Leser-Rezension zu „Das Geheimnis der versteinerten Träume” von Ralf Isau
am 30.01.2012
Was habt ihr denn letzte Nacht geträumt?
War es ein schöner Traum, der hätte endlos weitergehen können oder doch ein ganz fürchterlicher, der nie wieder kehren soll? War es gefährlich oder liebevoll? Seid ihr erwacht und ward wie eigentlich alle normalen Menschen so im Bett wieder zu finden, wie ihr ins Bett gegangen seid oder habt ihr etwas aus dem Traum mitgebracht? Vielleicht ein Lebewesen oder einen Gegenstand? Hoffentlich nicht, denn sonst würde es euch bald wie Leo Leonidas gehen, dem Protagonist aus Ralf Isaus Roman „Das Geheimnis der versteinerten Träume“.
„Man muss sich etwas Neues ausdenken und es laut aussprechen oder singen. Eine Wortschöpfung, einen Reim oder eine Melodie. Dadurch setzt man eine Kraft frei, die mit der deiner Träume eng verwandt ist: die Energie der Fantasie.“
Wäre Doktor Herger Dabelstein nicht gewesen, wäre der 15-jährige Leo jetzt wahrscheinlich im Gefängnis oder in einer psychologischen Anstalt. Leo hat ein Traum in diese ganze Misere geritten. Dieses Problem hat er schon länger, ein echtes Traumproblem, denn er wacht auf und findet neben sich Gegenstände, ab und an sogar Lebewesen. Dieses Mal ist es der kupferne Wetterhahn von der Kreuzkirche. Leo ist perplex, soll er wirklich auf dem Dach der Kirche gewesen sein? Dr. Dabelstein hilft ihm, vorerst aus den Fängen der Polizei zu kommen, und lädt ihn zu sich an den Bodensee ein. Er leitet dort in Salem die Traumakademie und hält Leo für einen Traumschmied. Deren Eigenschaften ist es Dinge aus Träumen mit in unsere Welt zu bringen und eigene Träume zu erschaffen, beides ist bei Leo der Fall. Er hat Begabung und wechselt auf das Internat der YourDream Akademie, um dort beim Herstellen maßgeschneiderter Träume zu helfen.
Dies Träume kann man sich dann beliebig zusammenstellen, aus dem Internet herunter laden und mit der sogenannten Dreamcap anschauen. Träume, die nicht nur solange dauern, wie man eigentlich schläft, Träume, die viel länger und vor allem voller Abenteuer sind. Leo lebt sich schnell ein und freundet sich mit seinem Zimmergenossen Benno Kowalski an, eine weibliche Schülerin namens Orla Flaith verdreht ihm auch gleich den Kopf und lässt die Schmetterlinge in seinem Bauch fliegen. Leo lernt immer mehr seine Träume zu kontrollieren, allerdings bringt er weiterhin ungewöhnliche Traummitbringsel mit. Eines davon bringt ihn erneut in Schwierigkeiten und ein Todesfall lässt die Polizei ins Internat kommen.
Leo wird verdächtigt und ihm bleibt nur ein Ausweg. Die Flucht. Die Flucht in den Traum nach Illusion, ins Reich der ungeträumten Träume, auf den unsichtbaren Kontinent auf dem Refi Zul herrscht. Orlas Schlafpastillen wecken in ihm ungeahnte Kräfte und er schafft es nach Illusion zu entkommen. Doch auch dort ist er nicht sicher, ganz im Gegenteil, die Probleme sind jetzt noch größer, als vor seiner Flucht, denn Refi Zul ist gefährlich. Er zieht immer mehr Traumenergie aus der Menschenwelt ab. Die Welten geraten aus dem Gleichgewicht und um die globale Katastrophe abzuwenden, müssen Leo und Orla schnellstens das Geheimnis der versteinerten Träume lösen. Ein Wettlauf gegen die Zeit inmitten von Gefahren beginnt.
„Das Echo der Vergangenheit. Was nie geschehen ist, braucht auch nicht umgekehrt zu werden.“
Ralf Isau ist ein wahrer Fantasieautor. Er verzaubert, er schafft dem Leser unbegrenzte Welten und zieht mit seinen leichten Worten in den Bann. Als Leser träumt man sich förmlich immer mehr ins Buch zu den Protagonisten und durchlebt Abenteuer an Abenteuer. Zeit zum Aufwachen bleibt kaum, denn es folgen immer wieder Überraschungen, denen man sich stellen muss, überall lauert die Gefahr und es ist nicht immer ersichtlich, wer auf der guten und wer auf der bösen Seite steht. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und einfach sofort sympathisch. Ein auf keinen Fall steinernes Buch, sondern ein fantastisches, mystisches und geschichtliches Abenteuer.
Interview auf dem Blog.Lovelybooks:
http://blog.lovelybooks.de/2012/01/30/binea-mr-rail-3-im-interview-mit-ralf-isau/

