Leser-Rezension zu „Die komische Frau” von Ricarda Junge

Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (9)

Nil Nil
Verfasst von Nil
am 5.11.2010
 

"Ich spürte eine merkwürdige Ruhe in mir, so, als wäre etwas ausgeknipst worden, meine Gedanken waren ein gleichmäßiger, breiter Strom, der nichts abtrug, nichts mitriss, nichts plattwaltzte. Ich glitt über den Strom hinweg, spürte die leichte Kühle, die vom Wasser aufstieg wie ein Hauch, aber weder Angst noch Zorn, weder Hoffnung noch Traurigkeit oder Schmerz." Seite 43 aus 'Die komische Frau' von Ricarda Junge.
Der Roman ist eine feine Erzählung einer kleinen Familie, die aus "Westdeutschland" weit nach der Wende nach Ostberlin zieht und dort mit der Vergangenheit konfrontiert wird. Das Paar trennt sich und die Mutter bleibt mit dem Kind in der gemeinsamen Wohnung zurück. Es dreht sich alles um die Wohnung, die Mitbewohner, das Haus. Eine bizarre Stimmung wird gemalt und alles scheint anders als es ist. Durch viele Parallen der Protagonistin in diesem Roman mit der Schriftstellerin selbst, hat man das Gefühl das Ricarda Junge viel ihrer Selbst in dieses Werk gelegt hat.
Den Roman zeichnet vor allem die sprachliche Raffinesse und feine Wortwahl aus. 'Die komische Frau' liest man einfach gerne, da es gute Literatur ist. Ich bin nur durch Zufall zu diesem Roman gelangt und finde es bedauerlich, dass die breite Masse der Leser dieses Buch noch nicht entdeckt hat. Fazit: Unbedingt lesen!

 

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Die komische Frau Die komische Frau
Ricarda Junge

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Die komische Frau
von Ricarda Junge

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