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Alle anzeigenFrederiekeLilie
Vor 1 Jahr
(3)Rebecca und Lucy sind beste Freundinnen. Doch das schien sich zu ändern, als an ihrem Internat eine neue seltsame Schülerin auftauchte. Und als ein Mädchen durch ein Fenster in den Tod stürzt, ist Rebecca der neuen Schülerin höchst misstrauisch gegenüber. Sie hegt tiefsten Hass gegen dieses merkwürdige Mädchen, dass nie zu essen scheint.
Und als Lucy plötzlich schwerkrank wird, kann Rebecca nur verzweifelt zusehen, wie ihre beste Freundin immer schwächer wird ...
Das Glas im Fenster ist sehr alt, wie alles in der Residenz, und es verzehrt, was auf der anderen Seite ist. Es ist, als wäre man unter Wasser und schaute von unten in die Welt hinauf. Durch grünes Wasser sehe ich hoch zu Bäumen und Himmel. Die Geräusche sind gedämpft. Das Licht flüssig. Ich habe mein Interesse an Büchern verloren. Früher konnte ich ohne sie nicht leben. Jetzt ist eine Glasscheibe zwischen mir und allem.
Sie hatte sie am Haar gepackt und zog sie vom Boden hoch. Lucys Haar schimmerte im Mondlicht wie Gold. Sie schwebten gewichtslos wie Engel. Die sorgsam geordneten Falten ihrer Nachthemden verbargen die Füße.
Engel brauchen keine Füße.
Ich wusste, es würde mir nicht leichtfallen, hierzu eine Rezension zu schreiben, denn dieses Buch ist anders. Es ist ein echtes Tagebuch. Die Autorin schieb es vor 30 Jahren- als sie 16 war. Dies, und auch wie es zur Veröffentlichung gekommen ist, erklärt sie in einem Vorwort, welches man auf jeden Fall lesen sollte. Sie schrieb das Tagebuch nicht, um es später zu veröffentlichen, was man während des Lesens merkt.
Ich konnte mir kaum vorstellen, dass das, was da drin stand, echt sein sollte. So furchtbar erschien mir Rebeccas- oder viel mehr Rachels 17. Lebensjahr.
Irgendwann konnte man kaum noch ausmachen, was Realität und was Einbildung war. Rachel schien schon vollkommen durchzudrehen, was sie mit ihren Tagebucheinträgen jedoch gut verbergen konnte, doch jedem Menschen würde es in solch einer Situation zu schaffen machen. Rachel liebte Lucy und sie hasste Ernessa. Irgendwann hielt sie dieses seltsame Mädchen schon gar nicht mehr für einen Menschen. Sie wollte eigentlich bloß Lucy schützen und konnte es nicht ertragen, dass diese ihre Zeit nur noch mit Ernessa verbrachte.
Zu den Charakteren kann man nicht viel sagen. Sie sind echte, heute noch lebende Menschen und somit besitzt jeder seine ganz eigene Art. Das Cover stellt Rachel dar, wie sie verzweifelt nach Lucy sucht und dabei im weißen Nachthemd über das struppige Gras rennt. Diese Stelle kommt tatsächlich im Buch vor und dadurch finde ich das Cover sehr passend.
Der Schreibstil besitzt eine ganz besondere Art, was dadurch kommt, dass Rachel ihren Gedanken freien Lauf gelassen hat, als sie das Tagebuch schrieb. Ihr Leben war mit sechzehn eine einzige Katastrophe. Kein Vater, eine verzweifelte Mutter, eine beste Freundin, die sich immer weiter von einem abwendet und ein rätselhaftes Mädchen, das man am liebsten umbringen würde.Gefühlvoll und sorgfältig aufgeschrieben.
Hauptsächlich das Nachwort brachte mich zum Weinen. Rachel Klein schilderte noch einmal, wie sie über das Tagebuch dachte und dass sie immer Angst davor hatte, erwachsen zu werden. Auch, dass sie immer noch alle fünf Jahre eine Einladung zum Klassentreffen bekommt und das, obwohl ihre ehemaligen Internatsfreunde ihr die Schuld an allem gaben.
Aber all das müsst ihr selbst lesen, denn dieses Buch wird euch stark zum Nachdenken anregen, so wie es kaum ein anderes Buch vorher bei mir geschafft hat. Es ist unglaublich, was Rachel damals durchmachen musste und sie litt nach diesem Vorfall unter Borderline-Störung mit Depressionen und Psychose. In ihr Tagebuch legte sie eine Rasierklinge.
Fazit: Einfach wundervoll und sehr berührend. Ihr müsst es lesen! Ich habe es keine Sekunde bereut und kann dieses Buch jedem bloß ans Herz legen.
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