Leser-Rezension zu „Das Perlenmedaillon” von Sabine Weigand
am 19.09.2007
INHALT: Gegen ihren Willen muss Helena einen Kaufmann heiraten, der sie nur deshalb nimmt, weil er dafür gut bezahlt wird. Helena ist aber weiterhin in Niklas verliebt, mit dem sie über Albrecht Dürer heimlich Briefe austauscht. Kann sie ihrem tyrannischen Ehemann entfliehen und endlich mit Niklas glücklich werden?
Niklas ist aus Nürnberg geflüchtet, als seine Beziehung zu Helena ihren Eltern gegenüber herausgekommen ist und zieht gemeinsam mit Dürer nach Venedig. Dort findet er Arbeit in einer Goldschmiede und wird in die Machenschaften eines Fälscherringes hineingezogen. Sein Wissen ist für ihn lebensgefährlich.
Anna mußte vom Land in die Stadt Nürnberg flüchten, weil sie an der Ermordung eines Mannes beteiligt war. Es bleibt ihr nichts anderes übrig als im Frauenhaus als Hure zu arbeiten. Als sie eines Abends im Haus von Helenas Eltern einen Kunden verläßt, findet sie unter einer Treppe ein wertvolles Medaillon.
Seit Helena ihr Medaillon verloren hat, scheint sie kein Glück mehr zu haben. Aber wo könnte das Medaillon hingekommen sein?
Das Perlenmedaillon macht sich auf eine weite Reise und verbindet alle Charaktere dieses Buches miteinander. Mit ihm ändert sich auch Helenas Schicksal.
KOMMENTAR: Wie auch bei ihrem ersten Buch gelingt Sabine Weigand mit diesem Buch ein gut recherchiertes Werk über das Schicksal von Frauen in der Geschichte. Viele Dinge sind durch Forschung und Quellen gut belegt. Dem Charakter von Helena Hellerin liegt eine authentische Person zugrunde. So werden geschickt Fakten und Fiktion verbunden. Es ist erschreckend, zu lesen, wie wenig Rechte Frauen früher hatten und dass es von Kirche und Staat gebilligt und sogar gefordert war, dass der Mann seine Frau züchtigt, damit sie die Weltordnung (!) nicht umkehrt. Dieser Roman ist glaubwürdig, spannend und nicht übermäßig kitschig. Dem Leser wird ein Bild geboten, dass ihm erlaubt, in die damalige Zeit einzutauchen und sich zu fühlen, als wäre er wirklich dabei. Dies wird unter anderem durch zahlreiche Briefe bewirkt, die noch in der damaligen Rechtschreibung präsentiert werden. Insgesamt ist "Das Perlenmedaillon" also ein interessantes, spannendes und authentisches Buch, allerdings ist es wohl eher ein "Frauenbuch".

