Leser-Rezension zu „Tiepolos Fehler” von Roman Rausch

Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (8)

Bücherwurm Bücherwurm
Verfasst von Bücherwurm
am 25.09.2011
 

Auftakt einer Serie mit Kommissar Kilian!
Roman Rausch ist wirklich gelungen eine Krimi-Serie mit Schauplätzen in Würzburg zu erschaffen, die so unglaublich humorvoll und komisch ist, dass ich den Vergleich zu Don Camillo und Peppone nicht aus dem Kopf bekomme!
In diesem Band lernen wir den sehr sympathischen Kommissar Kilian kennen. Durch ein Zögern verliert er die Möglichkeit in Italien weiter als Ermittler tätig zu sein und muss zurück nach Deutschland. Noch hat er Angst, dass er zurück nach München muss, schliesslich hat er sich dort nicht wirklich wohl gefühlt, aber das Schicksal meint es anders: Er muss nach Würzburg!
Für Kilian bedeutet dies der Untergang, denn das ist sein Herkunftsort, dort lebt seine Mutter, dort liegen alle diejenigen Wurzeln, die er jahrelang verödet und verendet glaubte!
Heinlein, ein Polizist, mit Familie und vielen Träumen, soll Kilian empfangen und vom Frankfurter Flughafen abholen.
Freuen tut er sich nicht, wer weiss, wen man da wieder geholt hat als Ersatz des eben pensionierten Kommissars. Unmutig fährt er los und dank seiner Träumereien kommt er am Flughafen nicht ganz unbeschadet an: Er hat einen Unfall, ausgerechnet mit einem Hühnertransporter und kommt humpelnd und blutbefleckt voller Federn am Flughafen an.
Dort wartet schon ein geladener Kilian, der in Italien einem Anschlag mal eben so entging. Sein bester Freund hatte sich zwischen die Kugel und ihn geworfen und liess sein Leben, während Kilian quer über den Flughafen flüchtete, einen Koffer entwendete um als amerikanischer Texaner in Stiefel, mit Sonnenbrille und kariertem Hemd in Frankfurt heimlich zu landen.
Alleine die Szene des Aufeinandertreffens der beiden zukünftig zusammenarbeitenden Ermittlern ist so unglaublich, dass ich -als ich Wochen später einem Freund davon erzählen wollte- an einer Berliner Laterne hing, einen Arm festgeklammert, mit dem andern Arm meinen schmerzenden Bauch haltend Tränen gelacht habe und kein vernünftiges Wort äussern konnte. Auch den sich ansammelnden, umstehenden Neugierigen konnte ich nicht klarmachen, dass ich grade nur eine Szene aus einem Buch erzählen wollte, man muss diese Szene selbst gelesen haben, diesen trockenen Humor des Autors, diese Metapher des hühnerbekleckerten Indianers, der den sich versteckenden Cowboy sucht, ist einfach umwerfend!
An den Fall an sich kann ich mich schon nicht mehr recht erinnern, nur dass ich seitenweise Tränen gelacht habe, tagelang heftige Bauchschmerzen hatte und mich königlich amüsierte!
Ach und dass sehr viel gut recherchierte Information verarbeitet wurde!
Es ist ein grosser Spass, diese Reihe zu lesen, auch wenn die Bücher aus dem Jahre 2003 stammen!

 

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Tiepolos Fehler Tiepolos Fehler
Roman Rausch

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Tiepolos Fehler
von Roman Rausch

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