Leser-Rezension zu „Kristus” von Robert Schneider
am 4.09.2011
Inhalt:
Die Niederlande im 16. Jahrhundert: Der kleine Jan Beukels aus Leyden hat nur einen Wunsch – Er will Christus werden.
Was den Lehrer entsetzt und als sündhafte Äußerung abgestempelt wird, hat eine einfache Erklärung.
Denn es war eine Prozession der Kartäusermönche am Palmsonntag, die den kleinen Beukels beeindruckt hatte. Sie hatten den Einzug nach Jerusalem dargestellt und es war der Mönch Gerrit tom Kloister, der auf dem Esel gesessen hatte. Genau dies war die Rolle, die auch Jan einmal spielen wollte.
Jan wurde älter und seine Träume änderten sich. Er wollte Karriere machen und kam als Kaufmann bis nach Lissabon. Doch das Glück hielt nicht lange an und Jan wurde kurz danach vom Schicksal gebeutelt.
Er fand den Weg zur Religion zurück, ging nach Münster, wurde Wiedertäufer und Prophet. Doch dort begeht er einen entscheidenden Fehler.
Meinung:
Die Geschichte des Jan Beukels hat etwas tragisches an sich. Alles, was die Wiedertäufer sich erträumten, war ein Utopia. Gerechtigkeit und Gleichheit in einem Gottesstaat. Doch was sie schafften war kein Paradies, es war die Hölle. Denn vor lauter Streben nach Glückseligkeit bemerkten sie nicht, wie sie ihre eigenen Regeln von Gleichheit und Gerechtigkeit brachen, ja sogar Menschenleben opferten.
Robert Schneider geht die Geschichte des Jan Beukels umständlich an und so kommt es, dass das Buch interessant anfängt, nachlässt und erst gegen Ende wieder an Spannung zunimmt.
Fazit: Der Inhalt, den Robert Schneider aufgreift, ist ein Interessanter, nur die Umsetzung hat mir nicht ganz gefallen.

