Leser-Rezension zu „Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit” von Renate Feyl
am 6.07.2010
Dieses Buch versetzt Dich in eine ganz andere Zeit. Es läßt die WEimarer Zeit mit all den verschiedenen Genies der Epoche lebendig werden. Wußtest Du, wer sich da alles in Jena und Weimar getroffen hat? Da gab es noch kein lovely bokks also hat man sich getroffen und über Literatur geplaudert, Aber am schönsten war die Beschreibung, wie Goethe alle 14 Tage Mittwochs einlud, um eben nicht über das Gute, Schöne oder die Kunst zu sprechen. Dort wollte man dann einfach nicht geistreich sein und nur unter Freunden einen guten Wein probieren oder auch mal singen. Die Nachbarn neidetet den Freunden diese Zusammenkünfte und sprachen von Eltitenbildung - gut, da wäre ich dann trotzdem auch mal gern dabeigewesen.
Die Hauptfigur ist in der von ihrer Mutter gestifteten Ehe unglücklich und nimmt Armut aufsich, um frei zu sein. Ansonsten distanziert sie sich vom "Pöbel oder vom Klatsch des Hofes" - so wie wir vielleicht heute über "Leser" der Bildzeitung sprechen würden.
In ihrem Roman "Agnes von lilien" geht es um eine Fau, "die gesetzmäßig ihren Empfindungen folgt und dabei ihr Verhältnis zur Welt gestaltet".
Dabei denkt sie" das schönste Geld war nicht soviel wert, wie die Atmoshäre, die einen täglich umgab, denn sie prägte die Stimmung und in der Stimmung lagen die geheimnisvollen Antriebskräfte. Es war schon ein Unterschied, ob ich in einer Umgebung lebte, die ermutigte und mißriß oder die bedrückte und niederhielt.
Deshalb suche ich Leute, die weniger zum Pessimismus neigen und Bücher , die aufbauen.

