Leser-Rezension zu „Die Gedichte in einem Band” von Rainer Maria Rilke
am 25.06.2008
Diesen Band als "Gelesen" abzuhaken, ist eigentlich unmöglich, man wird ihn ein ganzes Leben lang immer wieder in die Hand nehmen (müssen).
So habe ich derzeit auch nicht alles 'gelesen', sondern, nach immer mal wieder darin Herumlesen, mit der Sammlung "Mir zur Feier" begonnen - hier fängt, so scheint mir, Rilke an, das Gegenständliche langsam zu überwinden und stellenweise leicht dunkel zu werden (Grandioses findet sich natürlich schon vorher, man denke nur an 'Konstanz'). Ausserdem muss er damals ungefähr so alt gewesen sein, wie ich jetzt ;-)
Diese Insel-Ausgabe ist allerdings eine für Unerschrockene oder sehr Erfahrene, je nachdem - es gibt weder Anmerkungen, noch ein ausführliches Begleitwort. Man ist also darauf angewiesen, selbst zu erschliessen und/oder einiges Rätselhafte vorerst stehen zu lassen, weil es noch nicht verstanden werden kann. So geht es mir jedenfalls, und vermutlich nicht nur mir, denn wer kann schon die Anspielungen und Zeitbezüge sämtlich aus dem Hut zaubern.
Die Sprache Rilkes ist ja bekanntermaßen mit die beeindruckendste, die auf uns gekommen ist, zugleich einfach und unglaublich reich, erst im Wiederlesen offenbart sich so manche Kunstfertigkeit... Wie gesagt, mit diesem Buch wird man so schnell nicht 'fertig'!

