Leser-Rezension zu „Das Echo der Erinnerung” von Richard Powers
am 15.01.2008
Der Roman spielt mitten in Amerika, geografisch, spielt 2002-2003, zeitlich. Das ist die Folie, vor dem die Geschichte der Schluters spielt. Ein Bruder erkennt seine Schwester nach einem Unfall nicht mehr, findet sie und seine ganze Umwelt, ausgetauscht, ersetzt durch Kopien. Die Verwirrung Amerikas nach dem Anschlag auf die Twin Towers ist das Thema, nie vordergründig, nach Aktualität heischend, aber immer subkutan vorhanden.
Ich habe bisher keinen Roman über 9/11 gelesen -DeLillo fehlt mir noch- der so genau die Stimmung dieser Zeit einfängt. Natürlich schreibt Powers ungemein packend und präzise. Einen kleinen Einwand gibt es doch: Manchmal geht mit ihm sein Fachwissen über Hirnforschung durch, dort könnte man meiner Meinung nach etwas kürzen. Sonst: Was die Lage des Landes von Richard Ford für die Zeit vor 9/11 ist, ist Das Echo der Erinnerung für die Zeit danach. Great American Novel.

