Erst einmal möchte ich auf einen kleinen Sachverhalt hinweisen, den ich lange falsch betrachtete.
Bei der im Titel genannten Unruhe handelt es sich um ein kleines aber wichtiges Bauteil einer Uhr.
Eine schneckenförmige Feder, die in der Uhr für den genauen Sekundentakt verantwortlich ist.
Mit diesem Wissen, hätte ich schon viel früher erahnen können, dass sich dieses Buch dem Thema Zeit in besonderer Weise widmet, was zu einem meiner Lieblingsthemen in der Literatur gehört.
Doch nun der Reihe nach.
Die Geschichte spielt zum größten Teil im Ilatien zwischen 1932 und 1944
Ein weitere Teil in Österreich in dem selben Zeitfenster.
Die Kapitel sind nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern so geteilt, dass der Leser im Ungewissem bleibt, was der Protagonist "all die Jahre" getan hat.
Doch wird dies in anderen Kapiteln wieder zum Vorschein gebracht. Zu Beginn der Kapitel steht immer Ort und Zeit der Handlung.
Zu Beginn des Buches war ich sehr gefesselt. Isau schreibt mit einer wundervollen Sprache. Detail verliebt und Dialoge, die ihres Gleichen suchen.
Doch je weiter die Geschichte und somit auch die Zeit voran schreitet, um so mehr drängen sich Mussolini und Hilter in die Geschichte um den Rachversuch des Uhrmacherjungen.
Isau verrennt sich in geschichtlichen Hintergründen, die nur sehr wenig mit dem Buch zu tun haben.
Es ist schon interessant, wie er über die wachsende Angst unter den Juden von der deutsch Wehrmacht berichtet, doch auch überflüssig.
Ca. 70 Seiten weniger hätten dem Buch keinen Abbruch getan, wären aber für den Leser angenehmer gewesen.
Dieser Punkt kann einem Leser, der sich nicht sehr für die Geschehnisse im 2.Weltkrieg interessiert, die Lust an dem Buch vermasseln.
Nach dem spannenden und packenden Auftakt plätschert die Geschichte langsam vor sich hin.
Mit der Zeit verlor ich das Interesse am Ausgang des Racheversuchs.
Ebenso unangenehm empfand ich die vielen Sprünge innerhalb der Geschichte. Mal ein Sprung von ein paar Stunden, mal von ein paar Monaten, ohne dass dies "angekündigt" wurde.
Trotzdem erhält das Buch 4 Sterne von mir, wenn auch schwache.
Aber das Nachwort des Autoren hat mich zum Lachen und der Epilog fast zum weinen gebracht.
Die Idee, Macht über "leblose Dinge" zu erlangen hat mir gut gefallen. Ich denke manchmal auch, dass Maschinen ihren eigenen Sinn haben, den man besänftigen kann.
Isau hat in diesem Buch eine Mischung aus Liebe, Krimi, etwas zuviel Zeitgeschichte und interessanten fantastischen Elementen geschaffen.