Leser-Rezension zu „Glückliche Ehe” von Rafael Yglesias
am 24.08.2010
A186 Glückliche Ehe von Rafael Yglesias Kategorie: Allgemein
Das Lesejahr 2010 brachte mir bisher ein ganz besonderes Highlight. Rafael Yglesias schildert das Kennenlernen und die wachsende Liebe Enriques und Margarets, die aus vollkommen verschiedenen Gesellschaftsschichten stammen.
Fast 30 Jahre später -die Beiden gehören inzwischen der oberen Mittelschicht New Yorks an- erkrankt Margaret an Krebs.
Die stets energiegeladene, sportliche und unternehmungslustige Frau kämpft gegen ihre Krankheit an, doch leider erfolglos.
Enrique steht ihr in dieser schweren Zeit zur Seite, unterstützt Margaret in jeder Hinsicht, auch als es darum geht, ihr Sterben zu akzeptieren und sie auf diesem letzten Weg zu begleiten.
Die Vita des in New York lebende Autors lässt vermuten, dass der Roman zumindest autobiografische Züge trägt.
Rafael Yglesias schildert keine unglaubwürdige "Friede-Freude-Eierkuchen-Ehe", sondern eine glückliche und auf mich realistisch wirkende jahrzehntelange Beziehung mit Höhen und Tiefen, Problemen, Fehltritten und Zweifeln.
Yglesias verlangt seinen Lesern einiges ab. Der Roman ist schonungslos und schildert die Brutalität des Endstadiums dieser schlimmen Krankheit ohne jedes Tabu. Obwohl der Autor zu keiner Zeit pathetisch oder rührselig wird, hat mich das Schicksal dieses Paares tief bewegt.
Ein unbedingt lesenswertes Buch für alle, für die eine glückliche Ehe nicht zwingend mit "Es war einmal..." beginnen und mit einem "Und wenn sie nicht gestorben sind..." enden muss.

