Leser-Rezension zu „Das Geld war schmutzig” von Richard Stark
am 12.10.2009
Bisher habe ich leider noch kein Buch von Richard Stark gelesen - vor allem hat mich der hohe Preis dieser Taschenbücher immer abgeschreckt. Aber schon gestaltet sind sie ja und versprechen einiges an Spannung - mal sehen, vielleicht nehme ich demnächst mal den Papageien mit wenn ich wieder Bücher kaufen gehe.
"Das Geld war schmutzig" ist ein ungewöhnlicher und anspruchsvoller Roman, der einmal nicht aus Sicht eines "guten" Polizisten, der Verbecher jagt. Stattdessen geht es hier um Parker, einen erfolgreichen und notorischen Kriminellen, der gerade einen Bankraub durchgeführt hat. Allerdings lief dabei offensichtlich etwas schief und er musste das Geld zurücklassen - nun gilt es zu überlegen, wie man am leichtesten darankommt - ohne der Polizei oder habgierigen Mitwissern in die Hände zu fallen.
Teilweise habe ich mich geärgert, dass ich den Vorgänger zu diesem Buch nicht kenne, denn zum vorhergegangenen Bankraub wird kaum etwas erzählt, was ich schade finde; gern hätte ich mehr darüber erfahren. Aber man versteht die Handlung des Buches auch so und ebenso wenig fällt es schwer, mit Starks Hauptpersonen Parker und Claire warm zu werden. Beschrieben werden diese nie großartig...man nhat sogar das Gefühl, kaum etwas über Parker und Claire zu erfahren, aber gerade das macht dieses Buch gut. Die Handlungen der Charaktere wirken auch so überzeugend genug und Stark konzentriert sich statt ausführlicher Beschreibungen lieber auf die Handlung seines Buches, die es in sich hat.
Schon auf den ersten Seiten kommt eine unglaubliche Spannung auf, die dafür sorgt, dass man das Buch kaum noch zur Seite legen mag. Dank einer klaren Handlung ohne Nebenstränge und Belanglosigkeiten reißt diese Spannung nie ab und man fühlt sich, als wäre man mittendrin. Lediglich das Ende des Buches fand ich dann ein wenig enttäuschend, denn auch hier bleibt Stark seiner Tradition treu: Alles ist kurz und prägnant, lange Abschiedsworte etc. gibt es nicht.
Ich würde diesem Buch zwar doch einen doppelt so dicken Krimi mit ausführlich beschriebenen Charakteren vorziehen (Identifikationscharakter), aber "Das Geld war schmutzig" hat es doch geschafft, mich für eine kurze Zeit hervorragend zu unterhalten und mich neugierig auf die anderen Stark-Bücher zu machen.

