Rezension verfasst vor 4 Jahren
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Das ist prima! Neue Geschichten vom kleinen Nick. Achtzig an der Zahl. Das sind beinahe so viele wie alle anderen „Kleinen Nick“ Bücher zusammen. Zufällig gefunden von Anne Goscinny auf dem Dachboden bei einem Umzug. Was für ein Juwel!
Haben wir sie nicht alle geliebt – die Geschichten vom kleinen Nick und seinen Freunden, seiner Familie und all den anderen? Waren wir nicht alle danach süchtig? Und wollten wir nicht alle ein bisschen so sein? Ich jedenfalls schon. Ich habe die Bücher alle verschlungen, mehrmals. Und sie gehören zu den wenigen Kinderbüchern, die auch heute noch einen Platz in meinem Regal haben. Sie sind nicht mehr sehr schön, auch schon etwas angefleddert und voller Schokoladenfingerabdrücke, denn ich war als Kind wie Otto, ich habe ständig gegessen.
Die neuen Geschichten lassen fast nichts zu wünschen übrig, außer vielleicht, dass sie keine fortlaufende Handlung zu einem Thema darstellen. Aber das kann man ja auch nicht erwarten bei so einem zufälligen Fund. Der Versuch einer Gliederung wurde gemacht und ist auch annehmbar gelungen. Das Wichtigste ist ohnehin das Wiedersehen mit Nick, Otto, Georg, Roland, Max, Chlodwig, Adalbert, dem Nachbarn Herrn Bleder und Nicks großer Liebe Marie Hedwig. Wir erfahren allerlei Neuerungen in Nicks Familie, so kauft sein Vater endlich den ersehnten Fernseher und auch ein neues Auto. Es ist grün und diese Farbe gefällt Nicks Mama nun wirklich nicht, außerdem parkt es verkehrswidrig vor der Einfahrt und ein Polizist schreibt sogleich einen Strafzettel. Zu allem Überfluss mischt sich auch noch Herr Bleder ein und tituliert es abschätzig als lahme Ente. Während Herr Bleder, der Polizist und der Vater streiten, die Mama weint, klettert Nick in das neue Auto und drückt an den vielen Knöpfen herum. Dafür wird er ausgeschimpft und nun fängt auch er an zu weinen. Es sind einfach tolle Geschichten und in beinahe jeder gipfelt alles in heillosem Durcheinander.
Adalbert ist immer noch derselbe dreckige Ranschmeißer, Georgs Vater ist immer noch sehr reich und kauft ihm allerhand Sachen zum spielen und Chlodwig ist immer noch der Schlechteste in der Klasse. Er ist auch der Älteste, denn er hat eine Klasse zweimal machen müssen. Die Bande prügelt sich immer noch gerne in der Pause und der Hühnerbrüh verteilt weiterhin eifrig Strafaufgaben. Alles wie gehabt also. Und doch unheimlich neu und witzig.
Und wenn ihr nicht meiner Meinung seid und den kleinen Nick nicht prima findet, dann fange ich an zu weinen, wälze mich auf dem Boden und überhaupt geh ich dann weg von hier und ihr werdet schon noch sehen, was ihr davon habt. Nee, im Ernst, ist doch wahr!
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