Ein Herzschlag bis zum Tod von Sara J.Henry ist ihr Erstlingswerk.
Troy Chance rettet dem kleinen Paul das Leben. Durch Zufall bemerkt sie, wie etwas von der entgegenkommenden Fähre fällt, ein Kind. Ohne zu überlegen springt sie hinter her und findet im dunklen See das ertrinkende Kind Sie schwimmt mit dem Kind um ihr Leben, schier unerreichbar erscheint das rettende Ufer, aber Überlebenswille macht vieles möglich.
Mit und mit wird klar, das hier nicht einfach ein Kind von Board gefallen ist, sondern ertränkt werden sollte. Troy rutscht immer tiefer in die Geschichte rein und will nachher auch gar nicht mehr richtig wieder raus kommen.
Eine tolle Geschichte, die sehr steil und spannend anfängt, aber auf halber Strecke ein wenig nachlässt.Zum Schluss wird die Spannung nochmal aufgewärmt, aber insgesamt hätte Henry die Geschichte erheblich packender Schreiben können.
Die Protagonistin Troy ist taff, Journalistin, kennt sich bestens in Internetrecherche aus, führt ein unorthodoxes Leben. Jedoch nimmt sie im Roman eine Kehrwende ein und wird plötzlich unüberlegt, naive und schon fast tolpatschig als Ermittlerin. Der Roman wird aus ihrer Sicht erzählt, so sieht man die Charaktere immer aus Troys Sicht, die zum Teil skeptisch, aber auch blauäugig ist. Gerade die wachsende Bindung und die Gefühle zwischen ihr und dem kleinen Paul kommen ganz nah rüber. Aber auch hier würde ich sagen, hätte Henry mehr rausholen können.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, lässt sich wunderbar lesen. Henry weckt mit wenigen Worten ganz tiefe Schutzinstinkte und macht damit das Drama und Thriller für den Leser perfekt. Jedoch verheddert sie sich zeitweilig in ihren Erklärungen und die Geschichte plätschert Seitenweise nur dahin.
Als Leser kann man sich am Ende des Buches schon vorstellen, was Henry vorhatte. Sie wollte wahrscheinlich den Zwiespalt und die Veränderung von Troy beschreiben, wie sie immer tiefer in die Familie hineingesogen wird, warum sie ermittelt, ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt und sich nicht einfach distanziert. Henry geht es nicht um einen blutigen Thriller, wohl eher soll die Psyche des Lesers angesprochen und berührt werden. Wer ist der Entführer, wer ist gut und wer ist böse, verbündet Troy sich mit den Falschen, wo ist Paul sicher. - Aber das ist meiner Meinung nach absolut fehlgeschlagen. Dafür ist alles ein wenig zu durchschaubar geschrieben.
Alles in allem ein nettes Buch mit angenehmem Schreibstil, was mich kurzweilig unterhalten hat. Die Story als solche finde ich gut, jedoch wäre es mit ein weng mehr Spannung kribbeliger zu lesen gewesen. Kein Lese-Muss, das Cover verspricht wohl eher das, was man aus der Story hätte machen können. Vielleicht beim 2. Buch ...
Ein paar Stellen erschienen mir auch unschlüssig, Personen die anrufen, eigentlich die Handynummer nicht kennen.Und dann wird gar nicht mehr erwähnt, woher die Handynummer bekannt ist. Oder Troy repariert ihr Fahrrad, der Ermittler kommt auf sie zu und später ist die Garage geschlossen ... ? Da müsste noch mal Korrektur gelesen werden. Mal abgesehen von den Schreibfehlern.