Leser-Rezension zu „Firmin - Ein Rattenleben” von Sam Savage
am 4.05.2010
Sie meinen, Ratten sind schlau? Ja, das kann man wohl sagen. Es gibt sogar eine, die lesen kann. Ja genau, lesen. Wie, das glauben Sie nicht? Dann kennen Sie Firmin wohl nicht. Firmin ist nämlich in einer Buchhandlung groß geworden. Und um zu überleben, hat er im wahrsten Sinne des Wortes Bücher verschlungen, erst gegen den leeren Magen, später gegen den leeren Geist. So hat Firmin in seinem Rattenleben jede Menge erlebt, und große und kleine Autoren durch ihre Werke kennen gelernt. Er ist ein Träumer, versinkt gerne auch mal in seinen gelesenen Erlebnissen. Und er schafft es sogar, sich mit Jerry, einem Menschen anzufreunden. Doch die Buchhandlung, in der Firmin lebt, stirbt... sowie das Stadtviertel von Boston, in dem diese Buchhandlung steht.
Zu Beginn des Buches fand ich es sehr hektisch und unruhig, zu schnell und unübersichtlich gingen die Erklärungen und Berichte an mir vorbei. Ich mußte mich zwingen, langsamer zu lesen. Doch dann war es kein Problem mehr. Es gab zu lachen, aber auch zu bedauern, ja sogar zu bemitleiden, wenn Firmin berichtet, wie er groß wird, schlau wird, alt wird. Ein Zeitvertreib für Zwischendurch, aber einmal lesen reicht. Jetzt kommt es in mein Bücherregal, ich hoffe nur, dass Firmin es nicht anknabbert...

