15)
Eine Welt, in der die Naturgewalten ungezügelt wüten, Epidemien Menschen dahinraffen und die Gier nach Macht die Herzen der Menschen ergreift und ins Unglück stürzt. Eine Welt voll Chaos, Unfrieden und Leid. In dieser Welt herrscht der "Andere". Eine grausame, uralte Macht, die die Menschheit zu vernichten droht.
Die beiden 16-jährigen Teenager Shaé und Nathan sind Nachfahren sieben alter Familien, die seit Jahrtausenden den Kampf gegen den "Anderen" bestreiten. Jung und unerfahren, aber voller Mut und Liebe treten sie ihr Erbe an. Bereits im ersten Band dieser Fantasyreihe haben sie Jaalab, die Kraft des "Anderen" besiegt. Aber der Kampf ist noch lange nicht zu Ende. In Paris begegnen sie Onjü, dem Herz des "Anderen". Ihm gilt der zweite Kampf, bevor sie auch die Seele des "Anderen", Eqkter, vernichten können.
"Die Worte enthalten eine wunderbare Kraft". Zu dieser Erkenntnis lässt Pierre Bottero seinen jungen Helden Nathan kommen, als er zusammen mit Shaé und Mitgliedern seiner Familie Onjü gegenübersteht. Nicht nur die Worte der Liebe und der Vergebung, die Onjü am Ende besiegen werden, sind derart kraftvoll. Auch Bottero selbst schafft es, seinen Worten mit viel Fantasie, Liebe und Geist Kraft zu verleihen, die mich gefesselt und fasziniert haben. Ein wirklich fantastisches Lesevergnügen!
Die Geschichte ist mit ihren Themen brandaktuell und gleichsam eine Parabel für unsere Welt, die doch duch Unfrieden und Machtgier so zerrissen und durch (menschengemachte) Umweltzerstörung so viefältig bedroht ist. Worte der Liebe, aufrichtiger Entschuldigung und kraftvoller Vergebung sind es, die am Schluss Rettung bringen. Wie leicht übersehen wir oft, dass dies auch ein gangbarer Weg für uns sein kann ...
Viele Rätsel sind am Ende dieses Buches noch offen. Eqkter wird der mächtigste Gegner sein, um den "Anderen" zu vernichten und die Menschheit zu retten. Wir dürfen gespannt sein!
Rezension verfasst vor 2 Jahren (5)
Normalerweise bin ich ein großer Fan der Urban-Fantasy. Aber wenn ich lieber den Abwasch erledige, als mein aktuelles Buch weiter zu lesen ist das schon ein ganz schlechtes Zeichen. Anfangs dachte ich, es würde daran liegen, das ich das Vorgängerbuch von „Meister der Stürme“ von Pierre Bottero nicht gelesen habe. Also habe ich mir „Das achte Tor“ besorgt und vorher gelesen. Aber leider war auch das sehr enttäuschend.
Zur Geschichte: Nachdem sich Nathan und Shae im ersten Teil kennen (und gewissermaßen auch lieben) gelernt haben, das Geheimnis um ihre Herkunft und Familie gelöst haben geht das Abenteuer hier weiter. Beide sind -natürlich- mit übernatürlichen Kräften ausgestattet und bereit, als Superhelden den Kampf gegen die Anderen aufzunehmen und die Welt, die im Chaos versinkt und von Epidemien und anderen Katastrophen heimgesucht wird, zu retten.
Um die Handlung des Buches ganz kurz zusammen zu fassen kann man sagen, es geht um den klassischen Konflikt Gut gegen Böse, schwarz gegen weiß, ohne große Höhen und Tiefen und auch ohne zum Leben dazugehörige Grautöne. Die Zielgruppe des Buches sind ganz klar Jugendliche, aber auch unter dem Gesichtspunkt finde ich das Buch einfach nur schal. Die Handlung erinnert an eine schlechte Soap: vorhersehbar, so ahnt man zum Beispiel recht schnell wer der Verräter in Nathans Familie ist, der den Rest gegen den Jungen aufhetzt. Der Schreibstil ist einfach, die Kunstworte wie Jalaab (Kraft) , Onjü (Herz), Eqkter (Seele) teilweise recht albern. Nathans Wandlung vom Killer zum Pazifisten (um es mal übertrieben darzustellen) wirkt gekünstelt und unecht. Teilweise sind die Passagen recht lang gezogen, als wenn der Autor künstlich strecken wollte um eine bestimmte Seitenzahl zu erfüllen. Das Ende weist zu viele offene Handlungsstränge auf (die man auch nicht als Cliffhanger zum dritten Teil deuten kann) und ist zudem noch unlogisch.
Fazit: Für mich eines der Bücher, von denen ich am meisten enttäuscht war. Die Grundidee ist nicht schlecht, aber fantasielos und fad umgesetzt- für mich war das keine Geschichte, sondern aneinander gesetzte Ereignisse. Schade um die verschenkte Zeit!
Rezension verfasst vor 3 Jahren (2)
Das Buch "Meister der Stürme" von Pierre Bottero ist der zweite Teil einer Fantasy-Triologie. Am Anfang stand ich dem Buch eher skeptisch gegenüber, da ich den ersten Teil nicht gelesen hatte und nicht mal anseitsweise wusste, wovon er handelte.
Doch zu meiner Überraschung wurde ich recht früh darüber aufgeklärt, dass die beiden Hauptpersonen Shae und Nathan Mitglieder der sieben ältesten Familien sind. Jeder der beiden trägt die Begabung von genau drei Familien in sich. MItglied der siebten Familie ist ihr Freund Rafi. Zu Beginn des BUches sind die beiden in einem Haus im Irgendwo gefangen, in welches sie geflohen sind, da sie von ihren Famileien für einige Katastrophen verantwortlich gemacht wurden. Von Rafi werden sie schließlich befreit und erfahren von ihm auch, dass das Böse (welches in drei Teile geteilt wurde, wobei die Kraft schon im ersten Teil besiegt wurde) auf dem Vormarsch ist, diesmal in Gestalt von Onjü, des Herzens, welches sie erledigen müssen. Die beiden machen sich auf den Weg Nathans Großvater aufzusuchen um ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen. In Paris helfen sie Emilio, welches sich bei ihnen als Fürer vorstellt, doch wie sich später herausstellt ist dies eine Falle. Als Nathan zu seinem Großvater aufbricht tappt er garedewegs in die Falle, seine Cousine ist so von dem Bösen gefangen, dass sie ihn, der ja gegen das böse kämpft umbringen will. Shae wird derweil von Emilio umworben. Jedoch spürt sie, das etwas falsch ist und bricht auf Nathan zu retten. Durch ihre Fähigkeiten gelingt es ihnen sogar sich und Nathans Großvater zu Rafi zu bringen. Dort erfahren sie von den Katastrophen, die Onjü derweil anrichtet. Paris wurde in eine Schneelandschaft verwandelt und in Afrika gastiert ein tödlicher Virus, den niemand bekämpfen kann. Und so machen sich die beiden auf den Weg um Nathans Onkel aufzusuchen, der den ersten Teil des Bösen erledigt hat. Und ganz nebenbei müssensie auch noch gegen einige Fantasy-Geschöpfe kämpfen, die alles andere als freundlich gesonnen sind. Wie es ausgeht wird jedoch nich verraten, nur soviel´, es ist spannend bis zum Schluss.
Um ehrlich zu sein bin ich alles andere als ein überzeugter Fantasy-Fan und dann auch noch der zweite Teil einer Triologie. Ganz ehrlich, am Anfang war ich richtig skeptisch und das einzige was mich dazu veranlasste das Buch zu lesen, war die gute Leseprobe. Die ersten Kapitel waren auch nicht ganz einfach, doch dann wurde der leser aufgeklärt und das Buch fesselte mich bis zum SChluss. Auch durch die verständliche Sprache wurde dies ermöglicht. Für geübte Leser ist der Schluss jedoch vorrausschaubar, jedoch mus ich gestehen, dass mir zu Weihnachten jetzt den ersten Teil gewünscht habe und mich auch schon auf den dritten Teil freue. Alles in allem ein doch recht gut gelungenes Buch, auch wenn manche Überraschungen halt nur in FantasyBüchern gehen.
Rezension verfasst vor 3 Jahren (1)
Der zweite Teil des Kampfes von Shaé und Nathan gegen das Böse war für mich der erste. Und gleich vorweg: es ist nicht sinnvoll beim Lesen so vorzugehen. Es handelt sich nicht um eine abgeschlossene Geschichte und deshalb die Empfehlung zunächst "Das achte Tor" zu lesen. Aber trotzdem es hat Spaß gemacht. Die Geschichte ist vielschichtig, für mich voller Überraschungen, sehr schnell und dicht erzählt. Die beiden Hauptakteure hetzen um die ganze Welt von einem Abenteuer zum nächsten, bewähren sich mal mehr, mal weniger und schlittern von einer Vertrauenskrise in die nächste. Das hört sich vielleicht ein wenig zu gewollt an, ist aber sehr gut geschrieben und wirkt deswegen nie langweilig oder trivial. Und Liebe und Vertrauen sind auch das Hauptmotiv in diesem Roman. Dieses Tasten, Zurückschrecken, Lernen und letztlich Lieben zweier junger Leute ist schon schön zu verfolgen, auch wenn ich eigentlich nicht mehr zur klassischen Jugendliteraturklientel gehöre. Es ist ein Fantasieroman mit einigen Anleihen bei den Klassikern dieses Genres, aber mit noch mehr eigenen Kreationen und Situationen. Es war wohltuend endlich mal keinen Elben, Zwergen und Trollen zu begegnen. Ich bin kein Fan und auch keiner geworden, aber dieses Buch kann ich empfehlen und sicher werde ich auch den letzten Teil lesen.
Rezension verfasst vor 3 Jahren (2)
Nathan und Shae befinden sich in einem Haus im Irgendwo, die hunderte von Türen besitzt. Da man aber das Haus nur durch die Tür verlassen kann, durch die man hereingekommen ist, sind die beiden anfangs gefangen. Shae gelingt es jedoch eines Tages Rafi, ein Führer, den die beiden bereits kennen, auf sich aufmerksam zu machen, in dem sie die Tür findet, hinter der er sich aufhält. Der altbekannte Freund hilft den beiden und es gelingt ihnen sich in Rafi´s Heimat zu erholen.
Doch viel Zeit bleibt dafür nicht. Die beiden müssen Ojü, das Herz finden, um die Pläne des Anderen zu durchkreuzen. Dieser jedoch ist hinterlistiger als gedacht, denn als Führer namens Emiliano erschleicht er sich das Vertrauen der beiden und stellt ihnen eine Falle. Shae trifft es dabei besonders hart, denn Onjü hat sein Gift, mit dem er die Leute auf seiner Seite zieht, eingepflanzt und wenn sie nicht aufpasst könnte sie zur dunklen Seite rüberwechseln.
Werden Nathan und Shae es trotz allem schaffen ihre Liebe zueinander aufrechtzuerhalten und die Welt vor dem Anderen zu retten?
Fazit:
Wie bereits erwähnt war das Buch nicht anders als erhofft. Super guter sprachlicher Stil, deer den Leser in seinen Bann zu ziehen vermag und die Spannung erhält. Die Liebe von Shae und Nathan wird sehr gut dargestellt, ohne das dies dabei kitschig oder zu dick aufgetragen wird, denn die Handlung wird dabei nicht abgedrängt. Die Geschichte hat mir super gut gefallen, doch letzlich haben die 3 Sterne einen besonderen Grund: das Ende.
Das Ende ist eine typische Form, die manchmal bei Fantasyromanen auftaucht( ich verrate hier das Ende nicht), doch es hat mit absolut nicht gefallen. Es kann sein, dass das nächste Buch gar nicht mal so schlecht wird, aber ich glaube den dritten Teil der Trilogie werde ich nicht lesen.
Rezension verfasst vor 3 Jahren (14)
Von Freundschaft, Liebe und Vertrauen
Autor
Pierre Bottero: * 13. Februar 1964 in Barcelonette im Tal der Ubaye / Alpen
arbeitete viele Jahre als Lehrer in der Grundschule und veröffentlichte zahlreiche Jugendbücher und Fantasyromane,
verheiratet, 2 Kinder
Buchinhalt
Eine Sturmflut über der japanischen Insel Kiushi löschte eine ganze Stadt, Miyazaki, aus.
Die Cholera-Epidemie in Bolivien breitete sich zur Pandemie über halb Südamerika aus. Katastrophale Überschwemmungen bedrängen Osteuropa, ein Sturmtief tobt tagelang über der Iberischen Halbinsel und Südostfrankreich.
Der Kulturhauptstadt Florenz droht eine Welle von Abfall, Ungeziefer und den daraus resultierenden Folgen.
Es scheint, als hätten sich die Kräfte der Erde verschworen, die Menschheit von ihrer Oberfläche zu eliminieren.
Ist es möglich, dass all diese Launen der Natur ein und denselben Ursprung haben?
Jaalab, die Kraft des Anderen, wurde bereits im ersten Band der Trilogie „Das achte Tor“ von Nathan, Shaé und ihrem Helfer Rafi bezwungen.
Nun verleihen die Verkörperungen Eqkter, der Geist, und Onjü, das Herz des Bösen, dem Anderen Macht, eine ernstzunehmende Gefahr für die gesamte Menschheit darzustellen.
Erneut liegt es an Nathan und Shaé, seinem bösartigen und übermächtigen Wirken Einhalt zu gebieten.
Doch während Naturkatastrophen, Intrigen und Verrat die Welt überschatten, sitzen sie im Haus im Irgendwo fest.
Dieses Haus ist kein gewöhnliches Haus. Es wartet mit einer Vielfalt an architektonischen Kniffen auf: Da wären hohe Türme, eine Vielzahl an Flügeln, die miteinander verbunden sind, überhängende Dächer, Balkone, denen es an Kühnheit nicht mangelt, hohe Mauern, dass einem schwindelig wird, markante Pfeiler und Bögen, Spitzbogenfenster ebenso wie einfache Luken, Strebebögen aus Stein sowie Terrassen gepflastert mit Glas. Die Phantasie der Architekten wurde in keiner Weise gebremst.
Das wohl Wichtigste und gleichzeitig am meisten beeindruckende am Haus im Irgendwo sind jedoch die Türen aus Holz, atemberaubende Tausend Stück an der Zahl!
Eine jede von ihnen führt an einen anderen Ort auf der Welt. Das Verzwickte daran: Das Haus kann nur durch eine Tür verlassen werden, durch die man es mindestens einmal betreten hat.
Umgeben ist das Haus im Irgendwo schlicht von Gras. Gras soweit das Auge reicht. Es handelt sich hierbei aber nicht um gewöhnliches Gras, nein, weit gefehlt. Ebenso besonders wie das Haus ist auch dessen Umgebung, Pratum Vorax genannt!
Pratum Vorax ist eine alles verschlingende Prärie. Dabei spielt es keine Rolle, ob Stein, Holz, Metall oder gar Fleisch in seine Fänge geraten.
Wird es den beiden Erben ungewöhnlicher geistiger und körperlicher Fähigkeiten auch diesmal gelingen, einen Weg zu finden, den Kampf für das Gute zu entscheiden?
Ein neues Abenteuer beginnt im Haus im Irgendwo und nimmt seinen schicksalhaften Lauf…
Meine Meinung
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mich meine Neugier auf das Buch „Meister der Stürme“ übermannt hat und ich nicht die nötige Disziplin aufbrachte, darauf zu warten, den ersten band der Trilogie „Das achte Tor“ zu beschaffen und zu lesen, bevor ich hiermit beginne.
Erfreulicherweise sind dadurch aber auch keine wesentlichen Nachteile entstanden.
Durch partielle Rückblicke und Erläuterungen im Verlauf der Geschichte erhält der Leser ausreichend Informationen, um die Handlung auch ohne weitere Vorkenntnisse verstehen und erleben zu können.
An dieser Stelle lässt sich auch erwähnen, dass es ebenfalls nicht zwingend notwendig ist, den Folgeband zu lesen. Die Geschichte um Onjü, dem Herz des Bösen, bildet ein rundes Ganzes, das in sich abgeschlossen ist.
Daher ist eine Scheu vor dem Einstieg in eine laufende Serie bei diesem Buch unbegründet.
Bereits nach der Leseprobe zu „Meister der Stürme“ war ich vollauf begeistert von Inhalt und Schreibstil.
Und auch wenn die Kulisse rasch wechselte und das Geheimnis um das Haus im Irgendwo, genauer dessen Umgebung, das Pratum Vorax und die ominösen Vorgehen um Zugvögel und Segelwagen, nicht gelüftet wurde, tat dies meiner Freude am Lesen dieser Geschichte keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil!
Pierre Bottero besticht durch eine vielfältige, farbenfrohe Fantasy-Welt, die doch so viel Bezug zur Realität bietet.
Auch wenn der Kampf Gut gegen Böse in der Literatur nicht wirklich neu ist, hat es doch sehr viel Vergnügen bereitet, Botteros Version dieser Thematik zu lesen.
Der Andere ist aus drei Prinzipien zusammengesetzt, die allesamt in menschlicher Gestalt erscheinen.
Jaalab, die Kraft, Onjü, das Herz und Eqkter, die Seele. Zusammen verkörpern sie das Böse und sind verantwortlich für sämtliche ethnische und religiöse Konflikte, internationale Spannungen bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen und Kriegen und unterschiedlichste Naturkatastrophen wie Stürme, Erdbeben, Überschwemmungen und Epidemien, die Zehntausende von Toten und Verletzten fordern.
In ihrem Gefolge existieren grauenhafte Wesen wie Groene oder Kharxe.
Nathan, Shaé und auch der alte Berber Rafi Hâdy Mamnoun Abdul-Salâm entstammen außergewöhnlichen Familien mit besonderen Fähigkeiten, die sie anderen Menschen überlegen machen. Sie alle sind klassische Vertreter des Guten, Baumeister, Metamorphe, Mnemiker, Scholiasten, Kogisten, Heiler und Führer.
Während Jaalab durch die Kraft und den Kampf besiegt werden konnte, bedarf es bei Onjü eines weitaus anspruchsvolleren Vorgehens.
Es liegt nun an Nathan und Shaé, die Menschen vor dem Untergang zu bewahren.
Botteros Figuren wirken konsequent und doch wandelbar, dabei insgesamt stimmig und zum Plot passend.
Durch zahlreiche Perspektivenwechsel und nachfühlbare Beschreibungen von Gedanken, Empfinden und Atmosphäre entsteht eine gute Verbindung zwischen dem Leser und den Hauptprotagonisten. Man kann sich problemlos in dieses Szenario hineinversetzen, sympathische Charaktere lassen mitleiden, genauso wie mitfreuen.
Der flüssig, leichte Schreibstil ermöglicht ein angenehmes und schnelles Lesen.
Bedenkt man, dass die Hauptzielgruppe dieser Serie wohl eher jüngeren Semesters ist, kann man über diverse Abstriche, Inhalt, Darstellung und Vorhersehbarkeit betreffend, zweifelsohne hinwegsehen.
Bei Ankündigung der Leseprobe zu Pierre Botteros Roman stand ich dem Cover etwas zwiespältig gegenüber, da mich Coverwiederholungen in der Regel nicht begeistern.
Das Covergesicht von „Meister der Stürme“ kenne ich bereits von Justine Larbalestiers „Magische Spuren“, lediglich das Muster wurde hier nicht übernommen.
Da ich „Meister der Stürme“ aber mit Lesespaß und Freude verbinde und die Coverfigur generell gut finde, löste sich mein Groll doch ausnahmsweise in Wohlgefallen auf.
Lobend zu erwähnen bleibt auf jeden Fall der Wiedererkennungswert der Serienzugehörigkeit durch die Grundfarbe und den goldenen Torbogen. Einen deutlichen Pluspunkt hierfür!
Fazit
Das Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen, von der Handlung gefesselt, kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf!
Obwohl ich das Ende des Romans als – vorläufig! – angenehmen Abschluss empfinde, hätte ich doch so gern noch weitere Stunden oder gar Tage in der Welt von Nathan und Shaé verbracht.
Keine Frage, freue ich mich schon jetzt auf den folgenden dritten Band dieser Serie!
Mein persönliches kleines Trostpflaster für die Wartezeit: Ich werde mir „Das achte Tor“ besorgen, den ersten Teil um Nathans und Shaés Kampf gegen den Anderen.
Rezension verfasst vor 3 Jahren (11)
Band zwei schließe nahtlos an das Geschene von Band 1 an. 10 Tage sind vergangen seit Nathan und Shaé ins Haus im Irgendwo geflüchtet sind. Sie sitzen fest. Da man eine Tür vom Haus aus nur durchschreiten kann, wenn man die entweder schon auf dem Weg ins Haus durchschritten hat oder wenn jemand, der diese Tür öffnen kann, sie einem öffnet können sie nur durch zwei Türen gehen, die beiden von Millizionären von Nathans Familie bewacht werden. Shaé beginnt die Umgebung des Hauses als Adler zu erkunden und findet Zeichen für menschliches Leben außerhalb des Hauses. Wieder einmal wird Rafi, der mysteriöse Führer, zum Retter in der Not. Er weist ihnen den Weg, den sie gehen müssen um Onjü, die Seele des anderen zu finden und zu töten, aber sazu müssen sie erst einmal den Verräter in Nathans Familie finden, der mit dem Anderen paktiert und die Familie gegen Nathan aufgehetzt hat. Onjü ist auch der Meister der Stürme und überzieht die Erde mit Naturkatastrophen und Seuchen. Paris versinkt im Schnee.
In Band 1 kamen wohl Fragen auf, die der Autor diesmal erklärt, so z. Bsp. wohin Shaés Kleidung verschwindet, wenn sie sich in ein Tier verwandelt. Die ausfühlichen Rechtfertigungen dafür wirken jedoch bemüht und fehl am Platz.
Auch in diesem Band währe ein Glossar wünschenswert gewesen. Wer ist Clarence Gagnon, was ist Rougail?...
Dieses Buch sprüht vor französischen Flair. Die Handlung spielt zwar über die Welt verteilt, aber nur in Ländern mit Französisch als Amtssprache, womit der Autor Spachprobleme zwischen den Protagonisten vermeidet.
Man spürt sehr stark den Einfluß des französischen Anime, wenn Nathan und Shaé wie Superhelden metzelnd und mordend durch die Welt ziehen und Haufen von Leichen hinter sich lassen. Da wird schnell vergeben, wenn auch mal Familienmitglieder getötet werden und wurden, denn man hat sich ja sooooo lieb... Da mutet der Umschwung Nathans, als er ein schlechtes Gewissen bekommt und nicht mehr töten will ungemein gekünstelt und gestellt.
Der Schluss ist sehr vorhersehbar und Band 3 wird sich wohl eher um Nathan und Shaé Nachwuchs drehen, der dann das Blut von insgesamt 6 der 7 Familien in sich vereinen wird. Ich finde es jedoch seltsam, dass sich alle Eigenschaften jeder Familie, deren Blut/Gene man hat sich voll ausprägen, dann müssten diese Eigentschaften sehr dominant sein und zudem spielt auch die Wahrscheinlichkeit bei der genetischen rekombination mit und es ist recht unwahscheinlich, dass das Kind die Eigenschaften aller 6 Familien haben wird, aber in der Literatur ist ja alles möglich.
Rezension verfasst vor 3 Jahren (11)
Nachdem ich vom ersten Band der Trilogie (Das achte Tor) ein kleines bisschen enttäuscht war, hat mir der zweite Teil deutlich besser gefallen.
Ging es im ersten Teil hauptsächlich darum, die Figuren einzuführen und die Hintergründe des Kampfes gegen den ANDEREN darzustellen, wird die Geschichte nun deutlich vielschichtiger. Die Liebe zwischen Nathan und Shaè wird mehr als einmal auf die Probe gestellt, der uralte Streit zwischen den Familien flammt immer wieder auf und es wird klar, dass es um mehr geht als die persönlichen Belange der Hauptpersonen.
Viel Spaß gemacht hat mir die Nähe der „unwirklichen“ Welt mit dem Haus im Irgendwo zu unserer eigenen Realität. Ich bin eigentlich kein typischer Fantasy-Leser und mag eher Geschichten, die ziemlich nah dran sind an unserer Welt. Daher fand ich besonders die Türen, die zu Plätzen auf der ganzen Welt führen, spannend, auch wenn dies so ähnlich ja in der unendlichen Geschichte schon mal da war. Aber was soll’s, mit ein bisschen Anstrengung findet man wahrscheinlich in jedem Buch was „geklautes“, daher fand ich das nicht schlimm, warum soll man gute Ideen nicht „leihen“? Aus dem alles vernichtenden Gras rund um das Haus im Irgendwo hätte man sicher noch einiges mehr machen können, aber wer weiß, vielleicht kommt das im dritten Band?
Die übernatürlichen Fähigkeiten der verschiedenen Familien sind ebenfalls sehr schön ausgedacht und dargestellt, zwar wird Nathan dadurch ein bisschen zu glatt und unfehlbar für meinen Geschmack, aber insgesamt hilft es der Story voran.
Etwas zu knacken hatte ich daran, dass auch im zweiten Band der Trilogie viel gekämpft und getötet, ja quasi gemetzelt wird. Einen 16-jährigen mit einem Samuraischwert auszustatten, finde ich schon befremdlich. Da wäre es meiner Meinung nach schöner gewesen, einige Probleme eher durch „Köpfchen“ lösen zu lassen, was auch zumindest am Ende gut gelungen ist.
Vom Schreibstil her liest sich das Buch sehr flüssig und angenehm, lediglich die etwas abgehobenen Passagen, in denen Shaès Zeit als Delphin geschildert wird, hätte man ohne Verlust auch weglassen können, da sie für den Fortgang der Geschichte nicht wirklich notwendig sind und nicht so recht zum Rest passen wollen. Die Story ist spannend aufgebaut und macht wirklich Lust auf den irgendwann erscheinenden dritten Band. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Nathan und Shaè darüber hinaus noch weitere Abenteuer erleben, schließlich sind sie ja noch jung! Die Parallelwelt, die Pierre Bottero hier geschaffen hat, wäre auf jeden Fall geeignet für mehr.
Insgesamt ein klasse Buch, auch und vielleicht gerade für Menschen wie mich, die nicht zu den Hardcore-Fantasy-Lesern zählen und mit Tolkien so gar nichts anfangen können.









