Rezension zu "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce

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wungi

Vor 9 Monaten

(6)

»Ich bin auf dem Weg. Du musst nur durchhalten. Ich werde Dich retten, Du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und Du wirst leben.«
Der pensionierte Herold Fry tristet mit seiner Gattin Maureen ein recht freudloses Dasein in einem Häusschen an der Küste Englands. Ihre Ehe ist eingefahren, sie wird von Frust und Schuldzuweisungen bestimmt. Harold ist nicht gerade weltoffen, er ist schüchtern und hatte kein besonders aufregendes Leben. Aber all dies soll sich schon bald ändern. Als ein Brief seiner alten Freundin und Arbeitskollegin Quienie ihn erreicht., in dem Sie von ihrem Krebsleiden berichtet, hält Harold nichts mehr auf. Er fasst den Entschluss, zur endlos lange Reise zu Quienis Hospitz aufzubrechen - zu Fuß.
Meine Meinung
Ein durchaus toller Roman über das Leben, die Liebe, Freundschaft. Über die kleinen Begegnungen mit fremden Menschen, die doch großes in uns bewirken können, wenn wir nur mehr darauf acht geben würden.
Die Charaktäre sind toll beschrieben, man kann sich hineinversetzen in die Protagonisten.
Harold muss man einfach mögen. Seine Gedanken sind reinen Herzens, er ist unfassbar liebenswert. Maureen auf Ihre Art und Weise aber auch. Am Anfang mochte ich Maureen nicht besonders, gefühlskalt und eingerostet fand ich Sie. Aber mit ansteigender Seitenanzahl empfand ich auch Ihr gegenüber eine tiefe Sympathie, vorallem wegen den Umständen, die sie prägten.
Harolds Reise ist wunderschön und mitreißend. Er nimmt sehr viel Leid auf sich, beharrt aber meistens darauf, dass er Quinie retten kann, in dem er nur weiterläuft. Warum er das denkt, weiß er selbst manchmal nicht so genau. er weiß vieles nicht so genau. Das ist herrlich. Warum sollte man auch immer jedem Mitmenschen oder sich selbst Reschenschaft schuldig sein, wenn man doch im Herzen spürt, das man das einzig Richtige tut??
Warum sollte es für alles eine Erklärung geben??
Er rettet sich selbst, seine Ehe und wildfremde Menschen durch sein Laufen.
Quinie konnte er letztendlich nicht retten - aber das wird jetz auch für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben keine große Überraschung sein, immerhin hat sie weit fortgeschrittenen Krebs.
Ich fand an der Reise des Harold Fry nur eines mehr als ärgerlich : nämlich als sich verschiedene "Pilger" Harolds Weg anschließten, um zu Gott zu finden, um in die Medien zu gelangen oder einfach nur weil sie wandern wollten...warum auch immer.
Es hat nicht gepasst. Es war Harolds Reise, ganz klar. Und diese Menschen haben mir ein paar Kapitel lang das Lesevergnügen zerstört. Sie haben schlicht und einfach furchtbar genervt und ich war plötzlich sogar sauer auf Harold! Warum erträgt er das? Warum schickt er sie nicht einfach zum Teufel?? Naja, irgendwann waren sie ja wieder weg, Gott sei Dank.
Wegen dieser nervtötenden "Pilger" gebe ich nicht die volle Punktzahl.
4 Sterne, absolut empfehlendswert!

Autor: Rachel Joyce
Buch: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
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