Cover des Buches Sternensommer (ISBN: 9783646600605)
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Rezension zu Sternensommer von Sabrina Qunaj

Hier sind unverzeihlicherweise meine lästigen Gefühle

von eclipse888 vor 9 Jahren

Rezension

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eclipse888vor 9 Jahren

Designerkleider, hochhackige Schuhe und stundenlange Haarkuren sind für die sechzehnjährige Dilia so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Kein Wunder, dass es für Dilia der pure Albtraum ist, als ihr vielbeschäftigter Vater sie über die Ferien in ein Sommercamp abschiebt. Die einzige Person, die sie dort kennt, ist auch noch ihr Schulkamerad Emrys, der Nerd, den sie bis auf den Tod nicht ausstehen kann. Und doch wird es ein Sommer werden, der sie buchstäblich bis in die Sterne trägt. Denn Emrys ist ein Junge wie nicht von dieser Welt…


„Gefühle zu haben [ist] lästig, sie zu zeigen unverzeihlich." Sorry, Dilia, ich ignoriere deine Einstellung an dieser Stelle einfach. Denn die ist echt bescheuert. Also, hier sind unverzeihlicherweise meine lästigen Gefühle, während ich Sternensommer gelesen habe.

Die Inhaltsangabe klingt gut, findet ihr nicht? Spannend, nach einer packenden Geschichte. Sternensommer ist leider wieder so ein Fall, bei dem der Klappentext nicht hält, was er verspricht. Statt der aufregenden Geschichte bekam ich eine Mischung aus Obsidian von Jennifer L. Armentrout und Sternenmeer von Tanja Voosen mit einem Schuss Twilight. Klingt ganz in Ordnung. Hätte es vielleicht auch sein können. War es aber nicht.

Na gut, das kann man sich vielleicht schon denken: Dilia ist das reinste Klischee. Reich, „hirnlos“, beliebt. Vater kümmert sich nicht um sie. Die ganze Palette eben. Und das nervte mich. Dilia ist so eindimensional und flach gezeichnet, dass man auch nicht wirklich eines Besseren belehrt werden kann. Wenn man sie nicht mag, dann ist es vorbei und das kommt auch nicht wieder. Auch die Charakterentwicklung, die sie durchmacht, macht es nicht besser. WIESO verändert sie sich? Was ist der Auslöser? Es wirkt sehr gewollt und deshalb auch unrealistisch.

Punkt Numero zwei: Emrys als Nerd. Ähm, wie bitte? Der Gute ist vieles, aber sicher kein Nerd. Es ist ein klitzekleines minibisschen Mathe dabei, dass er macht und sein Aussehen erinnert vielleicht ganz entfernt an den typischen Nerd. Das wars. Mehr ist da nicht. Und das finde ich echt schade, weil die Nerd-Rolle einer der Hauptgründe dafür war, dass das Buch mich überhaupt interessiert hat.

Naja, und auch die Liebesgeschichte ist Käse. Emrys und Dilia können sich am Anfang gar nicht ausstehen. Sie geraten immer wieder aneinander und es wäre schon ein kleines Wunder nötig, damit die zwei auch nur Freunde werden. Und plötzlich beschließt Emrys: „Oh, ich mag Dilia, sie ist etwas Besonderes.“? Da stelle ich mir wieder dieselbe Frage: WIESO??? Genau wie schon Dilias Entwicklung wirkt dieses „sie müssen sich jetzt lieben“ genau so, wie es klingt: gezwungen und gestellt. Zwei Charaktere, die aus meiner Sicht noch nicht mal zusammen passen und die zusammen gezwungen werden. Man kann sich ausrechnen, wie das aussieht.

Die übermenschlichen Wesen in dem Buch... Okay, zugegen, es gibt schlimmere. Ich fand sie in Ordnung, aber nicht super besonders. Sie waren tatsächlich etwas, was das Buch ein wenig vom Abgrund weggerissen haben. Da hatte Sabrina eine echt schöne Idee, die sie auch nicht schlecht umgesetzt hat. Aber sie hätte so viel mehr daraus machen können.

Mit der Story fange ich am besten gar nicht erst an, denn sie hat mir den Gefallen im Gegenzug auch nicht getan. Wenn man schon über die Hälfte eines Buches gelesen hat und trotzdem noch darauf wartet, dass es endlich losgeht, dann ist da etwas schief gelaufen.

Um meine Rezension nicht so negativ zu beenden, nenne ich noch den Freddy. Freddy ist Emrys kleiner Bruder und genau das, was man sich von einem kleinen Bruder wünscht: ein süßes Kind mit viel Energie. Er war mein Lieblingscharakter (Okay, das war auch nicht schwer) und er hat einen Lichtstrahl in die Geschichte geworfen. Wegen ihm habe ich es auch bis zum Ende geschafft und bin nicht vorher untergegangen.


Über die Autorin:

Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.


Fazit

In Zukunft werde ich erst mal einen Bogen um Bücher machen, die sich mit dem Namen Sabrina Qunaj schmücken. Sternensommer reicht mir fürs Erste. Wen dieser Vergleich: „eine Mischung aus Obsidian von Jennifer L. Armentrout und Sternenmeer von Tanja Voosen mit einem Schuss Twilight, nur in schlechter“ nicht abschreckt, der kann sein Glück gerne versuchen. Ich übernehme keine Haftung und würde eher davon abraten.

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