Rezension zu "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce

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anika_henke

Vor 11 Monaten

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Einen Anfang kann es öfter als einmal geben, und immer wieder anders

Harold Fry führt ein ganz normales und geordnetes Leben. Bis zu dem Tag, an dem er einen Brief seiner ehemaligen Freundin Queenie erhält, die ihm mitteilt, dass sie im Sterben liegt und sich mit diesem Brief von ihm verabschieden will. Harold verfasst daraufhin einen Brief, den er nur eben in den Briefkasten werfen will. Doch an dem ersten Briefkasten läuft er vorbei, sowie auch am zweiten und dritten – für ihn beginnt nun die Reise seines Lebens. In 87 läuft er über 1000 km von der Küste Südenglands bis hoch hinauf an die schottische Grenze – zu Fuß mit einem Paar Segelschuhe.

Die Geschichte von Harold ist wirklich sehr ergreifend und wunderschön erzählt. Mich hat diese Geschichte gerade deshalb so fasziniert, weil man selbst auch viel zum Nachdenken angeregt wird.
Mit jeder neuen Etappe von Harolds Reise lernen wir auch sein Leben besser kennen und erfahren durch welche Höhen und Tiefen er gegangen ist. Unterwegs begegnet Harold vielen unterschiedlichen Menschen – alle jedoch haben ihm eine Geschichte zu erzählen und so erfahren wir noch von viel mehr Schicksalen.

Im Laufe des Buches hat man immer mehr den Eindruck, dass Harold den ganzen Weg nicht nur auf sich nimmt um Queenie zu retten, sondern auch um endlich zu sich selbst zu finden. Damit wird er auch schließlich zum Vorbild für viele Menschen und sie folgen ihm bzw. begleiten ihn ein Stückchen auf seiner Reise.

Auch die Geschichte seiner zurückgebliebenen Frau Maureen wird in dem Buch behandelt. Die beiden haben sich aus bestimmten Gründen, die im Laufe der Geschichte immer deutlicher werden, immer weiter auseinandergelebt, sodass sie sich wie Fremde vorkommen. Sowohl Maureen als auch Harold denken während der Zeit, die sie getrennt sind über ihre Beziehung zueinander nach und kommen dabei auch zu erstaunlichen Ergebnissen.

Selten habe ich ein Buch so genau gelesen wie „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“. Ich habe das Buch bei der Wanderbuchaktion von Sonja zur Verfügung gestellt bekommen und mich wahnsinnig darauf gefreut ihre Eindrücke zu lesen und meine eigenen im Buch festzuhalten.

Selbst zu Schulzeiten habe ich mir für ein Buch nicht so viel Zeit genommen wie für dieses.
Zunächst hatte ich noch ein wenig Respekt davor in ein Buch zu schreiben. Ich habe das in der Schule noch nicht gerne gemocht und meine Bücher sehen immer top aus nachdem ich sie gelesen habe, aber das war definitiv mal eine sehr interessante Erfahrung. Ich habe viele Passagen mehrfach gelesen und jedes noch so kleine Detail aufgenommen. Auch war es sehr interessant zu sehen, wie jemand anderes über bestimmte Stellen im Buch denkt. Ich finde, dass diese Aktion echt toll und sehr gelungen ist, vielleicht werde ich mich nun öfter mal so genau mit einem Buch auseinandersetzen, denn im Gegensatz zu meiner Schulzeit hat es mir wirklich Spaß gemacht.

Was mir an diesem Buch besonders gut gefallen hat waren die kleinen, aber feinen Sätze, die einen wirklich berühren und vom Leben erzählen. Ich habe vieles aus diesem Buch mitgenommen und habe Harold sehr gerne auf seiner unwahrscheinlichen Pilgerreise quer durch England begleitet.

Autor: Rachel Joyce
Buch: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
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