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Vor 11 Monaten
(8)„Aber was ist mit ihnen geschehen?“
Aurün zuckte mit den Schultern. „Die Liebe natürlich. Ist es denn nicht immer Liebe, die die Welt in Unordnung bringt?“
Leider fiel es mir etwas schwer, in das Buch hinein zu finden. Sabrina Qunaj hat einen sehr eigenen Schreibstil, an den man sich zunächst gewöhnen muss. Auch werden direkt zu Beginn in rascher Folge viele verschiedene Personen mit ungewöhnlichen Namen eingeführt. Ich war kurz davor, den Überblick und auch den Spaß zu verlieren, doch ab Seite 80/90/100 lichtete sich der Nebel, da Gott sei Dank der Kontext der Geschichte ausführlich erläutert wird. Mit dem neu erworbenen Verständnis wirkte die Sprache nicht mehr sperrig, sondern passend, anmutig und sehr authentisch. Auch fiel es leichter, einzelne Personen zu identifizieren und zu unterscheiden. Auf den kommenden Seiten fesselte mich das Buch zunehmend – und rückblickend: Was sind schon 80 Seiten zum warm werden in einem Werk über 970 Seiten?
Was mich von Anfang an begeistert hat, war, dass es im Prinzip keine „Schwarz-Weiß-Malerei“ gab. Das heißt, die Guten waren nicht nur gut und die Bösen waren nicht nur böse. Alle Charaktere waren fein gezeichnet und konnten durch den nötigen Tiefgang glänzen. Unterstützt wird dies natürlich dadurch, dass immer wieder aus anderen Perspektiven erzählt wird, ohne dass dies zu Verwirrung führen würde.
Sabrina Qunajs Schreibstil würde ich als detailverliebt und plastisch beschreiben, aber nicht ausufernd. Mir hat sie stets das richtige Maß an Beschreibungen geboten, um mich in die Welt hinein zu versetzen, die sie da erschaffen hat. Ob Liebesszene oder große Schlacht – die Autorin schaffte es immer wieder, mich in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Und obwohl das Buch fast 1000 Seiten umfasst kann ich nicht sagen, dass an irgendeiner Stelle Längen aufgetaucht wären. Elfenmagie zeichnet sich durch viele Wendungen aus, die mich stets überraschten, aber nie erzwungen wirkten. Alles fügte sich zu einer stimmingen Geschichte zusammen, in der hinter jeder Ecke eine weitere Überraschung lauern könnte.
Und obwohl es für mich ein bisschen schleppend begann, dachte ich schon nach einem guten Fünftel des Buches: „Oh manno, nur noch (!) 800 Seiten!“ Denn bereits hier bietet das Buch packende Handlungsstränge, wie die Geschichte um den Kobold Bienli, deren Fortgang mich mehr als einmal überraschen konnte.
Mein Lieblingscharakter im Buch ist definitiv Nevliin. Ich verfiel geradezu in mädchenhaftes Schwärmen und ich schwärme sonst nie für Buchcharaktere (ok, früher mal für Ron Weasley, aber das ist ja schon ewig her). Ich möchte euch damit nur sagen, dass Sabrina Qunaj es unglaublich gut versteht, faszinierende Charaktere zu erschaffen.
Gerade Nevliin, der lange Zeit so undurchdringlich und unnahbar ist, was mich einfach nur fasziniert hat. Man möchte hinter seine Fassade schauen und wissen, ob hinter den schwarzen Augen eine Seele steckt. Oh, Nevliin…
„Er riss sein Schwert aus der Scheide, und eine kalte Ruhe breitete sich in ihm aus. Jetzt begann sein Handwerk, und er beherrschte es besser als alles andere: das Töten.“
Auch Vanora ist eine faszinierende Hauptperson. Sie ist so mutig und stark für die Menschen, die sie liebt. Und gleichzeitig ist sie so schwach innendrin, dass ich sie in den Arm nehmen und trösten wollte. Eine unkomplizierte Hauptperson ist sie gewiss nicht, aber sie ist eine passende und vor allem eine spannende. Sie ist nicht perfekt und gerade das macht sie perfekt.
Mit Eamon hab ich mich in weiten Strecken des Buches schwer getan, weil ich seine impulsive und teilweise naive und egozentrische Art nicht mochte, doch er zeigt zum Ende hin eine neue Seite, und auch er konnte mich noch für sich gewinnen.
In jeder Minute hatte ich das Gefühl, in Elvion zu sein und an der Seite der Hauptcharaktere zu stehen und das ist mir bei einem Buch immer besonders wichtig.
Klasse fand ich auch, dass Sabrina Qunaj sehr angenehmen Humor einfließen ließ, oftmals in Form des Kobolds Bienli und seiner Frau Finola, die ich wahrlich in mein Herz geschlossen habe! Aber auch in entspannten Situationen, welche die Hauptcharaktere miteinander erlebten, ließ die Autorin witzige Momente einfließen.
Das Ende des Buches habe ich so nicht erwartet und es lässt mich irgendwie fassungslos zurück. Dieses Buch hat mich durch eine Achterbahn der Gefühle geschickt. Ich habe mitgelitten und mitgeliebt. Ich habe gelacht und geweint. 970 Seiten voller Magie. Und das war noch zu wenig. Noch nie habe ich so sehr nach einer Fortsetzung gegiert – „Elfenkrieg“ erscheint schon bald und nichts wird mich davon abhalten, dieses Buch zu lesen!
Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, denn ich weiß nicht was mein Lesejahr noch so bringt, aber ich glaube dieses Buch ist Mein Buch 2012. Ich gebe volle 5 Sterne!
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