Vorsicht: Ganz milde Spoiler.
Die Journalistin Gracie Logan ist in der Antarktis zugegen, als ein seltsames, leuchtendes Zeichen am Himmel erscheint. Die ganze Welt gerät in Aufruhr: ist es ein göttliches Zeichen? Gracie wird durch einen Telefonanruf in die Wüste Sinai gebeten, wo ein Mönch lebt, der das geheimnisvolle Himmelszeichen seit Monaten an die Wände einer Höhle zeichnet.
Zur gleichen Zeit sieht ein Mann in Amerika die Bilder des Zeichens im Fernsehen und er bringt es mit dem Tod eines guten Freundes in Verbindung, der vor ein paar Jahren bei einem geheimen Projekt ums Leben kam. Er informiert dessen Bruder Matt, der nun - in der Hoffnung, dass sein Bruder damals gar nicht starb - zu ermitteln beginnt und sich schneller in mitten einer Verschwörung befindet wie er es sich vorgestellt hat.
Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Drahtzieher der Verschwörung müssen gestoppt werden, bevor noch mehr Menschen sterben müssen.
Meine Meinung:
Kurz: den Inhalt eines so dicken Wälzers zu fassen, ohne zu viel zu verraten, ist fast nicht möglich.
Raymond Khourys Thriller fällt nicht besonders aus dem Rahmen. Der Autor verwendet die üblichen Themen: Religion, religiöser Fanatismus, Fundamentalismus, Technik, Wissenschaft und die Bedrohung der Erde durch den Menschen selbst. Geschickt werden die wissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Elemente mit religiösen Elementen verwoben und so entsteht auf über 600 Seiten ein rasanter Thriller.
Ich muss allerdings sagen, dass der Thriller für mich eher mittelmäßig ist. Bereits zu Beginn des Buches war für mich klar, in welche Richtung es laufen wird. Was mir nicht klar war, war, wie die bösen Buben diesen ganzen Betrug aufziehen konnten. Wobei auch dies sich im Laufe der Handlung immer klarer heraus zu kristallisieren beginnt. Mir hat es ein wenig an Spannung gefehlt, die Dinge, die passieren, passieren immer gleich hintereinander und der Leser kommt leicht selbst hinter die Geheimnisse, ohne dass er sie überraschend und mit Spannung erfährt.
Dazu kommt, dass es viele Charaktere gibt, die alle nur oberflächlich bleiben - leider. Ein paar Charaktere weniger und man hätte auf die Charaktere besser eingehen können. Ich mochte eigentlich nur Jabba wirklich und die anderen blieben mir zu oberflächlich, auch wenn ich Matts Motivationen sehr gut verstehen konnte.
Der religiöse Aspekt, den der Autor für seine Story genutzt hat, war mir ebenfalls zu oberflächlich angekratzt. Wenn er die Gefahr von religiösem Fanatismus und Fundamentalismus hat herausstellen wollen (so kommt es mir nach dem Nachwort des Autors vor), so ist auch dies wirklich nur an der Oberfläche gelungen. Ich habe bereits andere Thriller dieser Art gelesen, in denen diese Dinge besser dargestellt waren.
Dazu kommt wieder die Motivation der "Bösen", die eigentlich auch etwas Gutes wollten, die Frage ist nur, mit welchen Mitteln. Die Religion ist hier nur ein Werkzeug, das genutzt werden soll. Der Zweck heiligt die Mittel, dies wäre ein Fazit, das man am Ende darunter setzen könnte. Schade nur, dass die Umsetzung der ganzen Idee irgendwie etwas gelitten hat und nicht mehr Spannung in der Geschichte war. Ab einem gewissen Punkt ist die Story an mir vorbeigeplätschert und ich konnte mir denken, was vorher passiert ist, was gerade am passieren war und was gegen Ende noch passieren würde. Schade!
Da ich schon einige Thriller mit ähnlichem Grundthema und Grundmuster gelesen habe, waren meine Erwartungen vielleicht auch ein wenig zu hoch. Mich hat dieser Thriller leider nicht überzeugen können. Er war zwar nicht so schlecht, dass ich ihn abgebrochen hätte, aber er war auch nicht gut genug, um ihn mit 3 Sternen zu bewerten. Ich habe gegen Ende auf einen Knall gewartet, etwas Überraschendes, doch leider kam nichts von dem und es lief genauso ab, wie man es sich hat denken können.
Also 2,5 Sterne. Etwas mehr Spannung hätte dem Buch nicht geschadet!