Cover: Die junge Frau auf dem Cover soll wahrscheinlich Marlene darstellen. Ich selbst hätte mir lieber das Portrait gewünscht, von dem das Buch handelt. Ansonsten finde ich es ganz interessant.
Inhalt: Marlene zieht in die Wohnung ihres verstorbenen Vaters und ihre Freunde Rike und Georgie helfen ihr dabei. Schon bald wird klar, dass Marlene sich keinen schlechteren Zeitpunkt hätte aussuchen können. Ein Bild, welches Jochen, ihr Vater, von ihr malte verändert sich. Erst fällt es nur Marlene auf, aber mit der Zeit ist es unübersehbar.
Meinung: Wir werden mitten in die Handlung geschmissen, Marlene ist gerade beim Einräumen ihrer neuen Wohnung, dabei entdecken ihre Freunde das Bild von ihr. Hier wird es zum ersten Mal beschrieben, wie unschuldig und lieb Marlene darauf aussieht und wie gut ihr Vater sie gezeichnet hat. Schnell lernen wir auch noch Marlenes Mutter Julia, den Hausmeister Wedau mitsamt seiner Frau und Jasper kennen. Da wir Jasper nur aus Marlenes Sicht kennenlernen, ist er einem symphatisch, versteht jedoch nicht seine Handlungsweise. Auch aus Julias Sicht gibt es verschiedene Passagen. Es wird klar, dass sie wichtige Dinge vor ihrer Tochter verheimlicht und diese unbedingt wieder bei sich haben möchte. Meiner Meinung nach sollte diese Frau sich dringend psychologisch untersuchen lassen. Auch aus Wedaus Sicht wurde viele Texte eingebaut, warum ist mir völlig schleierhaft. Ich finde ihn sehr unnötig. Vermutlich wurde er eingebaut, um vom wahren Täter abzulenken. Und da sind wir auch schon bei dem heimlichen Verehrer von Marlene angekommen. In kursiv geschriebenen Zeilen erzählt jemand aus der Ich-Form wie er Marlene verfolgt, sie liebt, wie er ihr Bild verändert. Für mich war schon nach der zweiten Stelle klar, um wen es sich hier handelt, was ich euch natürlich nicht verraten werde. Aber kurz gesagt, keine der Personen war mir angenehm, auch Georgie und Rike haben ihre unpassenden Momente. Marlene ist zwar ausgezogen, aber viel von der Welt versteht sie nicht. Noch immer ist sie ein naives, unsicheres Mädchen, dass in vielen Situationen hoffnunglos überfordert ist. Mir würde es wahrscheinlich in meiner ersten eigenen Wohnung genau so ergehen, aber ich wäre nicht zu stolz oder ängstlich um Hilfe zu bitten. Sie selbst kommt mir, wie das Sprichwort so schön sagt, Spanisch vor. Mal ist sie gut gelaunt, 2 Sekunden später könnte sie heulen und dann ist ganz plötzlich total wütend. Diese Stimmungsschwankungen haben mich besondern in Bezug auf Jasper gestört, z.B. als die beiden ihr Date in Marlenes Wohnung haben und sie sich total verrückt benimmt. Trotzdem ist sie mir symphatischer geworden, Frau Ludwig beschreibt sie einfach zu gut.
Erst kam ich mit Frau Ludwigs Schreibstil gar nicht klar, aber nach einigen Kapiteln war das ganz in Ordnung. Nur der berlinerische Dialekt von Wedau störte mich weiterhin. Würde er nicht so oft vorkommen hätte ich keine Probleme damit, aber alle paar Seiten taucht er auf und man will ihm einfach eine verpassen. Spannung war in dem Buch kaum enthalten. Nachdem ich wusste, von wem die kursiven Texte sind war mir schon die Lust vergangen. Das heißt aber nicht, dass ihr genau so schnell darauf kommt. Bei der Leserunde, an der ich teilnehmen durfte, haben viele bis zum Schluss im Dunkeln getappt. Kommen wir auch schon zum Ende von Painting Marlene. Es kam mir einfach zu schnell, der Leser wird praktisch in das kalte Meer geworfen um dann 2 Sekunden später wieder gerettet zu werden. Soll bedeuten: so schnell wie "der Showdown" kommt, verschwindet er auch wieder. Unlogisch war für mich das Ende leider auch, ich kann es einfach nicht verstehen. Wenn ich hier jetzt aber mehr schreibe, verrate ich euch das ganze Buch, deshalb lasse ich es lieber.
Fazit: Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Bei dem Buch soll es sich um einen Jugendkrimi handeln, aber von Spannung, die einen Krimi ausmacht, habe ich nichts gemerkt. Daher gibt es nur 2 von 5 Punkten.