Leser-Rezension zu „Firmin - Ein Rattenleben” von Sam Savage
am 26.11.2011
Eine Ratte, die in einer Buchhandlung aufwächst und deren Leidenschaft Bücher sind, eine Leseratte sozusagen. Das kann eine gute Geschichte sein - oder auch nicht. In diesem Fall bin ich meiner Skepsis gefolgt und habe das Buch lediglich ausgeliehen, nicht gekauft. Das stellte sich als die richtige Entscheidung heraus.
Bereits der erste Satz ist ein sehr gutes Beispiel für den gesamten Erzählstil: ausschweifend, verschachtelt, zäh. Das muss nun nicht zwingend schlecht sein, aber der Geschichte fehlt ein wenig der Spannungsbogen, Ereignisse, die den Leser in ihren Bann ziehen. Nun gut, es gibt Texte, die von Charakteren leben, aber Firmin ist - abgesehen davon, dass er eine (lesende) Ratte ist - keine Persönlichkeit. Vielmehr ist die Figur austauschbar, es hätte genauso gut eine Katze oder ein Hund oder ein Mensch sein können, es fehlt die Tiefe.
Wer Spaß an realen oder fiktiven Memoiren hat, dem wird dieses Buch vielleicht gefallen. Ich fand es langweilig.

