Leser-Rezension zu „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?” von Richard David Precht
am 8.09.2011
Ich liebe Bücher, gerade zum nachdenken, doch dieses ist das einzige das ich je las, welches ich voller Enttäuschung und Wut in die Ecke warf. Es soll "anders sein als alle anderen phil. Bücher" und einen "umfassenden" Einblick in die phil. Geschichte geben… das ist schlichtweg gelogen. Hieße es: ein Buch aus dem Blick eines Materialisten, der viel von Hirnforschung erzählt, da er während der Vorlesung zur Erkenntnistheorie geschlafen hat, für jedermann (= Mainstream), dann wäre das fair, man wüsste was einen erwartet.
Gerade jetzt, nach leidenschaftlichen Studien (über Wikipedia und Fachbücher) zu phil. Themen graust mich die Verbreitung dieses Buches umso mehr – ich weine um die Wunderwelt der Philosophie. Das dem noch andere folgten die eines der intuitivsten Bereiche menschlichen Lebens thematisieren ("Was ist Liebe?") lässt nichts gutes ahnen.
Schade, dass es nur zwei Wege zu geben scheint: dem philosophischen Tiefgang gerecht, und damit für den Unwissenden zu schwer (wie beim Sport gilt: je mehr Übung, umso besser), oder oberflächlich aber dafür für die Masse. Ein Jammer!

