Leser-Rezension zu „2666” von Roberto Bolano

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Taja Taja
Verfasst von Taja
am 6.11.2011
 

Bolanos Vermächtnis ist genial. Es ist schwer in eigene Worte zu fassen, weil das Werk so ungeheur grenzenlos ist. Was bleibt am Ende des Buches, wenn man die Seite 1183 verlässt? Ich beschreibe es mit dem Zitat aus dem Buch (S.283 TB), also mit eigenen Worten des Autors. Der Amalfitano, ein verwirrter Philosophiprofessor geht einem Gedanken nach, als er sich mit einem Apotheker über die Literatur unterhält, und derjenige offenbahrt, dass er "Die Verwandlung" von Kafka dem "Der Prozess" bevorzugt, und "Bartleby" dem " Moby Dick" von Melville:
"Trauriges Paradox. Nicht einmal die belesenen Apotheker wagen sich mehr an die großen, die unvollkommenen, die überschäumenden Werke, die Schneisen ins Unbekannte schlagen. Sie geben den perfekten Fingerübungen der großen Meisters den Vorzug. Anders gesagt: Sie wollen die großen Meister bei eleganten Fechtübungen beobachten, aber nicht wissen von den wahren Kämpfen, in denen die großen Meister gegen Etwas kämpfen, das uns allen Angst einjagt, jenes Etwas, das gefärlich die Hörner senkt, und es gibt Blutvergißen, tödliche Wunden und Gestank"
So ein Buch ist das. Oft hatte ich das Gefühl eine Mülldeponie der Welt zu betretten, die verwesten Leichen und den Schrecken direkt auf die Bühne unseres Lebens kippt. Die Wirkung des Buches war auf mich destotrotz oder gerade deswegen lebensbejaend.

 

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Roberto Bolano

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