Rezension verfasst vor 2 Jahren
(15)
Jack the Ripper meets Wilder Westen …
Eigentlich wollte der junge Trevor nur seinen Onkel, einen Londoner Polizisten, zur Hilfe holen, als seine Mutter von einem betrunkenen Bekannten misshandelt wurde. Aber auf der Suche nach ihm verirrt Trevor sich ins East End und kommt dabei ausgerechnet Jack the Ripper bei seinem mörderischen Treiben in die Quere. Nach einer wilden Verfolgungsjagd glaubt Trevor, sich mit einem Sprung in die Themse gerettet zu haben, doch stattdessen findet er sich schließlich auf einer Jacht wieder, auf dem Weg nach Amerika … und in der Gewalt von Jack the Ripper, der es an der Zeit sah, sich ein neues Jagdrevier zu suchen.
So ein bißchen hat Heyne mal wieder Etikettenschwindel betrieben. Der Titel „Der Ripper“ lässt etwas mehr Ripper vermuten und deutlich weniger Western. Ein Großteil des Buches begleitet den Ich-Erzähler Trevor bei seinen Abenteuern in Amerika, bei denen der Mörder nur eine grausame Erinnerung ist, und es geht eigentlich mehr um Trevors Entwicklung von einem etwas naiven Jungen zu einem Mann, der tötet, wenn es sein muss. Trotzdem bin ich über diesen Schwindel ganz froh, wäre mir doch sonst ein wirklich tolles Buch entgangen. Es geht teilweise ganz schon brutal zu, aber die meisten Jack-the-Ripper-Sachbücher sind drastischer in ihren Beschreibungen und zeigen zudem die wenig appetitlichen Fotos der Ermordeten bzw. Tatorte. Hardcore ist die Story daher sicher nur für arg Zartbesaitete. Auch bietet das Buch trotz aller Grausamkeit, aller Seelenqualen, die Trevor erleidet, einen leichten Humor, der Spaß macht und Richard Laymon hat es geschafft, die Spannung wirklich bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Die kleinen Mängel in der Logik der Geschichte verzeiht man ihm dafür sofort. Absolut lesenswert!
0 Kommentare