Hier gibt es keine netten Vampire!
"Erst abhauen", sagte Shane. "Dann trauern."
Es war das perfekte Motto für Morganville.
(S. 219)
Claire ist ein Genie in Naturwissenschaften und auch ansonsten ein sogenannter Bücherwurm, Streber und sehr begabt. Deshalb ist sie erst 16 Jahre alt als sie neu auf's College von Morganville kommt. Doch dort wird sie von Monica und ihren Freundinnen bedroht und verletzt, so dass Claire um ihr Leben fürchtet. Verzweifelt macht sie sich auf die Suche nach einem neuen Zimmer, um Monica und Co. nicht dauernd über den Weg laufen zu müssen. Sie landet schließlich bei Michael (der nur nachts anzutreffen ist), Shane und Eve (ein Gothic-Mädchen) im "Glass House". Die beiden Jungs sehen verdammt gut aus und besonders Shane lässt Claires Herz höher schlagen. Doch ihre neuen Mitbewohner sind auch etwas merkwürdig: Sie reden von Vampiren - aber so was gibt es doch gar nicht? Claire muß sich allerdings eingestehen, dass es in Morganville wirklich nicht mit rechten Dingen zu sich geht. Und die Vampire sind wohl alles andere als nett...
Zu allererst möchte ich sagen, dass ich die Idee mal ganz erfrischend fand, dass sich die Hauptprotagonistin nicht in einen Vampir oder ähnliches verliebt - sondern dass die Vampire hier die Bösen sind. Das ist mal was anderes, wenn man sich die sonstigen Jugendbücher mal so anschaut. Allerdings ergibt sich mir der Sinn des Titels der Buchreihe nicht so ganz "Haus der Vampire" - in dem Glass-Haus in "Verfolgt bis aufs Blut" wohnt kein einziger Vampir? Ähm nun ja...
Ansonsten ist die Geschichte wirklich ganz nett! Es wird nicht langweilig - aber sonderlich innovativ fand ich das ganze auch nicht. Insgesamt war es recht unterhaltsam.
Claire ist eine sympathische Hauptprotagonistin, die ihren eigenen Kopf hat und für ihre 16 Jahre doch schon recht erwachsen wirkt. Des weiteren war mir Shane besonders sympathisch, da er immer mal wieder einen flapsigen Spruch auf den Lippen hat, der einen zum Grinsen bringt. Michael trägt ein Geheimnis mit sich rum und ist dadurch ein interessanter Charakter. Und Eve ist mit ihrer flippigen und netten Art auch jmd., den man direkt mag.
Dennoch hat mir sowohl bei den Charakteren als auch bei der Geschichte einfach etwas Tiefgang gefehlt. Es war insgesamt ein recht oberflächliches Buch, das nett unterhalten hat - aber ich schätze sonderlich präsent wird es mir auf Dauer nicht bleiben. Also einfach was Nettes für Zwischendurch.
"Haus der Vampire" ist eine Buchreihe - und das Ende ist auch so, dass man weiterlesen will. Man will einfach wissen wie es weitergeht. Allerdings bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich die Reihe wirklich weiterlesen werde und wann. Aber ausgeschlossen ist es nicht :)
Bisher sind sechs Bände auf Deutsch erschienen - im Original hat die Reihe bereits elf Bände!
FAZIT: Netter, unterhaltsamer Vampir-Roman, der mal anders ist, weil die Vampire wirklich böse sind. Andererseits war das Buch auch kein Überflieger und hat auch keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Nette Lektüre für zwischendurch! Deshalb durchschnittliche 3 Sterne.