Leser-Rezension zu „In der Misosuppe” von Ryu Murakami
am 21.06.2010
Inhalt:
Kenji, 20 Jahre alt, führt ausländische Touristen durch Tokyos Rotlichtviertel - das Kabuki-cho. Eines abends heuert Frank, ein Amerikaner Mitte dreißig, ihn an mit ihm um die Häuser zu ziehen. Doch Kenji bemerkt, dass Frank seltsam ist und er bringt ihn schnell mit einigen brutalen Morden rund um Kabuki-cho in Zusammenhang... Am zweiten Abend wird die Situation für Kenji mehr als brenzlig, denn seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich...
*****
Meinung:
Ich weiß gar nicht, was ich zu dem Buch sagen soll. Es ist anfangs langatmig, Kenjis Beweisketten untermauern aber den roten Faden. Dann plötzlich knallt der Autor eine mehrseitige Splatterszene hin, die Ekel erregt und den Herzschlag erst vor Schreck aussetzen und dann vor Horror rasen lässt.
Eine bizarre, ängstigende Charakterstudie über einen perversen "Ich habe gerade Lust auf Leute niederzumetzeln"-Killer. Authentisch, schonungslos, krank und definitiv nicht jedermanns Sache.
Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist, wenn Leser nur die EINZIGE Splatterszene breit treten und meckern es sei schlecht. Leute, das ist EINE Szene und man kann sie durchaus verkraften, auch wenn's erst mal ziemlich schockt.
Jüngeren Lesern würde ich das Buch aber nicht empfehlen.
*****
Fazit:
Ein schockierendes Psychogramm mit zwielichtiger Kulisse - einzige Schwäche sind die Längen zu Anfang des Buches.

