Leser-Rezension zu „Der Eid der Kreuzritterin” von Ricarda Jordan
am 18.12.2011
Kreuzzüge, Ritterturniere und Minnehöfe
Das neue Buch von Ricarda Jordan,hinter dessen Pseudonym sich die Schriftstellerin Sarah Lark verbirgt, beschäftigt sich ausgiebig mit den Kinderkreuzzügen im Jahre 1212,die vor allem von der katholischen Kirche verleugnet werden.Ob diese mit Wissen von Franz von Assisi-von Mitgliedern des Minoritenordens initiert wurden ist umstritten,die Autorin bezieht sich hier auf die ausgiebigen Schilderungen des umstrittenen Historikers Thomas Ritter. Hiernach sind tausende von Kindern dem Aufruf eines Jungen namens Nikolas, der Visionen von einen unblutigen Einzug in Jerusalem hatten , um die "Ungläubigen" dort zu bekehren hatte, gefolgt.Sie zogen von Köln über Koblenz, Mainz,Worms, Straßburg , Basel über die Alpen nach Genua,Pisa Florenz,Siena bis nach Rom. Ein zweiter Kreuzzug machten sich in Frankreich auf, von Paris nach Marseille. In der Hoffnung, dass sich dort das Meer für sie teilen würde und sie singend und betend ins gelobte Land einziehen können, machten sie sich auf den strapaziösen Weg, um am Ende zu unterliegen. Von diesen abertausenden von Kindern hat keines die Stadt Jerusalem gesehen . Viele starben an Hunger, Kälte oder Krankheiten, oder wurden in die Sklaverei verkauft.
Mit von der Partie sind in dieser Geschichte , die Ricarda Jordan um den Kinderkreuzug herum erfindet,zwei junge Frauen, die sich gegen ihre vorgezeichnete Zukunft wehren. Konstanze, die ihr Leben nicht in einem Kloster verbringen will und Gisela , die sich durch ihre Flucht einer arrangierten Ehe mit einem wesentlichen älteren Mann entzieht.Sie treffen aufeinander und meistern ihren Weg gemeinsam mit dem Tempelritter Armand und Malik, dem Sohn des Sultans von Alexandria.
Sehr anschaulich beschreibt Ricarda Jordan die Strapazen, denen die Teilnehmer des Kreuzzuges ausgesetzt waren. Die Überquerung der Alpen muss zu dieser Zeit das reinste Abenteuer gewesen sein, das so manchem das Leben kostete.Aber auch die anfängliche Begeisterung, mit denen die Kreuzzügler zu Anfang begrüßt wurden , schlug ins Gegenteil um und machte es vielen Teilnehmern der Reise schwer weiterzureisen.
Aber auch Schilderungen über Minnehöfe und Ritterturniere bindet die Schriftstellerin iin ihre Geschichte mit ein. Das sie das Ganze noch durch eine gefahrvolle Verschwörung würzt und auch die Liebe nicht zu kommen läßt, rundet dieses Buch noch ab.Der Schreibstil ist flüssig und teilweise sehr spannend.
Lassen sie sich ins Mittelalter entführen und erleben sie das Abenteuer des Kinderkreuzzuge mit. Bis auf einige Längen am Ende der Geschichte, hat mir dieses Buch gut gefallen.

