Leser-Rezension zu „Wasser für die Elefanten” von Sara Gruen
am 25.07.2011
Auf dieses Buch wurde ich durch die Verfilmung aufmerksam. Doch statt ins Kino zu laufen ging ich in die Buchhandlung und kaufte mir die Romanvorlage. Ich kann mich bei den Filmemachern nur bedanken: vielen Dank, dass ihr diesen Stoff auf die große Leinwand gebracht und ihn so ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt habt, mir wäre sonst etwas entgangen!
Sara Gruen schreibt in der Ich-Perspektive und lässt den Leser so hautnah an den verschiedenen Dingen teilhaben: am abenteuerlichen Leben eines Wanderzirkus im Amerika der 30er Jahre, an der Liebe zwischen Jacob und Marlena, an der Freund- und Feindschaft all der Menschen, die im Zirkus leben, an der Großen Depression.
Doch vor allem lässt sie einen an den Erinnerungen eines alten Mannes teilnehmen. Der alte Jakob weiß nicht mehr, ob er 90 oder 93 Jahre alt ist - aber das ist ja auch nicht so wichtig. An die wichtigen Dinge in seinem Leben erinnert er sich: an seine Zeit beim Zirkus, an seine Kinder und die Enkel (auch wenn er die nicht mehr so wirklich auseinander halten kann), an seine große Liebe. Und daran, dass man einem Elefanten niemals ausreichend Wasser bringen kann.
Mir geht es bei „Rückblendengeschichten“ oft so, dass ich die Unterbrechnungen durch die Gegenwartshandlung als langweilig oder zumindest als nicht so interessant wie die „eigentliche“ Geschichte empfinde. Das war bei „Wasser für die Elefanten“ definitiv nicht der Fall. Die Einsamkeit und Trauer Jankowskis, der in einem Pflegeheim lebt und dort nicht mehr Herr über seine Entscheidungen ist, haben mich berührt - fast noch mehr als die Liebesgeschichte im Wanderzirkus.
Der Teil des Buchs, der in den 30er Jahren spielt, ist gut geschrieben und erzählt eine schöne Geschichte. Doch erst durch den Teil, der in der Gegenwart spielt wird das Buch zu etwas besonderem. Und Jakob Jankowski von einer Person zu einer Persönlichkeit, die im Gedächtnis bleibt.

