Leser-Rezensionen zu „Der Fluch der Hebamme” von Sabine Ebert
Rezension verfasst vor 1 Monat (4)
Inhalt:
Freiberg 1189: Christian ist nun seit 5 Jahren tot. Marthe ist zwar mit Lukas verheiratet trauert aber immer noch Christian nach. Aber auch Lukas hat den Tot seines besten Freundes noch nicht überwunden. Christians ältester Sohn Thomas steht kurz vor der Schwertleite und Clara, die älteste Tochter, muss endlich vermählt werden. Zu groß ist die Angst was Albrecht mit ihr machen wird wenn er einst über die Mark Meißen herrschen wird. Noch herrscht der alte Otto über die Mark Meißen. Doch schon bald versucht sein ältester Sohn Albrecht alles an sich zu reißen. Thomas der als Knappe auf Ottos Burg dient flieht zusammen mit seinem besten Freund Roland und schließt sich dem Kreuzzug von Friedrich I. an. Friedrichs Heer zieht richtung Jerusalem um es zurückzuerobern und Friedrich zu dessen König zu krönen. Auch Dietrich, Ottos jüngerer Sohn ist unter den Wallfahrern. Er ist verscheinlich der einzigste der Albrecht etwas entgegenzusetzen hat. Doch so eine Wallfahrt kann man nicht abbrechen und so bleibt es spannend bis zum Schluss.
Meinung:
Auch der vierte Teil der Hebammen-Reihe ist spannend bis zum Schluss. Obwohl ich finde das die Geschichte um den Kreuzzug etwas zu langatmig ist fand ich das Buch wirklich super. Das Ende hätte ich so nicht erwartet. Zum Schluss ist alles offen und ich würde am liebsten gleich den fünften Band lesen um zu erfahren wie alles ausgeht. Zwar erzählt Sabine Ebert immer wieder etwas über die Vergangenheit, was eine kleine Hilfe ist, aber ich denke man sollte die Hebammen-Reihe trotzdem in der richtigen Reihenfolge lesen. Ich finde Sabine Ebert's Art zu Schreiben wirklich gut. Den fünften und auch letzten Band werde ich aufjedenfall lesen.
Rezension verfasst vor 5 Monaten (4)
Ein neues Abenteuer für Marthe und ihre Familie.
Seit Albrecht von Wettin Markgraf von Meißen ist, ist das Leben sehr gefährlich und trostlos in der Mark Meißen geworden. Lukas und Marthe bangen um ihr Leben. Marthes Sohn Thomas und dessen Freund Roland müssen fliehen und schließen sich dem Wallfahrerheer an...
Der vierte Teil der Hebammen-Serie ist sehr spannend, oft auch traurig.
Rezension verfasst vor 7 Monaten (6)
Inhalt:
5 Jahre ist es her seitdem Marthes Mann Christian gestorben ist und noch immer ist sie nicht über seinen Tod hinweg. Auch wenn sie Lukas geheiratet hat trauert sie immer noch um Christian, das belastet auch Lukas sehr, vor allem weil auch er immer noch den Tod von Christian rächen möchte.
Der Markgraf Otto wird immer älter und es ist nicht zu übersehen das der Tag seines Ablebens langsam näher kommt, dann wird Albrecht die Regentschaft über die Mark Meißen übernehmen, aber das möchte Markgraf Otto nicht mehr seitdem er das wahre Gesicht von Albrecht gesehen hat...
Meine Meinung:
Der Fluch der Hebamme ist der vierte von fünf Bänden aus der Reihe und gerade bei dem wird im Nachwort auch von Sabine Ebert erklärt warum dieses Buch genauso endet und auch warum 5 Bände. Ich glaube ich verrate nicht zu viel wenn ich frei zitiere: Die Geschichte um Marthe sollte eigentlich in einem Band statt finden, aber da die historischen Begebenheiten so umfangreich waren wurden nun 5 Bände draus, die diese 30 Jahre erzählen.
Ich kannte die ersten drei Bände bereits und auch dieser stand hier nun schon eine Weile. So war eine erhebliche Zeit zwischen Band 3 und 4 aber das störte gar nicht. Schnell war ich wieder mittendrin im Geschehen und fand mich zurecht mit all den Namen und Personen, hier und da hat Sabine Ebert nochmal ein wenig an das was in der Vergangenheit geschehen ist erinnert, was eine kleine Hilfe ist wenn man noch nicht so ganz drin ist in der Geschichte. Der Fluch der Hebamme hat zwei Erzählstränge, einen zu Hause und einen im fremden Land, aber die Übergänge sind ohne Probleme zu lesen. Es gibt Schlachten, die aber für mich Gott sei dank nicht so übermässig beschrieben sind, das mag ich an vielen historischen Romanen nämlich nicht so. Ich finde viel interessanter wie die Frauen im Hintergrund Fäden gezogen haben und auch wie sich die Familien entwickeln. Ein wenig Ränke schmiederei ist natürlich auch dabei. Also alles was ein historischer Frauenroman braucht!!!
Lesen sollte man unbedingt in der chronologischen Reihenfolge, denn sonst fehlt einem zu viel Basiswissen. Da ich hier noch keinen der Bände von Sabine Ebert rezensiert habe möchte ich auch kurz auf die Figuren und den Schreibstil eingehen. Der Schreibstil macht es mir als Leser leicht mich auch in der vergangenen Zeit mit so viel Fremden zurecht zu finden, ohne Absätze wiederholen zu müssen. Es ist so als ob ich dabei wäre und es sind auch keine störenden Fremdwörter zu finden. Ich konnte gut in die Vergangenheit eintauchen und sah auch alles in meinem Kopf bildlich vor mir. Ich mag die Art Sabine Eberts Art zu schreiben sehr.
Die Figuren sind gut ausgearbeitet und sie gehören für mich wenn ich den Roman lese schon fast zur Familie. Ich bin stiller Beobachter, leide mit, bin wütend und sauer, oder freue mich mit.
So bin ich nun sehr gespannt auf den 5. Band den ich heute noch anfangen werde: Der Traum der Hebamme, aber auch etwas wehmütig, da ich weiß das danach Ende ist.
Rezension verfasst vor 9 Monaten (5)
Nachdem fälschlicherweise Blut und Silber als der Nachfolger der Hebammen-Reihe angekündigt worden ist , liegt nun die richtige" Fortsetzung vor.
Nahtlos knüpft die Autorin an Stil und Story des bekannten dritten Bandes der Serie an. Das neue Layout der Bücher macht auch optisch einen guten Eindruck und passt sich in das gängige Muster der historischen Romane ein.
Beim Lesen merkt man aber schnell das mit diesem Buch kein Durchschnittsbuch vorliegt.
Mit liebenvollen Details lässt die Autorin den Leser an den Gefühlen, Gedanken, Sehnsüchten der handelnden Personen teilhaben ohne dabei einzelne Charaktere unangenehm hervorzuheben.
Die Geschichte liest sich flüssig und schlüssig, wird nicht durch die typischen Gewaltszenen vieler mittelalterlichen Romane verdorben, auch wenn sie natürlich Bestandteil des Lebens jener Zeit sind und somit erwähnt gehören.
Der Wechsel der verschiedenen Schauplätze von denen das Buch erzählt gestaltet sich langsam und macht es dem Leser leicht sich schnell wieder in neue Situationen hineinzuversetzen. Dadurch entsteht eine vielschichtige und weit ausholende Geschichte mit vielen Facetten die das Leben im Mittelalter bestens wieder spiegeln kann. Der oft bei mittelalterlichen Romanen entstehende Langeweile-Effekt" durch ausufernde Beschreibungen lässt sich hier vergeblich suchen.
Das die Autorin langsam einen neuen Schauplatz einführt lässt sich als Hinweis auf eine weitere Fortsetzung mit weit reichenden Schauplätzen deuten.
Diese Sache ist der Autorin auch sehr gelungen da es schlüssig mit in die eigentliche Geschichte einfließt und beim Leser das Gefühl erweckt das es so sein muss .
Ein Personenverzeichnis, welches bei der Fülle der Personen mittlerweile auch dringend nötig ist, und eine Karte lassen den Leser während der Reise durch die Geschichte der Hebamme Marthe und ihrer Familie nicht im Regen stehen.
Fazit: Eine mehr als gelungene Fortsetzung auf die lange gewartet worden ist und die durch die Taschenbuch -Ausgabe im Preis-Leistung Verhältnis unschlagbar ist.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (11)
hat mir wieder sehr gut gefallen, auch wenn zwischendurch mal eine länge drin war, und ich dachte hört der abschnitt denn gar nicht mehr auf. aber dann war alles wieder ok.
ein interessanter und gut recherchierter historischer roman, dann ich gerne weiterempfehle. einziges manko bei solchen fortsetzungsromanen ist die lange wartezeit auf den nächsten band, so dass man dann erst eine ganze weile braucht um wieder reinzukommen und den anschluss zu finden.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (8)
Fünf Jahre sind vergangen, seit Christian sein Leben gab, um die Bewohner Freibergs zu schützen. Nun sind Lukas und Marthe miteinander vermählt, Christians ältester Sohn Thomas steht kurz vor seiner Schwertleite und die älteste Tochter Clara muss endlich verheiratet werden. Die typischen Elternsorgen zu der Zeit, dich leider nicht die einzigen für Marthe und Lukas. Thomas möchte sich dem Kreuzzug von Friedrich I. - uns heute auch als Barbarossa bekannt - anschließen, der örtliche Pater lauert nach wie vor darauf, Marthe der Hexerei zu bezichtigen und auch Otto, der Markgraf von Meißen, wird langsam alt. Sollte er sterben, erbt sein Sohn Albrecht das Amt und dieser ist gar nicht gut auf Marthe und ihre Freunde zu sprechen. Dass ihnen nichts Gutes schwant, sollte er Markgraf werden, wissen die Leute, durften sie seine Grausamkeit doch bereits erleben. Er war es auch, der den Tod Christians forderte.
Dementsprechend sorgenvoll sind die Zeiten, die nun folgen - Albrecht trachtet mit aller Macht nach Meißen und Lukas und Marthe haben alle Hände voll zu tun, was sie können, um immer über alles informiert zu bleiben - und auch ihre Familie zu schützen.
Derweil zieht Friedrichs Heer langsam Richtung Jerusalem, im es zurückzuerobern und Friedrich zu dessen König zu krönen. Unter den Wallfahrern ist auch Dietrich, Ottos jüngerer Sohn, der wohl der Einzige ist, der seinem Bruder etwas entgegensetzen könnte. Doch eine Wallfahrt bricht man nicht ab, und so bleibt die Frage, ob er wohl noch rechtzeitig zurückkommt. Wenn überhaupt.
Auf meine Nachfrage hin hieß es, das Buch sei auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände gut verständlich und nachvollziehbar, und das zumindest kann ich bestätigen. An gegebener Stelle wird immer wieder kurz wiederholt, was damals geschehen ist, so dass jeder immer auf dem neuesten Stand ist. Bisweilen kann das für Leser, die von Anfang an mitgelesen haben, etwas ermüdend sein, doch gerade was die ersten Bände betrifft, dürften solche Erinnerungen von Vorteil sein. Sollte also jemand zwischendurch einsteigen wollen, weil ein bestimmter, behandelter Zeitraum interessiert, andere dafür weniger, steht dem nicht wirklich etwas im Wege.
In diesem Buch geht es beispielsweise relativ ausführlich um den dritten Kreuzzug - wenn auch nicht nur - und kann, was das anbelangt, für sich gelesen werden.
Allerdings bringt so ein plötzlicher Einstieg auch seine Probleme mit sich, angefangen bei den Charakteren. Mit der fortschreitenden Serie kommen logischerweise auch neue Charaktere hinzu, die anderen wandeln sich. In "Der Fluch der Hebamme" gibt es schon jede Menge Charaktere und vor allem die kleinen Randfiguren, die trotz allem nicht unwichtig sind, sind schwer auseinanderzuhalten. Wer sie aus früheren Bänden kennt, wird da sicherlich anders denken, ich aber hatte arge Probleme, die ganzen Schmiede und was weiß ich auseinanderzuhalten oder mir nur die Namen zu merken - meine Rettung bestand einzig und allein darin, dass oftmals dazu gesagt wurde, wer wer ist. (Notfalls gibt es aber auch ein Personenverzeichnis am Anfang des Buches.) Viel schwieriger waren da die ganzen Kinder - außer den drei ältesten gingen diese fast vollkommen unter und wenn die Rede vom "Jüngsten" ist, sagte mir das nie besonders viel.
Aber auch abgesehen davon sind es einfach zu viele Figuren, um zu einzelnen eine richtige Bindung aufzubauen - zwar habe ich einzelne Geschehen durchaus interessiert verfolgt, aber die Einzelschicksale haben mich nie so berührt, wie sie es hätten tun können.
Außerdem zeigt sich keine wirklich Tiefe, auch wenn ich hier wieder sagen muss: Mir fehlt der Vergleich zu den vorherigen Bänden. Ich bin recht sicher, dass es im großen Vergleich etwas anders aussieht; für diesen Einzelband kann ich jedoch nur sagen, dass die Charaktere als Individuen nicht ganz zu überzeugen wissen.
Denn einige Sachen lassen sich auch mit dem Neueinstieg nicht entschuldigen, manchmal fehlen schlichtweg die Details. Um ein Beispiel zu nennen: In einigen Teilen, die aus Thomas' Sicht erzählt werden, wird ein gewisser Zweifel am Glaube erwähnt. Das kommt zwar immer mal wieder, allerdings nie so eindrücklich, wie es hätte sein sollen. Immerhin ist so etwas damals ein regelrechter Skandal, und ich für meinen Teil hätte mir gewünscht, dass es Thomas noch mehr zu schaffen macht beziehungsweise dass dies auch beim Leser rüberkommt.
Viel stärker wichte ich allerdings den Inhalt, der sich sehr an der Geschichte orientiert, also weniger ins Detail geht, sondern zu einem großen Teil historische Ereignisse beleuchtet. Das ist in zweierlei Arten etwas problematisch: Zum einen geschieht nie etwas Schlag auf Schlag, wie es eben so ist. Um irgendwo hinzureiten, braucht man Zeit, auch Nachrichten verbreiten sich nicht allzu schnell, wenn sie einen längeren Weg zurücklegen müssen. Das lässt die Handlung etwas plätschern, und läge der Fokus mehr auf dem kleinen Geschehen mittendrin - das, was sich die Autorin ausgedacht hat -, wäre dieser Effekt womöglich nicht eingetreten.
Denn zum anderen kennen wir die Geschichte ja. Und wenn nicht, dann ist es leicht, sich über die großen Ereignisse zu informieren. Ich hätte mich auch vorab belesen können, wie der dritte Kreuzzug ausgeht, wer die Mark übernimmt und so weiter - um genau zu sein, befindet sich im Anhang des Buches eine Zeitleiste, die auch das zukünftige Geschehen umreißt. Das lässt nur etwas mehr Spannung aufkommen, als wenn ich ein Geschichtsbuch lesen würde, wenngleich auch diese interessant sind.
Ganz unschuldig ist aber die fehlende Bindung zu den Charakteren auch hier nicht - so ist es interessant und ging bei Weitem nicht spurlos an mir vorbei; aber hätten mir die Figuren näher am Herzen gelegen, wäre das Buch an sicherlich spannender gewesen.
Inhaltlich ist es also interessant, aber auch nicht viel mehr; allerdings für einen Neuleser, wie gesagt.
Das Ende war allerdings sehr enttäuschend, da es kein Ende ist, wie auch die Autorin anmerkte. Normalerweise hab ich nichts gegen Cliffhanger, aber in diesem Fall passt es einfach nicht. Das Ende ist in keiner Weise rund oder setzt an, wenn ein Themenkomplex wirklich abgeschlossen ist - beispielsweise die Rückkehr der Wallfahrer hätte für mich persönlich dazugehört; sie fehlt aber. Zum Glück kommt noch ein Band - denn ich will natürlich wissen, wie es richtig ausgeht (mit den Charakteren) und so ein Roman ist dann doch angenehmer zu lesen, als trockene Geschichtsbuch-Texte und ausführlicher als eine Zeitleiste.
Dennoch, das Buch hat auch seine guten Seiten. Zum einen verfällt die Autorin in keinen Erotikwahn, wie es manchmal der Fall ist - aber das sollte Altlesern ja bekannt sein. Zum anderen ist das Buch wirklich sehr angenehm zu lesen.
Außerdem schreckt Frau Ebert keinesfalls vor Toden zurück - das ist keine Überraschung, immerhin ist Christian gestorben, aber dennoch schön. Zwar nicht erfreulich fürs Leserherz, aber wesentlich realistischer als ein Gute-Laune-Bild, bei dem fast alle einen Krieg überleben und Leute, die auf zwei Seiten kämpfen, nie entdeckt werden und keine Konsequenzen erfahren müssen. Einiges davon ist gewissermaßen vorhersehbar und auch irgendwie logisch, damit an anderer Stelle eine gewisse Figurenkonstellation ihr Happy End bekommen kann, aber ich will auch nicht päpstlicher sein als der Papst.
Auch sehr schön ist, dass die beschriebene Welt realistisch wirkt. Ich bin kein wirklicher Mittelalter-Experte und kann natürlich nicht sagen, ob alles genauso ist, wie es war. Aber es wirkt authentisch; die Umgebung, die Sprache ... und wenn es schlecht recherchiert wäre, wären wir auch sicherlich nicht mittlerweile beim vierten Band. Kleine Freiheiten hat die Autorin zwar im Nachwort zugegeben, aber diese betreffen eher ein Cover und auch diverse Aufenthaltsorte einiger Charaktere, bei denen die Quellen aber auch nichts Genaues sagen. Und mal ehrlich - ein bisschen künstlerische Freiheit sollte jedem gewährt sein.
"Der Fluch der Hebamme" ist demnach ein sehr interessantes, wenn auch nur mäßig spannendes Werk. Eine richtige Bindung zu den Charakteren kann leider nicht entstehen, allerdings dürften Altleser das ganz anders empfinden. Sprachlich angenehm und historisch authentisch ist dieses Buch kein Muss für Neueinsteiger, wer die Reihe aber zuvor schon konnte, kann sicher unbesorgt zugreifen.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (14)
Willkommen in der Zeit von Barbarossa, den Kreuzzügen - und den ersten Jahren der Stadt Freiberg in Sachsen! Freibergs Geschichte ist es in erster Linie, die Sabine Ebert in ihrer farbenprächtigen Roman-Quintologie erzählt. "Der Fluch der Hebamme" ist der vierte Teil, in diesem Jahr erscheint der fünfte und letzte Band.
Die Heilkundige Marthe ist die Hauptfigur der fünfteiligen Serie. Im ersten Band schloss sie sich aus Furcht vor den Folgen eines Missgeschicks bei der Geburt eines Kindes, das sie als Hebamme auf die Welt holte, einem Siedlerzug an. Später heiratete sie den Ritter Christian, nach dessen Tod seinen ehemaligen Knappen Lukas und wurde in den Stand einer Edelfreien erhoben.
Inzwischen sind Marthes und Christians Kinder erwachsen und haben ihre eigenen Probleme. Thomas dient als Knappe auf dem Burgberg von Meißen, wo es hoch hergeht, seine Schwester Clara soll heiraten. Das wäre alles kein Drama, würde nicht die Mark von einem Schatten überzogen: Albrecht. Der grausame und durchtriebene Sohn des früheren Markgrafen Otto droht, die Regentschaft zu übernehmen. Marthes Getreue, die mit Albrecht noch eine Rechnung offen haben, befürchten das Schlimmste. Retten kann sie nur Albrechts Bruder Dietrich, doch der ist gerade zu einem Kreuzzug ins Heilige Land aufgebrochen und weit fort ...
Das Faszinierendste am Hebamme-Zirkel ist, dass die Autorin es immer wieder schafft, ihre Figuren in hoffnungslose Situationen zu manövrieren und dennoch einen realistischen Ausgang zu ermöglichen. Die Storyführung bedient sich einiger Elemente des Kriminalromans, in "Der Fluch der Hebamme" ist beispielsweise ein Doppelagent im Einsatz.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (12)
Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert
.Freiberg im Jahre 1189. Fünf Jahre ist es her dass sich Christian geopfert hat und Marthe und Lukas den Bund der Ehe schlossen, um schlimmeres zu verhindern. Zwischen Marthe und Lukas ist aus Freundschaft eine zarte Liebe entstanden und beide vermissen Christian immer noch sehr.
Erneut stehen schwere Zeiten bevor, Markgraf Otte ist mittlerweile nicht mehr der Jüngste und mit seinem Tod ist jederzeit zu rechnen. Da Otto von Wettin das Vertrauen zu seinem ältesten Sohn Albrecht, durch dessen Taten immer mehr verliert, befürchtet dieser , dass sein Vater den jüngeren Bruder Dittrich von Weißenfels bevorzugen könnte und dieser die Markgrafschaft Meißen erbt.
Um dieses zu verhindern beschließt der grausame Albrecht seinen Vater zu entführen um sein Erbe zu erpressen und schon jetzt die Herrschaft über die Markgrafschaft übernehmen zu können. Markgraf Otto tappt in die Falle seines ältesten Sohnes und wird auf der Döberner Burg gefangen gehalten. Mit ihm sind Roland und Thomas, die Söhne von Reimund und Christian auf der Burg und Albrecht nimmt auch die Söhne seiner größten Widersacher fest.
Thomas und Roland bekommen jedoch unerwartet Hilfe und können fliehen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Freiberg um Lukas und Marthe zu warnen. Durch Albrecht zu Vogelfreien erklärt, dürfen Roland und Thomas nicht lange in Freiberg verweilen und in Hedwigs Auftrag machen die beiden jungen Ritter sich auf Kaiser Friedrich von den Ereignissen in der Markgrafschaft Meißen zu unterrichten.
Kaiser Friedrich befindet sich auf dem dritten Kreuzzug um Jerusalem wieder in christliche Hand zu bringen und in Pressburg treffen Roland und Christian auf das kaiserliche Heer. Nachdem sie dem Kaiser von der Tat Albrechts berichtet haben, tobt dieser vor Zorn. Hat sich Albert doch eigenmächtig über den gottgewollten Gesetzten hinweggesetzt.
Kaiser Friedrich befiehlt, dass Otto wieder über die Markgrafschaft regiert, um aber den Frieden zu wahren soll Otto ihn als Erben einsetzten.
Thomas und Roland schließen sich an. Zurück nach Meißen können sie nicht mehr, so das sie Dittrich von Weißenfels begleiten.
In der Markgrafschaft Meißen ist der Frieden, trotz des Befehls des Kaisers, nur von kurzer Dauer und unfassbare Dinge geschehen.
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Kritik
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Die Autorin Sabine Ebert hat mit dem Roman „Der Fluch der Hebamme“ den vierten Teil der historischen Saga um die Hebamme Marthe und die noch junge Stadt Freiberg (ehem. Christiansdorf) geschrieben. Die Autorin schafft es auch im vierten Band sich nochmals zu steigern. Sabine Ebert legt auch in diesem Band wieder viel Wert auf die historische Recherche, so dass dem Leser ein lebendiges Stück Geschichte der Freiberger Region, aber auch des dritten Kreuzzuges präsentiert wird.
Auch reflektiert die Autorin das Leben der Menschen zu dieser Zeit ausgezeichnet wieder. Nicht nur das sie Wert auf die authentische Kleidung, Kampftechniken und Lebensumstände legt, auch macht , sie deutlich wie sich die Menschen zu benehmen hatten. Für alle gesellschaftlichen, sozialen Ränge gab es strenge Regeln an die sich den Menschen zu halten hatten, die niedriggeborenen blieben am besten unscheinbar, gerade die Frauen um nicht der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt zu sein. Aber auch die Ritter, Grafen und Fürsten hatten sich strengen Regeln zu beugen.
In zwei Handlungssträngen erzählt die Autorin die Geschichte der Stadt Freiberg, sowie dem dritten Kreuzzug in das Heilige Land. Ihre Figuren webt die Autorin gekonnt in die historisch belegten Fakten ein und schafft es wieder einmal die damaligen Ereignisse lebendig werden zu lassen. Dem lebendigen Schreibstil der Autorin kann der Leser leicht folgen und dank der detaillierten Beschreibungen fällt es leicht, sich das Geschehen anschaulich vorzustellen. Sabine Ebert treibt die Geschichte voran, das aus der Handlegen des Buches fällt da meinst sehr schwer.
Nicht nur an den Erlebnissen der Figuren in der Markgrafschaft nimmt der Leser teil, auch die Begebenheiten die das Kreuzfahrerheer unter Kaiser Friedrich zu bestehen hat, werden ausführlich erzählt und einleuchtend weiter gegeben. Anhand Marthes Sohn Thomas wird offensichtlich gemacht dass es nicht nur ein großes Abenteuer war sich diesem Kreuzzug anzuschließen sondern das den Rittern viel abverlangt wurde. Nicht nur Hunger, Durst und schreckliche Krankheiten hatten das Heer zu verkraften, auch hinterhältige Angriffe und Verrat machten dem Heer zu schaffen.
Viel Echtheit legt Sabine Ebert auch auf die authentische Entwicklung ihrer Figuren, war es im ersten Band der Hebammensaga noch zu kritisieren, dass zum Beispiel die Figur der Hebamme und Heilerin Marthe sehr klischeehaft konzipiert war, ist davon mittlerweile nichts mehr zu merken. Den historisch belegten, aber auch ihren fiktiven Charakteren, gibt die Autorin eine Geschichte und lässt diese sehr realistisch erscheinen.
War die Hebamme Marthe in den ersten Teilen noch Dreh und Angelpunkt der Bücher , verschiebt sich dieses, und die Figur steht nun mehr am Rande des Geschehens. Dies schafft der Geschichte keinerlei Abbruch, die Autorin schafft es den weiteren Protagonisten so viel Leben einzuhauchen und diese in Erlebnisse zu verstricken, dass der Leser zwar um Marthe bangt, trotzdem aber so von den Ereignissen gefangen ist in die die übrigen Protagonisten schlittern das wirkliches Vermissen dieser Figur kaum an die Oberfläche kommt.
Auch wenn Marthe mittleiweile nicht mehr die absolute Hauptdarstellerin ist wirkt sie trotzdem oder auch gerade deshalb sehr realistisch und glaubwürdig. An ihren Erlebnissen gereift, ist sie besorgt um das Leben ihrer Lieben und ist in schwachen Stunden sogar bereit die Markgrafschaft hinter sich zu lassen. Trotzdem kämpft sie weiter für das Wohlergehen ihre Familie und Freunde und bringt sich daher auch wieder in große Gefahr.
Mit einem Verzeichnis sämtlicher Figuren macht Frau Ebert wieder deutlich welche historisch belegt sind und welche ihrer Feder entspringen. Ein Glossar der historischen Begriffe, eine Karte die den Weg des kaiserlichen Heeres zeigt und ein Nachwort runden das Buch ab. Weiterhin geht Sabine Ebert in einem exklusiven Text auf die Covergestaltung ein.
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Fazit
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Mit „Der Fluch der Hebamme“ hat die Sabine Ebert ihre Saga um das Freiberger Land würdig fortgesetzt. Wieder lässt die Autorin ein Stück Geschichte lebendig werden und es fällt, durch die Art der Autorin diese zu erzählen, leicht in das Geschehen einzutauchen.
„Der Fluch der Hebamme“ kann bedenkenlos an geschichtlich Interessierte weiter empfohlen werden. Nicht nur das Leben in Freiberg wird beschrieben, auch ein Stück Weltgeschichte wird dem Leser fesselnd nahe gebracht.
Ich persönlich freue mich schon sehr auf den im Herbst 2011 erscheinenden, abschließenden Teil dieser Serie.
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Die Reihe:
.01: "Das Geheimnis der Hebamme"
02: "Die Spur der Hebamme"
03: "Die Entscheidung der Hebamme"
04: "Der Fluch der Hebamme"
05: - nur angekündigt –
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Autorin
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Sabine Ebert (* 1958 in Aschersleben) ist eine deutsche Journalistin und Romanautorin.
Geboren in Aschersleben wuchs Sabine Ebert in Berlin auf. Sie absolvierte ihr journalistisches Volontariat in Magdeburg und studierte in Rostock Lateinamerika- und Sprachwissenschaften.
In ihrer Wahlheimat Freiberg/Sachsen war sie 1990 Mitbegründerin der ersten unabhängigen Zeitung der Stadt, deren Redaktion sie mehrere Jahre leitete. Ab 1995 war sie freiberuflich für Tageszeitungen, Fernsehen und Hörfunk tätig und veröffentlichte darüber hinaus eine Reihe von Sachbüchern zur Geschichte Freibergs, darunter das Freiberger Jahrbuch (1991-2006), das die wichtigsten regionalen Ereignisse des Jahres zusammenfasst.
Im Jahr 2006 erschien Sabine Eberts Romandebüt im Knaur-Verlag: "Das Geheimnis der Hebamme", Auftakt einer fünfbändigen Saga über die Siedlerzüge in den Osten und die ersten Silberfunde im Erzgebirge zur Zeit Barbarossas. Drei Fortsetzungen liegen bereits vor. (Quelle: Wikipedia)
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Taschenbuch: 720 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Oktober 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426506068
ISBN-13: 978-3426506066
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Leseprobe http://www.droemer-knaur.de/buecher/Der+Fluch+der+Hebamme.3748948.html
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©Nadine Warnke
Rezension verfasst vor 1 Jahr (12)
Das Leben in Freiberg im Jahre 1189 wird für Lukas und Marthe nicht leichter. Albrecht setzt seinen Vater; Markgraf Otto, fest, um vorzeitig an sein Erbe zu kommen. Thomas, Marthes Sohn, gelingt es, zu Dietrich von Weißenfels und Kaiser Friedrich zu gelangen. Auf Befehl des Kaisers muss Albrecht seinen Vater frei lassen. doch seine Lebenstage sind gezählt...
Auch Thomas` ist die Rückkehr in die Heimat versperrt. Er schließt sich dem Kreuzfahrerheer des Kaisers an...
Das Buch hat mir gefallen. Es ist spannend geschrieben und genau recherchiert. Der Roman erzählt ein Stück sächsischer Geschichte. Nebenbei wird die Geschichte der Königshäuser kurz angerissen, die sich am Kreuzzug beteiligt haben. Die Strapazen dieses Kreuzzugs werden deutlich. Immer wieder wird auch die Frage nach seinem Sinn gestellt. Natürlich rankt sich der Roman um Lukas und Marthe. Doch zunehmend spielen deren Kinder eine Rolle. Auch die Weltgeschichte wird in diesem teil weitaus stärker eingebunden als in den vorhergehenden.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (9)
Sehnsüchtig habe ich auf den vierten Band der Hebammen-Reihe gewartet, da mich die Geschichte um Marthe und Christian wirklich in ihren Bann gezogen hatte. Doch muss ich gestehen, dass ich eher enttäuscht wurde.
Die Figuren liegen mir zwar nach wie vor noch sehr am Herzen, doch konnte mich die Handlung nur bedingt fesseln. So musste ich mich beispielsweise durch all jene Kapitel durchkämpfen, welche über den Kreuzzug berichteten. Zweifelsohne ist die Zeit der Kreuzzüge unglaublich interessant und es lassen sich mit Sicherheit auch tolle Geschichten darüber erzählen. Allerdings gehören diese in separate Bücher und haben meiner Meinung nach mit Marthes Lebensgeschichte nicht viel zu tun. Hier hat die Autorin sich bei dem Versuch historisch korrekt und umfassend zu erzählen wohl ein wenig zu viel vorgenommen. Da überrascht es kaum, dass es Frau Ebert nicht gelungen ist, ihre Geschichte wie ursprünglich geplant in einen Roman zu verpacken. Wenn man aus einem gleich fünf Bänder machen muss ist wohl etwas schief gelaufen…
Außerdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, es kommt irgendwie nichts wirklich Neues mehr. Die Handlung verläuft nach einem altbekannten Schema. Die Protagonisten geraten in Schwierigkeiten, werden gerettet und Albrechts Zorn wird abermals gesteigert und der Kreislauf kann von neuem beginnen. So wusste ich gar nicht, was ich sagen sollte, als ich von dem noch bevorstehenden fünften Band erfuhr. Mit Sicherheit werde ich auch diesen wieder lesen, aber lediglich um zu erfahren, wie es Marthe letztendlich ergeht. Schade finde ich dabei allerdings, dass die Autorin in ihren Nachbemerkungen einige Ereignisse schon wieder vorweg genommen hat. Wer sich also einigermaßen überraschen lassen möchte, sollte diese nicht lesen. Für den fünften Band bleibt also zu hoffen, dass dieser vielleicht ein paar Seiten weniger umfasst, sich dafür aber mehr auf die eigentliche Handlung konzentriert.










